Junge Literatur pur

Slammaster Andreas Klein (r.) freut sich mit dem Gewinner des 21. Siegener Poetry-Slams, Schriftstehler aus Hamburg, über den packenden Wortkunstwettstreit.  Foto: ne
  • Slammaster Andreas Klein (r.) freut sich mit dem Gewinner des 21. Siegener Poetry-Slams, Schriftstehler aus Hamburg, über den packenden Wortkunstwettstreit. Foto: ne
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ne Siegen. Gut sechs Jahre dauert schon die Erfolgsgeschichte des Siegener Poetry-Slams, und sie dauert an: Wieder sind knapp 300 Fans zeitgenössischer Literaturproduktion und -präsentation ins Medien- und Kulturhaus Lÿz gekommen, um mitzuerleben, wen der Organisator der Siegener Slams, Slammaster Andreas Klein, zum jungen und schnellen Literaturwettstreit eingeladen hat.

Nur fünf Minuten hatten die Pop-Poeten und Lyrikerinnen Zeit, mit eigenen Texten das Herz des gut aufgelegten Publikums zu gewinnen, denn eine aus diesem gewählte Jury musste entscheiden, wer ins Finale der besten vier aufsteigen durfte. Dann entschied das Plenum durch Applaus, wer der Gewinner des Vorfrühlings-Slam 2010 wurde. Gut aufgelegt war auch wieder der Moderator der Wortkunstveranstaltung, der Siegener Malerdichter Olaf neopan Schwanke, der frech und vergnügt durch das knapp dreistündige Programm führte.

Drei Slammerinnen und sieben Slammer führten ihre Worte, Gesten, Performances ins Feld, und wieder waren die „Locals“, wie Dichterinnen und Dichter aus der Region der Veranstaltungsorte in der Szene genannt werden, gut vertreten und konnten den Profis aus Köln, Hamburg, Leipzig und Münster ganz respektabel Paroli bieten. Linda Klinge und Katharina Heinemann aus Siegen waren gleich Publikumslieblinge, Giulia Becker ist erfolgversprechendes Poetry-Talent (die SZ berichtete) und, wie die beiden zuvor Genannten, erst letztes Jahr während des im Lÿz stattfindenden großen NRW-Slams aus der Poetry-Slam-Schule Wehwald Koslowskis hervorgegangen. Sie verpasste mit ihrem rhythmisch schön präsentierten Text nur um einen einzigen Punkt die Finalrunde.

Fred, aus Siegen – auch U20-Poet – punktete mit einem (freundlich gemeinten) wortwitzigen Diss auf den Moderator. Der Wittgensteiner mit Herz, Michael Hof, verpasste seinem Stammpublikum seine gekonnt coolen Haiku und lakonischen Aphorismen. Dirk aus Köln erreichte mit seiner schreiend komischen Gangsta-Rap-Parodie das Finale ebenso wie der aktuelle Slam-Star Andy Strauss aus Münster, Hanz aus Stuttgart und Julius Fischer aus Leipzig.

Sie alle aber mussten im Finale die Fahnen streichen vor den unglaublich emotionalen, feinsinnigen Prosatexten, die der Hamburger Wortkünstler Schriftstehler in gekonnter Choreografie völlig frei vorgetragen hat, da stimmte jede Geste, unterstrich die Lautstärke des gesprochenen Wortes die Intention der eloquenten Reflektionen über Liebe, Familie oder Lebensängste. Zum Abschluss präsentierte als Special Guest das Leipziger Liedermacherduo The Fuck Hornisschen Orchestra seine aktuelle CD „Vom Fohlen und Wäldern“: Besser war ein Februarsonntagnachmittag nicht zu verbringen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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