Jugendamt räumt Kinderheim

 Das Wohnhaus an der Simmelsbach in Netphen-Salchendorf beherbergt eine Wohngruppe mit offiziell zehn Kindern und Jugendlichen. Am Montag nahm das Kreisjugendamt hier zuerst 19 Kinder in Obhut. Inzwischen sind drei weitere hinzugekommen. Laut Kreisverwaltung war das Wohl der Kinder massiv gefährdet. Foto: Michael Wetter
  • Das Wohnhaus an der Simmelsbach in Netphen-Salchendorf beherbergt eine Wohngruppe mit offiziell zehn Kindern und Jugendlichen. Am Montag nahm das Kreisjugendamt hier zuerst 19 Kinder in Obhut. Inzwischen sind drei weitere hinzugekommen. Laut Kreisverwaltung war das Wohl der Kinder massiv gefährdet. Foto: Michael Wetter
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dima - Unangemeldeten Besuch vom Fachservice Jugend und Familie des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie vom Landesjugendamt Westfalen-Lippe bekam das private Kinderheim der „Kinderhilfe Siegen“ in Netphen-Salchendorf am Montagnachmittag. Die Kinderhilfe unterhält laut Kreisverwaltung zwei Wohnheime mit jeweils einer Wohngruppe – eines an der Simmelsbach in Netphen-Salchendorf mit zehn Personen und eines im Wilnsdorfer Ortsteil Anzhausen mit sechs Personen.

Angetroffen wurden in dem Wohnhaus an der Simmelsbach am Montag 19 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren, drei weitere waren zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus. Mit einer solchen Anzahl hatte das Kreisjugendamt nicht gerechnet, so Amtsleiterin Pia Cimolino. Doch die deutliche Überbelegung sei nicht das Hauptproblem gewesen. Offensichtlich sei es üblich gewesen, dass sich die Kinder beider Wohngruppen montags im Salchendorfer Jugendheim getroffen hätten. Anlass für die Aktion, in deren Verlauf in einem Salchendorfer Gasthof Gruppengespräche mit allen Kindern- und Jugendlichen geführt worden seien und an der mehrere Personen von Kreis- und Landesjugendamt teilgenommen haben, war ein Hinweis, der am vergangenen Mittwoch beim Fachservice Jugend und Familie eingegangen war.

Worum es bei dem Tipp ging, wollte die Kreisverwaltung gestern mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte der Kinder und Jugendlichen nicht erklären. Nur soviel: „Wir hatten einen Hinweis, dass es den Kindern nicht gut geht“, erklärte Cimolino. Vor Ort habe man dann etwas vorgefunden, das nicht dem entspreche, wie man es sich vorstelle. Ohne den Hinweis habe man den Vorfall aber nicht erkennen können, da er nicht offensichtlich sei.

Mit den Vorfällen im Kinderheim beschäftigt sich jetzt die Staatsanwaltschaft Siegen. Pressesprecher Torsten Manges: „Es handelt sich um systematische Vorfälle, die völlig inakzeptabel sind und die das Wohl der Kinder massiv gefährdet haben. Wir können uns durchaus vorstellen, dass die Vorfälle strafrelevant sind.“ Dirk Manderbach

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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