„Kärmetze“ wieder mit Glasbier?

Künftig soll es auf der Wendener Kirmes wieder Getränke in Gläsern geben. Foto: Gemeinde Wenden

hobö - In der Sitzung des Wendener Gemeinderats am Mittwochabend standen viele bedeutsame Themen auf der Tagesordnung. Im nichtöffentlichen Teil aber folgte eine kurze Information von Bürgermeister Bernd Clemens, die insbesondere für die zahlreichen Anhänger der Wendener Kirmes fast noch wichtiger erscheint. Er versucht nämlich, das Glasbier zur „Kärmetze“ zurückzuholen.

Im Jahr 2001 gab es eine Zäsur in der langen Historie der Wendener Kirmes. Von da an durfte an den zahlreichen Rondells und anderen Getränkeständen der Gerstensaft sowie die anderen Getränke nur noch in Plastikbechern an die jährlich rund 300 000 Besucher ausgegeben werden. Da seinerzeit zu viele Gläser zerbrachen, keimten angesichts der zahllosen Scherben auf den Straßen und Plätzen große Sicherheitsbedenken auf. Speziell rund um den Marktplatz gab es Probleme, da dort eine besonders hohe Dichte an Getränkeständen besteht und die Bergstraße damals noch mit einem Pflastersteinbelag samt großen Fugen versehen war. In diesen verkeilten sich die Scherben und standen teils senkrecht nach oben – einhergehend mit einem hohem Verletzungsrisiko.

 Daraufhin wurde der ungeliebte, wenn nicht gar verhasste Plastikbecher bei der „Wendschen Kärmetze“ eingeführt und sorgte für viel Verdruss vor allem bei den eingefleischten Kirmesbesuchern, die bekanntlich gerne das eine oder andere Bierchen während ihrer geliebten dreitägigen Veranstaltung konsumieren. Viele wollen ihren Kehlen das „Plastikbier“ jedenfalls nicht kredenzen und trinken die „kühlen Blonden“ ausschließlich in Kneipen, wo nämlich der Ausschank in Gläsern weiterhin erlaubt ist. „Das Auge trinkt mit“, formulierte unlängst einer dieser Zeitgenossen einen weiteren Grund für den Genuss des Glasbiers in den Gaststätten.

Bürgermeister Bernd Clemens wollte nicht, dass seine Initiative pro Glasbier jetzt schon in die Öffentlichkeit gerät. Denn noch ist nichts in trockenen Tüchern. Und eine geweckte Vorfreude letztlich doch nicht zu befriedigen, kann zuweilen zum politischen Bumerang werden. Daher informierte der neue Verwaltungschef den Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung.

Die Recherchen der SZ ergaben, dass jetzt die konkreten Gespräche unter anderem mit der Polizei anlaufen. Die Chancen für ein „Zurück zum Glasbier“ stehen dem Vernehmen nach nicht schlecht.  Bleibt also abzuwarten, ob 2016 ein frohes neues Jahr für die vielen wendschen „Goldkehlchen“ wird…

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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