SZ-Plus

Wenn virtuelle Welten spürbar werden
Kampf gegen Panik und Süchte

Mithilfe der virtuellen Realität und des Haptik-Anzugs spürt der junge Mann am eigenen Körper das Krabbeln der Spinne.
  • Mithilfe der virtuellen Realität und des Haptik-Anzugs spürt der junge Mann am eigenen Körper das Krabbeln der Spinne.
  • Foto: Universität Siegen
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sz/gro Siegen. Der Blick des Patienten wandert durch den Raum. Das eben noch trostlose Forschungszimmer ist plötzlich zu einem gemütlichen Wohnzimmer geworden. Nachdem er den Raum genauer inspiziert hat, bekommt er die Anweisung, seinen rechten Arm auszustrecken. Kann das sein? Er traut seinen Augen nicht. Auf dem Arm sitzt eine riesige Spinne. Nach einem kurzen Schockmoment fängt er sich schnell wieder. Alles nur optische Illusion, redet der Patient sich ein. Doch dann spürt er ein Kribbeln – die Spinne hat sich in Bewegung gesetzt. Wie ist das möglich?

sz/gro Siegen. Der Blick des Patienten wandert durch den Raum. Das eben noch trostlose Forschungszimmer ist plötzlich zu einem gemütlichen Wohnzimmer geworden. Nachdem er den Raum genauer inspiziert hat, bekommt er die Anweisung, seinen rechten Arm auszustrecken. Kann das sein? Er traut seinen Augen nicht. Auf dem Arm sitzt eine riesige Spinne. Nach einem kurzen Schockmoment fängt er sich schnell wieder. Alles nur optische Illusion, redet der Patient sich ein. Doch dann spürt er ein Kribbeln – die Spinne hat sich in Bewegung gesetzt. Wie ist das möglich?

Mit dem Haptik-Anzug gegen die Angst

Klaustrophobie, Nikotinsucht oder Angst vor Spinnen: Mithilfe von virtueller Realität und einem besonderen Haptik-Anzug arbeiten Forschende der Universität Siegen an neuen Therapieformen im Bereich von Angststörungen und Suchterkrankungen. Die virtuellen Welten werden dabei am eigenen Körper spürbar.
Was im ersten Moment nach Science-Fiction klingt, kann schon bald ein Weg sein, die Effizienz von Psychotherapie zu steigern. Die besonderen Anzüge sind durch zahlreiche Sensoren und Aktoren in der Lage, virtuelle Objekte und Welten am eigenen Körper spürbar zu machen – egal ob Berührungen, Gegenstände, Regen oder Wind. „Durch den Teslasuit können störungsrelevante Situationen, zum Beispiel Enge bei Klaustrophobie, simuliert werden. Patienten können unter therapeutischer Anleitung lernen, spezifische Befürchtungen zu überprüfen und Situationen nicht länger zu meiden“, erklärt Dr. Kati Roesmann, die zusammen mit Dr. Alla Machulska und einigen Nachwuchswissenschaftlern an dem Forschungsprojekt arbeitet, in einer Pressemitteilung der Universität Siegen.

Wie eine Zigarette zwischen den Fingern

Neben Angststörungen werden auch spezielle Süchte wie die Nikotinsucht untersucht. Die Haptik-Anzüge können unter anderem das Gefühl einer Zigarette zwischen den Fingern vortäuschen. Dieses wird durch Vibration, Wärme und Widerstand erzeugt. Die speziellen Anzüge wurden durch Fördermittel der Fakultät II der Universität Siegen erworben. Bereits seit August hat die Professur Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf ihre Forschungen im Bereich „Virtual Reality“ und „Augmented Reality“ mit Gründung der Arbeitsgruppe „Medic@I XR Siegen“ gebündelt. Das Ziel der Forschungsgruppe, welche von Dr. Armin Grünewald geleitet wird, ist es weiterhin, innovative Lösungen im Bereich der Psychotherapie zu entwickeln.

Projekte dienen empirischer Überprüfung

Inwiefern diese neuen Technologien eine Zukunft haben, soll in verschiedenen Projekten empirisch überprüft werden, damit diese schon bald dazu beitragen können, psychische Leiden zu lindern.
Vielleicht kann dann in Zukunft mithilfe der virtuellen Realität eine große, angsteinflößende Spinne doch ganz harmlos erscheinen und der Raucher nach 20 Jahren endlich von seiner Sucht befreit werden. Wer benötigt dann noch die altbekannte Therapeuten-Couch?

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen