Junge Polizistin übel beleidigt

Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg musste sich ein 21-Jähriger aus Bad Laasphe nicht nur wegen einer Trunkenheitsfahrt auf dem Rad verantworten, sondern auch für ganz schlechtes Benehmen. Foto: Archiv
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bw - Eine junge Polizistin ist ganz sicher viele negative Sprüche gewohnt. Was sich jedoch eine 24-jährige Beamtin der Berleburger Wache am späten Abend des 2. Oktobers in Bad Laasphe so alles anhören musste, das gehörte bereits „in die unterste Schublade“, befand Richter Torsten Hoffmann , als es vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg in der Verhandlung um jenen Fall ging.

Nicht nur für sein schlechtes Benehmen musste sich ein 21-Jähriger Laaspher verantworten. Auslöser des Ganzen war vielmehr eine Trunkenheitsfahrt auf dem Rad. Der gelernte Koch war mit seinem Drahtesel auf der Lahnstraße unterwegs – allerdings kurz vor Mitternacht ohne Licht. Für die Polizei ein guter Grund, sich den Radler mal genauer anzuschauen. Schnell war klar: Der junge Mann hatte ordentlich getrunken – die spätere Blutprobe sollte 1,83 Promille ergeben. Doch bis es zu dieser auf der Polizeiwache überhaupt erst kommen konnte, musste der 21-Jährige erstmal dahin befördert werden. Mit auf die Wache fahren, das wollte der junge Mann partout nicht. Er wehrte sich mit Händen und Füßen, die Polizistin erlitt dabei eine leichte Schürfwunde an der Hand. Erst am Boden liegend und mit Handfesseln fixiert, habe er sich beruhigt, erinnerte sich der 38-jährige Kollege der jungen Polizistin.

Statt auf Handgreiflichkeiten setzte der 21-Jährige aber auf Beleidigungen, die unter die Gürtellinie gingen. So musste sich die 24-jährige Polizistin deutliche sexuelle Anspielungen anhören. Für Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel gingen die Sprüche über alles hinaus, „was sich eine junge Polizistin ohnehin an Beleidigungen gefallen lassen muss“. Auch am Dienstag gab es vom Angeklagten keine Entschuldigung an die junge Polizistin – und das, obwohl ihm Richter Torsten Hoffmann per Nachfrage noch eine Brücke gebaut hatte.

So wurde es etwas teurer für ihn. Richter Torsten Hoffmann folgte dem Antrag von Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel und verurteilte den Bad Laaspher zu einer empfindlichen Geldstrafe von 85 Tagessätzen zu 40 Euro – also insgesamt 3400 Euro. Dieses Urteil akzeptierte auch der 21-Jährige.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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