Oranienstadt feiert 675. Geburtstag (mit Video)
"Kampf um Dillenburg"

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kay Dillenburg. Es darf gefeiert werden! 675 Jahre ist es her, als Dillenburg im Jahre 1344 von Kaiser Ludwig dem Bayer die Stadtrechte verliehen wurden. Eine lange und bewegte Geschichte, an die im Jubiläumsjahr der Oranienstadt mit einer Vielzahl von Veranstaltungen erinnert wird. Am Himmelfahrtswochenende erlebte der Schlossberg im Rahmen der Feierlichkeiten einen großen Besucheransturm. Es lockten Feldlager und ein historischer Markt auf das Areal rund um den weithin sichtbaren Wilhelmsturm. Gut 200 Darsteller aus ganz Europa gewann der Veranstalter, die Stadt Dillenburg, der die Veranstaltung gemeinschaftlich mit der Projektgruppe „Leben im 18. Jahrhundert“ des Dillenburger Museumsvereins e.V. ausrichtete, dafür, nach Dillenburg zu kommen.

Festbesucher gingen auf Zeitreise

Die Festbesucher fühlten sich an diesem Wochenende in längst vergangene Zeiten zurückversetzt. Überall waren zeitgemäß gewandete Personen zu sehen, die die Aktivitäten rund um den Schloßberg darstellten, wie es anno dazumal gewesen sein könnte. Eine Militärpatrouille unterwegs in den Dillenburger Wäldern, eine Bootstaufe, Exerzier- und Artillerieübungen, ein Straßengefecht, die Darstellung der Schlossbeschießung von 1760, der Bauernaufstand sowie Vorführungen militärischer Strafmaßnahmen und vieles mehr waren nur ein Teil der Aktionen.

Darstellung der Gefechte als Höhepunkt

Als zwei der Höhepunkte kann man sicherlich die Darstellung der Gefechte in der Wilhelmstraße und dem angrenzenden Hofgarten sowie die Erstürmung und Übergabe der Festung bezeichnen. Ohrenbetäubend war der Lärm, als die kämpfenden Truppen sich gegenüberstanden und wechselseitig ihre Büchsen abfeuerten. 

Die Schaulustigen erlebten den Kanonendonner hautnah, überall lag Pulverdampf in der Luft. Die Mitglieder des Infanterieregimentes No.3 Oranien-Nassau, als Teil der Arbeitsgruppe „Leben im 18. Jahrhundert“, stellten die Ereignisse, zusammen mit ihren befreundeten Historiendarstellern, par excellence dar. Auch wenn das „Drehbuch“ nicht immer historisch völlig exakt war, so war es dennoch ein für die Besucher spannendes und unterhaltsames Spektakel.

Einziger Wermutstropfen: Waren am Samstag noch einige Hundert Zuschauer bei den Vorführungen anwesend, so konnten sich zu der sonntäglichen Veranstaltung, in die die Protagonisten sichtlich viel Herzblut gesteckt haben, nur eine sehr überschaubare Anzahl an Zuschauern dazu aufraffen, den Weg auf den Schloßberg anzutreten.

Zur Geschichte

Über Jahrhunderte galt die Dillenburg als uneinnehmbar. Im 12. Jahrhundert von den Grafen von Laurenburg-Nassau erbaut, entwickelte sich die kleine Burg nach ihrer Zerstörung in der sogenannten Dernbacher Fehde (1325) zu einer mächtigen Festungsanlage. Die größte Ausdehnung erreichte das Schloss im 18. Jahrhundert. Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) besetzten 1759 hannoversche Truppen unter Hauptmann von Düring das Schloss. Ende Juni 1760 belagerte französisches Militär die Dillenburg und setzte dabei schweres Geschütz ein. Am 13. Juli gelang es den Franzosen, das Schloss in Brand zu schießen. Da die Situation aussichtslos war und die Munitionsvorräte zur Neige gingen, kapitulierte von Düring zwei Tage später. Nach diesen verhängnisvollen Julitagen hielten die Franzosen das Schloss über zwei Jahre besetzt. Von den gewaltigen Dimensionen der Festung zeugt die noch hervorragend erhaltene über 20 Meter hohe Mauer zur Stadtseite hin.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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