Kapazität soll beschränkt bleiben

Die Zahl der Plätze der geplanten Unterkunft auf dem Stegskopf soll nach dem Willen der Daadener Politik auf 1500 begrenzt bleiben. Archivfoto: damo
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damo - Die geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Stegskopf wirft ihre Schatten voraus: Mittwochabend wird die Öffentlichkeit aus erster Hand über die Pläne der Landesregierung informiert. Allerdings: Entschieden werden soll nicht nur in Mainz – auch die Kommunalpolitik will eingebunden werden. Genau deshalb hat sich am Montagabend der Verbandsgemeinderat Daaden zu einer informellen Sitzung getroffen: Hinter verschlossenen Türen haben die Fraktionen über die angedachte Nutzung des ehemaligen Lagerbereichs diskutiert. Nach Aussage von Bürgermeister Wolfgang Schneider stand am Ende eines dreistündigen Gedankenaustauschs eine einhellige Position: Geht es nach der Verbandsgemeinde, dann soll die Kapazität der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung auf 1500 Plätze gedeckelt werden.

Schneider betonte auf Nachfrage der SZ, dass „natürlich jeder helfen will – aber die Beanspruchung darf nicht überhand-nehmen“. Soll heißen: In der aktuellen Situation wollen sich auch die Menschen im Daadener Land einbringen – ohne dabei aber in einem unzumutbaren Maß überlastet zu werden. Und genau diese Befürchtung besteht offenbar, wenn von 4000 bis 5000 Plätzen die Rede ist.

Schneider erklärt das vor allem mit dem immensen organisatorischen Aufwand, der mit einer derart großen Flüchtlingsunterkunft einhergehe. Mit Blick auf ehrenamtliche Helfer, z. B. aus Reihen des Roten Kreuzes, aber auch auf hauptamtliche Kräfte wie Polizisten oder Ärzte, warnt Schneider namens des VG-Rats davor, „die Menschen zu überfordern“. Denn das könne leicht dazu führen, das Klima der Hilfsbereitschaft zu gefährden.

„Schon 1500 Menschen vernünftig unterzubringen und zu versorgen, wird eine Herkulesaufgabe“, gibt Schneider die Einschätzung des VG-Rats wieder und verweist zum Beispiel auf die medizinische Versorgung. „Wo kommen die Ärzte her? Wir haben sie schließlich hier nicht in so großer Fülle.“ Ähnliches gelte für den Polizeidienst oder die Feuerwehr: „Wo sind die zusätzlichen Kräfte, auf die man jetzt zugreifen könnte?“

Nicht zuletzt hat der Rat auch die Situation der Flüchtlinge im Blick – die fernab von der Zivilisation auf einem Areal landen werden, das in weiten Teilen nach wie vor Tabuzone ist. De facto ist nur für das eigentliche Lager und die Zufahrtsstraßen das strikte Betretungsverbot aufgehoben – auf alle anderen Teile des früheren Truppenübungsplatzes darf wegen der Gefahr, die von militärischen Altlasten ausgeht, kein Fuß gesetzt werden. Auch das werfe die Frage nach der „Zumutbarkeit für ankommende Menschen in ihrer Not“ auf, skizzierte Schneider eine Überlegung aus der Ratsdiskussion. Daniel Montanus

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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