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Verschärfte Regeln für Shisha-Bars in NRW
Kampf gegen unsichtbares Kohlenmonoxid

„Hier kann man die Kohlenmonoxid-Konzentration im Raum ablesen. Wenn sie zu hoch ist, geht sofort der Alarm los“, erklärt der Angestellte Joel Adler.
  • „Hier kann man die Kohlenmonoxid-Konzentration im Raum ablesen. Wenn sie zu hoch ist, geht sofort der Alarm los“, erklärt der Angestellte Joel Adler.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

ap Siegen. Laute Musik, leises Blubbern im Hintergrund. Dichter Rauch steigt nach oben – oft als Wolke, manchmal auch in Ringen. Während kleine Kohlewürfel glutrot aufglimmen, mischt sich in der Shisha-Bar der Duft von Wassermelone mit einem Hauch von Apfel. Inmitten dieser fruchtig-süßen Wasserdampfwölkchen lauert jedoch eine stille Gefahr: „Bei einem unvollständigen Verbrennungsprozess, wie beispielsweise bei einem glimmenden Stück Kohle einer Wasserpfeife, wird besonders viel Kohlenmonoxid freigesetzt“, erklärt Dr. Holger Neumann vom Siegener St.-Marien-Krankenhaus.Demnach sei das Risiko für eine Kohlenmonoxid-Vergiftung in den beliebten Shisha-Bars besonders hoch. „Das gefährliche an einer Vergiftung ist, dass CO ein unsichtbares Gas ist, das von uns Menschen meist nicht bemerkt wird.

ap Siegen. Laute Musik, leises Blubbern im Hintergrund. Dichter Rauch steigt nach oben – oft als Wolke, manchmal auch in Ringen. Während kleine Kohlewürfel glutrot aufglimmen, mischt sich in der Shisha-Bar der Duft von Wassermelone mit einem Hauch von Apfel. Inmitten dieser fruchtig-süßen Wasserdampfwölkchen lauert jedoch eine stille Gefahr: „Bei einem unvollständigen Verbrennungsprozess, wie beispielsweise bei einem glimmenden Stück Kohle einer Wasserpfeife, wird besonders viel Kohlenmonoxid freigesetzt“, erklärt Dr. Holger Neumann vom Siegener St.-Marien-Krankenhaus.Demnach sei das Risiko für eine Kohlenmonoxid-Vergiftung in den beliebten Shisha-Bars besonders hoch. „Das gefährliche an einer Vergiftung ist, dass CO ein unsichtbares Gas ist, das von uns Menschen meist nicht bemerkt wird. Bereits geringste Konzentrationen könnten zu Übelkeit, Müdigkeit und Bewusstseinsverlust führen. Meist sind die Symptome aber schwer erkennbar“, warnt der leitende Arzt in der zentralen Notaufnahme. „Es vertreibt den Sauerstoff aus unserem Blut und kann sogar zum Tod führen“, so der Experte weiter.

Verschärfte Regeln für Betreiber

Um Gäste und Angestellte von Shisha-Bars vor einer akuten Intoxikation zu schützen, gibt es seit dem 25. September in NRW verschärfte Regeln für die Betreiber. Sie sind fortan dazu verpflichtet, hochwirksame Lüftungsanlagen einzubauen, Warnschilder am Eingang zu platzieren und Kohlenmonoxid-Warngeräte in sämtlichen Räumen – vom Thekenbereich über die Flure bis hin zu den Toiletten – anzubringen.Während diese Information noch nicht zu allen Shisha-Bars der Region vorgedrungen ist, fühlt sich ein Siegener Betreiber bestens vorbereitet. „Die neue Regelungen sind für uns kein Problem“, sagt Özcan Yildiran zuversichtlich. „Wir haben acht Warnmelder in unseren Gasträumen hängen. Auf unseren Toiletten noch nachzurüsten ist schnell gemacht. Das ist eine Sache von einer Minute“, erklärt der Inhaber der Mirror Cocktail Lounge an der Hindenburgstraße.

"Um 20 Uhr sind die Straßen leer"

In Sachen Lüftung bedürfe es keiner Nachbesserung. „Unsere Lüftungsanlagen arbeiten mit Zu- und Abluft und haben sogar einen Virenfilter“, erklärt der 37-Jährige während er auf die vielen Schlitze in der Decke zeigt.Er hofft, dass sich diese Investition gelohnt hat. „Die Leute kommen im Moment wegen Corona nicht“, sagt Yildiran besorgt. Dabei gebe es Einwegschläuche für jeden Gast, über 150 leckere Cocktails und einen Pavillon habe er für den Herbst auch schon beantragt.
„Um 20 Uhr sind die Straßen leer. Wir stehen dann draußen, schauen in die genauso verzweifelten Gesichter unserer Nachbarn und hoffen alle, dass sich das bald wieder ändern wird.“

Autor:

Alexandra Pfeifer

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