Junge Frau erstickt - Mordprozess in Berlin beginnt

Berlin (dpa) - Rund acht Monate nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Social-Media-Beraterin in Berlin muss sich von Montag ab ein 39-Jähriger vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten. Die Anklage gegen den bulgarischen Staatsangehörigen lautet versuchte Vergewaltigung und Mord.

Der Mann soll die 30-Jährige am 25. Mai 2018 in einem Park in Pankow von hinten angegriffen haben, um sie zu vergewaltigen. Die Beraterin wehrte sich laut Staatsanwaltschaft heftig. Aus Angst vor Entdeckung soll der mutmaßliche Mörder die junge Frau erstickt haben. Ermittler sprachen von einem «Verdeckungsmord».

Der Bulgare, der sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit Anfang 2018 ohne festen Wohnsitz in der Hauptstadt aufhielt, war zunächst nach Spanien geflüchtet. Der Verdächtige, der in Deutschland nicht vorbestraft ist, wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht und Anfang Juli 2018 von Zielfahndern gefasst. Der mutmaßliche Mörder wurde nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Berliner Untersuchungshaft.

Die Frau, die auch zu Hause arbeitete, hatte an dem frühsommerlich warmen Tag nachmittags ihre Wohnung in Pankow verlassen, um eine Pause zu machen. In Flip-Flops und Sommerkleid ging sie zu dem nahe gelegenen Bahndamm. Dort sei die 30-Jährige gegen 16.00 Uhr getötet worden. Die Frau war zunächst als vermisst gemeldet worden. Ein Spaziergänger entdeckte die Leiche dann zwei Tage nach der Tat.

Der Fall hatte viele Menschen in Berlin verunsichert. Erst wenige Monate zuvor war im September 2017 eine Kunsthistorikerin auf dem Nachhauseweg im Tiergarten hinterrücks angegriffen, erwürgt und ausgeraubt worden. Der Bundesgerichtshof hatte kürzlich die lebenslange Haft für den jungen Mörder bestätigt.

Über den mutmaßlichen Mord vom Mai 2018 hatte auch die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY...ungelöst» berichtet. Gezeigt wurde eine Mütze, die der mutmaßliche Täter «nachweislich» verlor. Mehr als 200 Hinweise gingen ein. Spuren vom Tatort konnten laut Staatsanwaltschaft dem Mann «eindeutig» zugeordnet werden. Zwei Familienangehörige des Opfers sind in dem Prozess Nebenkläger.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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