Kaan „heiß wie Frittenfett“

 Hat gegen Bielefeld was vor: Kaans Coach Thorsten Nehrbauer. Foto: Reinhold Becher

geo Siegen. Es ist eine Premiere – und eigentlich spricht auch alles dafür, dass es erst mal dabei bleibt. Heute Abend empfängt Fußball-Westfalenligist 1. FC Kaan-Marienborn den drei Klassen höher angesiedelten Spitzenreiter der 3. Liga, Arminia Bielefeld. Und zwar im Siegener Leimbach-Stadion und nicht etwa im beschaulichen Käner Breitenbachtal. Naturrasen statt Kunstrasen, Flutlicht-Atmosphäre in einem richtigen Stadion statt Training unter „Funzellicht“. Natürlich ist der aktuelle Tabellensiebte der Gruppe 2 der Westfalenliga gegen den Profikader des designierten Zweitligisten von der Bielefelder „Alm“ mehr als krasser Außenseiter. Doch liegt genau in diesem „Armutsfaktor“ auch die klitzekleine Chance, die der „kleine“ 1. FC Kaan gegen die „große“ Arminia beim Schopfe packen möchte.

„Das ist die beste Mannschaft der 3. Liga, dort herrscht gerade riesige Euphorie, aber vielleicht werden sie uns gerade deshalb unterschätzen. Um dann etwas zu erreichen, müssten wir aber auch schon einen Sahnetag erwischen“, meinte Kaan-Trainer Thorsten Nehrbauer gestern bei der Pressekonferenz. Solche Geschichten, wie sie der ehemalige Junioren-Nationalspieler (u. a. Bayer Leverkusen) heute gerne auch mal schreiben möchte, gibt es in den Archiven der Pokal-Wettbewerbe zuhauf. Aktuell könnte man da auch mal bei Werder Bremen nachfragen. Der Bundesligist verlor Anfang des Monats im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen die gleichen Bielefelder, gegen die morgen die Kicker aus Kaan beweisen möchten, dass es in Siegen „noch einen anderen Verein gibt“ (Nehrbauer).

In der Tat müssten die Drittliga-Spieler von Trainer Norbert Meier gar nicht mal die Partie gewinnen, stehen doch die am Ende der Saison besten vier Drittligisten automatisch im DFB-Pokal – da wird Arminia ganz bestimmt dazugehören! Trotzdem müssen die Bielefelder weiter auf drei Hochzeiten tanzen: Liga, DFB-Pokal (am 8. April Viertelfinale gegen Bor. Mönchengladbach) und Westfalenpokal. Deshalb hofft Nehrbauer: „Das ist dann immer ein Stück weit Extra-Arbeit gegen einen unterklassigen Verein im unterklassigen Wettbewerb. Das hat man ja jetzt auch bei Preußen Münster gesehen.“ Das Team des ehemaligen Siegener Trainers Ralf Loose lag letzte Woche vor eigenem Publikum gegen Landesligist (!) BSV Schüren sogar zur Halbzeit 0:1 zurück, um dann am Ende doch noch 4:1 zu gewinnen und ins Halbfinale einzuziehen, wo heute Abend auch Kaan und Bielefeld hin wollen.

Nehrbauer wird auf das 4-2-3-1-System bauen und meinte: „Also wir spielen natürlich nicht mit drei Stürmern, aber hintenrein stellen wollen wir uns auch nicht.“ Vorne soll dann vermutlich der „liebe Gott“ helfen, der aber in diesem Fall auf einen eher irdischen, vulgo: Niederdielfener, Namen hört: denn zumindest in der Westfalenliga sind die gefährlichen Standards von Mats-Lukas Scheld weithin bekannt. In Ostwestfalen dagegen eher noch nicht. Torjäger Michael Kügler, der nach seiner Einwechslung am Sonntag das 1:0-Siegtor in Mengede in der letzten Minute erzielte, ist konditionell noch nicht so weit, von Anfang an mitzuwirken. „Wir brauchen heute Spieler, die nervig sein wollen und bereit sind, auch 25 mal umsonst zu rennen.“

Übrigens fehlt auch bei Bielefeld der Torjäger: Fabian Klos (19 Tore) schied am Samstag beim 3:2 gegen Hansa Rostock mit Oberschenkelproblemen aus und wird heute geschont. Für ihn dürfte der holländische Winter-Neuzugang Koen van der Biezen (vormals Karlsruher SC) auflaufen. Der lange verletzten Innenverteidiger Manuel Hornig (Kreuzbandriss) könnte vor einem Comeback stehen. Julian Börner (muskuläre Probleme) fehlt ebenso wie Pascal Tesroet (Rote Karte). Im Tor steht Jarno Peters, der den im Pokalspiel gegen Bremen verletzten Alexander Schwolow vertreten dürfte. Ach ja: auch Kaan tauscht im Pokal den Torwart. Für Patrick Stock, den Nehrbauer jetzt in der Liga einsetzt, kommt Dominique Nowak wieder zum Einsatz. Manchmal sind die Unterscheide zischen den „Großen“ und den „Kleinen“ also gar nicht so groß.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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