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Mit Abstand und Maske
Jugendtreffs im Corona-Modus

In der Jugendbegegnungsstätte Kreuztal kann man sich kreativ austoben – ein Angebot, das gerade in Corona-Zeiten gerne angenommen wird: ein Stück Normalität, trotz Abstandsregeln und Maske. Kimberly, Miran, und Ravand nutzten es am Dienstagnachmittag.
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  • In der Jugendbegegnungsstätte Kreuztal kann man sich kreativ austoben – ein Angebot, das gerade in Corona-Zeiten gerne angenommen wird: ein Stück Normalität, trotz Abstandsregeln und Maske. Kimberly, Miran, und Ravand nutzten es am Dienstagnachmittag.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

nja Kreuztal/Siegen. Freunde auch jenseits der Schule treffen und gemeinsam Spaß haben: Was bis März völlig normal war, ist ist in diesem Jahr der Pandemie mit all seinen Einschränkungen ein besonderes Gut geworden. Das Wetter spielte bis vor Kurzem noch mit, und so war der Skate- und Bikepark im Kreuztaler Schulzentrum auch noch im novembrigen Teil-Lockdown ein beliebter Treffpunkt. Unter Wahrung der Abstandsregeln ist hier, an der frischen Luft, das sportliche Rollen erlaubt.
Corona sei "Dank": Abstand im Skate- und Bikepark Kreuztal„Wir haben ein Auge drauf, wie viel dort los ist“, sagt Christian Zimmer von der städtischen Jugendförderung. „Beim Fahren wird der Abstand eh eingehalten, beim Warten muss das aber auch der Fall sein.

nja Kreuztal/Siegen. Freunde auch jenseits der Schule treffen und gemeinsam Spaß haben: Was bis März völlig normal war, ist ist in diesem Jahr der Pandemie mit all seinen Einschränkungen ein besonderes Gut geworden. Das Wetter spielte bis vor Kurzem noch mit, und so war der Skate- und Bikepark im Kreuztaler Schulzentrum auch noch im novembrigen Teil-Lockdown ein beliebter Treffpunkt. Unter Wahrung der Abstandsregeln ist hier, an der frischen Luft, das sportliche Rollen erlaubt.

Corona sei "Dank": Abstand im Skate- und Bikepark Kreuztal

„Wir haben ein Auge drauf, wie viel dort los ist“, sagt Christian Zimmer von der städtischen Jugendförderung. „Beim Fahren wird der Abstand eh eingehalten, beim Warten muss das aber auch der Fall sein. Wir haben jüngst mitbekommen, dass auch wieder vermehrt Jugendliche aus anderen Kommunen zum Skaten und Biken kommen, was völlig in Ordnung ist. Aber es darf natürlich nicht zu voll werden.“ Als dies einmal samstags der Fall war, wurde reagiert und interveniert. Wie „läuft“ die Jugendarbeit insgesamt in Zeiten des Teil-Lockdowns mit seit Anfang des Monats ja wieder verschärften Einschränkungen?
Die Kreuztaler Treffs sind geöffnet und nun, da es früher dunkel und draußen vermehrt ungemütlich wird, gut besucht: Sie sind auch soziale Anker in einer Zeit großer Verunsicherung. Das Team der Jugendförderung kennt die (meisten) Gäste persönlich und steht mit ihnen über Whatsapp und Co. auch in persönlichem Kontakt. So kann im Vorfeld der Öffnungszeiten schon mal gecheckt werden, wer vorbeischauen möchte. Neun Kinder und Jugendliche plus Betreuer dürfen sich zur gleichen Zeit in den Treffs tummeln. Der Mund-Nasen-Schutz muss sitzen. „Es soll möglichst niemand wieder nach Hause geschickt werden müssen“, sagt Chris Zimmer. Wenn alle Stricke reißen, wird die Öffnungszeit für die jeweiligen Zielgruppen geteilt: Dann stehen z. B. nur zwei statt vier Stunden gemeinsamer Kurzweil an, dafür kommen aber auch zweimal neun Jungs und Mädels auf ihre Kosten.

Auch im Jugendtreff wird über das Coronavirus gesprochen

Bei schönem Wetter kann sich eine Gruppe natürlich auch nach draußen verkrümeln: auf Spielplätze z.B. oder zum Kicken oder Tischtennisspielen: „Jeder Tag sieht anders aus!“Standorte von Tisch und Stuhl wurden mit dem Zollstock ausgemessen, der Thekenbereich z. B. in der JBS ist nicht im völligen Lockdown: Kleine Snacks werden hier von den Betreuern ausgegeben – zum unmaskierten Verspeisen geht es dann in die Isolation. Gemeinsame Kochaktionen aber sind derzeit gestrichen. „Viele Jugendliche freuen sich, dass unsere Türen geöffnet sind. Einige trauen sich aber auch nicht zu kommen – sie sorgen sich z. B. um die Gesundheit von Oma und Opa und bleiben lieber daheim.“ Es werde in den Treffs daher auch viel über das Coronavirus gesprochen.
Regelmäßiges Querlüften und Desinfizieren – auch der benutzten Spielmaterialien wie der Billard-Queues – versteht sich von selbst. Christian Zimmer: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es unsere Aufgabe, den Jugendlichen sinnvolle Angebote zu machen!“Kreisweit gibt es kein einheitliches Bild der offenen Kinder- und Jugendarbeit, sagt Heiner Giebeler, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Siegen-Wittgenstein. Wo immer möglich und sinnvoll, gehe man derzeit an die frische Luft. „Es gibt vielerorts kreative Angebote, die auch gut angenommen werden.“ Je älter die Heranwachsenden seien, „umso weniger Lust haben sie auf den Mindestabstand“. Das, was offene Angebote eigentlich ausmache, „dass Jugendliche sich in ihrer Clique treffen, mit Nähe und Ungezwungenheit, wird unter den derzeitigen Bedingungen sehr erschwert“. Insgesamt gingen die Besucherzahlen zurück. Ein besonders gelungenes Angebot der jüngsten Vergangenheit sei der Livestream des Hilchenbacher Push-Festivals gewesen, sagt Giebeler.
Während des Lockdowns haben die Betreuer auf digitalen Wegen Kontakt zu den Jugendlichen gehalten; das hat vielerorts sehr gut geklappt. Im südlichen Siegerland habe man sogar eine „digitale Gedenkstättenfahrt“ als Ersatz für die ins Wasser gefallene Exkursion auf die Beine gestellt: „Andere hatten Online-Öffnungszeiten, chatteten mit den Kindern und Jugendlichen, führten Beratungsgespräche. Über digitale Plattformen gab es u. a. Quizveranstaltungen oder es wurden so gemeinsam Filme angeschaut. Das ist nun, da die Treffs geöffnet sind, natürlich schwieriger geworden.“ Beides gleichzeitig ist schwer zu realisieren. Hier und da beklagten sich die Betreuer derzeit auch, den Kontakt zu manchen Jugendlichen zu verlieren. Dennoch sei allen der persönliche Kontakt, das direkte Gespräch und Miteinander, natürlich wichtiger und lieber.
Beschert die Pandemie also auch neue Einblicke und Erfahrungen, die vielleicht dauerhaft sinnvoll sind? Der digitale Kontakt zu den Jugendlichen könne durchaus ausgebaut werden, sagt Heiner Giebeler: „Wir arbeiten derzeit daran, wie wir dieses Engagement unterstützen können. Durch Equipment und fachliches Know-how, also Fortbildungen. Es gibt da richtig gute Angebote.“ Und auch der Austausch der pädagogischen Fachkräfte könne durchaus auf digitalem Weg dauerhaft intensiviert werden: „Das war und ist ergiebig und wichtig. Ich glaube, das wird bleiben!“

In der Jugendbegegnungsstätte Kreuztal kann man sich kreativ austoben – ein Angebot, das gerade in Corona-Zeiten gerne angenommen wird: ein Stück Normalität, trotz Abstandsregeln und Maske. Kimberly, Miran, und Ravand nutzten es am Dienstagnachmittag.
Der Bike- und Skatepark ist nicht nur im Sommer, sondern selbst im November noch gut besucht.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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