Kreisfeuerwehrverband solidarisiert sich mit DFV-Präsidenten
Kameraden stehen hinter Hartmut Ziebs

Hartmut Ziebs (l.) beim Krombacher Feuerwehr-Jubiläum 2015 an der Seite der ehemaligen Kreisbrandmeister Armin Setzer und Gerhard Müller.
  • Hartmut Ziebs (l.) beim Krombacher Feuerwehr-Jubiläum 2015 an der Seite der ehemaligen Kreisbrandmeister Armin Setzer und Gerhard Müller.
  • Foto: Björn Hadem
  • hochgeladen von Daniel Benfer (Redakteur)

bjö Siegen/Bad Berleburg. In der bundesweit geführten Diskussion um die geforderte Abwahl von Hartmut Ziebs als Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) solidarisiert sich nun auch der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands Siegen-Wittgenstein mit dem obersten Repräsentanten aller 1,3 Millionen Feuerwehrleute in der Bundesrepublik.

Vertrauen und Unterstützung für Hartmut Ziebs

In einer am Mittwoch veröffentlichten Presseinformation spricht der Verband im Namen von über 5000 Mitgliedern der Feuerwehren im Kreis Siegen-Wittgenstein dem DFV-Präsidenten Hartmut Ziebs „sein vollstes Vertrauen aus und sichert ihm alle nur erdenkliche Unterstützung im Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut und politische Unterwanderung in den Feuerwehren zu“. Weiterhin fordert der Vorstand – Kreisbrandmeister und Verbandsvorsitzender Bernd Schneider sowie seine beiden stv. Vorsitzenden Ralf Schneider und Klaus Langenberg als Unterzeichner – von den „fünf ,geistigen Brandstiftern‘“ in der Führungsetage des Deutschen Feuerwehrverbands „unverzüglich eigene Konsequenzen und Schadensminderung“.

Positionierung gegen rechtsextremistische Tendenzen

Damit gemeint sind fünf von sieben Vizepräsidenten des DFV, die in einer Sondersitzung des Präsidiums vergangene Woche in Fulda dem amtierenden Präsidenten das Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit entzogen hatten. Eine konkrete Begründung dafür haben sie bis heute nicht geliefert, was der hiesige Feuerwehrverband als „ganz besonders verabscheuungswürdig“ verurteilt. Damit hätten sie Tür und Tor für öffentliche Spekulationen geöffnet – insbesondere in den sozialen Medien.
Vor diesem Hintergrund haben sich in der öffentlichen Einschätzung sowie bei Hartmut Ziebs selbst die Vermutungen verdichtet, dass die geplante Entmachtung des aus Schwelm stammenden Präsidenten mit dessen offener Positionierung gegen rechtsextremistische Tendenzen zu tun hat. Auch aus seiner Ablehnung gegen die AfD macht der nämlich keinen Hehl und äußerte selbst: „Die teilweise rechtsnationalen Tendenzen bei der AfD sind eine Gefahr für die Demokratie. Es wäre dramatisch, wenn die Feuerwehr da reinrutscht.“ Viel diskutiert wurde zudem, dass mit Dr. Müjgan Percin eine Frau mit Migrationshintergrund die Geschicke als Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Feuerwehrverbandes leitet.

Lob für Ziebs’ Offenheit und Geradlinigkeit

Mit Hartmut Ziebs verbinden die Feuerwehrleute des hiesigen Kreisfeuerwehrverbands nicht nur dessen Wirken als einstiger Vize- und jetzt Präsident des DFV, sondern auch als Bezirksbrandmeister für den Regierungsbezirk Arnsberg in den Jahren von 2002 bis 2015. Sowohl der amtierende Regierungspräsident als auch fünf seiner Vorgänger solidarisieren sich ausdrücklich mit Ziebs.
In hiesigen Feuerwehrkreisen ist immer wieder von Ziebs’ Offenheit und Geradlinigkeit in seiner Führungsverantwortung die Rede, aber auch von seinem guten Kontakt zur „Basis“ sowie von seinem Mut, Unbequemes anzusprechen. Kreisbrandmeister Bernd Schneider, der enge Kontakte zu Hartmut Ziebs pflegt, über die möglichen Gründe der Rücktrittsforderung der fünf Vizepräsidenten: „Wir können uns hier nur auf das verlassen, was Hartmut uns erzählt hat. Aus meinem Blickwinkel hat er sich nichts zu schulden kommen lassen. Vielleicht war es dem Einen oder Anderen jedoch zu forsch, wie er versucht hat, die Feuerwehr ein klein wenig moderner zu gestalten und weltoffener zu machen.“

Auch NRW-Verband der Feuerwehren positioniert sich

Bernd Schneider ist zugleich stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Feuerwehren (VdF) in NRW, der Mittwochvormittag ebenfalls eine Stellungnahme zur Causa Ziebs veröffentlichte. Darin schreibt er, der DFV sei mit dem Vertrauensentzug durch fünf Vizepräsidenten in die „schwerste Krise seit Jahrzehnten“ gestürzt worden. Die Spekulationen angesichts einer noch fehlenden Begründung hätten die Person des Präsidenten „in unkameradschaftlicher Weise demontiert“, das Amt und der Verband in Gänze hätten „erheblichen Schaden gelitten“.

Solidarität mit Ziebs in sozialen Netzwerken

Der Verband der Feuerwehren in NRW stellte klar: „Keine politische Partei wird unsere Personal- und Sachentscheidungen beeinflussen.“ Zu Ziebs’ offener Positionierung gegen Rechts erklärt der VdF: „Gefahren oder Problemen mit extremistischem Gedankengut begegnet man nicht durch Leugnen oder Verharmlosen, sondern durch klare Positionierung und beherztes Engagement, wann immer das im Einzelfall erforderlich werden sollte.“
Zahlreiche Feuerwehrleute aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein bekunden seit einer Woche in den sozialen Netzwerken ihre Solidarität mit Hartmut Ziebs – unter anderem mit dem Logo und der Seite „Hartmut – mein Präsident.“ Hartmut Ziebs hat angekündigt, sich am Donnerstag nochmals öffentlich zu den Vorkommnissen zu äußern – übrigens am Tag nach der Beisetzung seiner Mutter. Anfang Dezember findet in Braunschweig eine außerordentliche Sitzung des Präsidialrats des Deutschen Feuerwehrverbandes statt. Spätestens dort müssen die Vizepräsidenten die Gründe für ihr Vorgehen nennen.

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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