Bauernregeln für diesen Monat
Juniregen bringt keinen Segen

Regen im Juni ist für die Weinlese nicht förderlich. Diese Bauernregel wird von Experten bestätigt.
  • Regen im Juni ist für die Weinlese nicht förderlich. Diese Bauernregel wird von Experten bestätigt.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sp Siegen. Mit den Bauernweisheiten ist das so eine Sache. Carsten Beyer von Meteo Siegerland ist eher skeptisch: „Für mich hält sich das Wetter nicht an Bauernregeln.“ Besonders, wenn es darum geht, mit einem gereimten Spruch vorherzusagen, ob in den nächsten Monaten die Sonne scheint oder ob der Winter besonders nass wird, ist Beyer zurückhaltend. Dennoch: Ganz abstreiten will er nicht, dass „da vielleicht was dran ist“. Wie sieht es aus mit der Weisheit „Juni viel Donner, verkündet trüben Sommer“?

Der Wetterexperte kann hier nicht widersprechen: „Wenn der Juni verregnet ist, kann sich das den ganzen Sommer durchziehen.“ Oft gebe es eingefahrene Wetterlagen, beispielsweise bei einem sogenannten Omegahoch. Das wird so bezeichnet, weil dieses große Hochdruckgebiet der Form des griechischen Alphabets ähnelt. Wenn diese Wetterlage eintrete, halte sich das Wetter über mehrere Wochen. „Tiefdruckgebiete haben da keine Chance.“ Ein Omegahoch sei zurzeit aber nicht in Sicht, erklärt Beyer.

"Wenn der Juni verregnet ist, ist das für die Imker sehr schlecht."
Rainer Otto
Pressesprecher Kreisimkerverein Siegerland

Und was ist dran an der Bauernregel „Kalter Juniregen bringt Wein und Honig keinen Segen“? Hier fragte die SZ bei zwei Experten nach. Rainer Otto ist Imker und Pressesprecher des Kreisimkervereins Siegerland. Er sagt: „Ich kenne diese Bauernweisheit nicht, aber das stimmt. Wenn der Juni verregnet ist, ist das für die Imker sehr schlecht.“

Bienen legen in den Sommermonaten einen Vorrat für den Winter an, ab Mitte Juli ist damit Schluss, dann finden die Insekten nicht mehr genug Blüten für die Nahrung. Wenn es im Juni, quasi in der Hochzeit, regnet, bleiben die Tiere in ihren Stöcken und auch die Pflanzen lassen die Köpfe hängen. Von dem Honig, den sie bis dahin oder danach gesammelt haben, ernte der Imker nur so viel, dass die Bienen genug für den Winter hätten, erklärt Otto. Er hält sich also zurück, für den Menschen fällt weniger ab.

Auch für Wein nicht förderlich

Was sagt Wolfgang Narjes, Präsident des Siegerländer Weinkonvents, dazu, dass kalter Juniregen keinen Segen für den Wein bringt? „Das ist so! Im Juni braucht man Trockenheit, damit sich kein Pilz bildet. Die Pflanzen müssen Ruhe haben.“ Kaltes oder nasses Wetter schade den Pflanzen und sorge für eine sogenannte Verrieselung, das bedeutet, dass die Blüten abgestoßen werden. Die Weinlese wird weniger gut.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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