Jugendliche mit Drogen versorgt

Im Oranienpark hatte der 26-Jährige gedealt und war bei einer Observation aufgefallen. Archivbild: kalle

pebe - Ein 26-jähriger Marokkaner musste sich jetzt wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Drogenhandels in drei Fällen und einer Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige vor dem Siegener Schöffengericht verantworten musste. Er habe, so klagte ihn Staatsanwalt Markus Bender an, im Siegener Oranienpark im vorigen Herbst dreimal Marihuana im zweistelligen Grammbereich verkauft und damit „versucht, sich eine dauerhafte Einnahme zu verschaffen“, so Bender. Außerdem habe er auch an zwei 16- und 14-jährige Jungen Marihuana verkauft.

Über die damals durchgeführten Observationen im Oranienpark informierte der damit betraute Polizist, über die Razzia im Herbst berichteten zwei weitere Polizisten. Der Einsatz habe sich eigentlich gegen Eigentumsdelikte gewandt, aber in dem Zusammenhang seien auch Personen aus dem Drogenmilieu kontrolliert worden. 

„Eine Märchenstunde vom Allerfeinsten“ nannte Staatsanwalt Bender die Aussagen des 26-Jährigen in seinem Plädoyer. Für jede angeklagte Tat sei die Mindeststrafe ein Jahr, so Bender, der vor allem bei der Abgabe an Minderjährige eine „aggressive Werbung“ für Drogenkonsum ausmachte. Geradezu „erbärmlich“ sei der „Mangel an Unrechtseinsicht“, nötig seien drei Jahre und drei Monate Haft.

Sein Mandant habe drei Taten eingeräumt, betonte dagegen Verteidiger Björn Lange. „Aggressives Werben“ vermochte er nicht auszumachen. Darüber hinaus sei beim Angeklagten von Sucht auszugehen, deshalb bat Lange darum, im Urteil die Möglichkeit zur Therapie unter Zurückstellung der Strafe vorzusehen und wollte eine „Strafe im bewährungsfähigen Bereich“. Der Angeklagte selbst wünschte sich eine Bewährungsstrafe, er habe keine Wohnung, keinen Job und keine Mittel.

Genau dies, so Richter Stark im Urteil, spreche gegen eine Bewährung. Zwei Jahre und neun Monate Haft lautete das Urteil des Schöffengerichts, das alle vier Fälle als erwiesen ansah. Die Therapiemöglichkeiten stünden dem 26-Jährigen offen, wenn er nicht abgeschoben werde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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