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Corona bremst auch Sicherheitsdienste aus
Kater- statt Partystimmung

Tausende von Besuchern strömen eigentlich Jahr für Jahr zum Siegener Stadtfest. Das ruft eigentlich auch die Sicherheitsdienste auf den Plan. Eigentlich. In Pandemie-Zeiten ist an solche Szenen nicht zu denken.
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  • Tausende von Besuchern strömen eigentlich Jahr für Jahr zum Siegener Stadtfest. Das ruft eigentlich auch die Sicherheitsdienste auf den Plan. Eigentlich. In Pandemie-Zeiten ist an solche Szenen nicht zu denken.
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rege Siegen. Ein Jahr ohne Stadtfeste, ohne Konzerte, ohne Schützenfeste, ohne Kirmessen, ohne Weihnachtsmärkte, ohne Disco – für viele Menschen eine Zeit des Verzichts auf Events, die man liebt, und auf Menschen, die man liebt und bei eben diesen Großveranstaltungen trifft. Das Fehlen der Happenings lässt die sozialen Kontakte vermissen, das gesellige Beisammensein und die Fröhlichkeit bleiben auf der Strecke, die Seele leidet. Was aber nicht leidet, ist das Portemonnaie, denn wie will man auf Events Geld ausgeben, wenn keine stattfinden? Für andere wiederum stellt sich die Frage genau anders herum: Wie will man Geld verdienen, wenn es keine großen Festlichkeiten mehr gibt.

rege Siegen. Ein Jahr ohne Stadtfeste, ohne Konzerte, ohne Schützenfeste, ohne Kirmessen, ohne Weihnachtsmärkte, ohne Disco – für viele Menschen eine Zeit des Verzichts auf Events, die man liebt, und auf Menschen, die man liebt und bei eben diesen Großveranstaltungen trifft. Das Fehlen der Happenings lässt die sozialen Kontakte vermissen, das gesellige Beisammensein und die Fröhlichkeit bleiben auf der Strecke, die Seele leidet. Was aber nicht leidet, ist das Portemonnaie, denn wie will man auf Events Geld ausgeben, wenn keine stattfinden? Für andere wiederum stellt sich die Frage genau anders herum: Wie will man Geld verdienen, wenn es keine großen Festlichkeiten mehr gibt. Neben Schaustellern, Brauereien, Zeltvermietern und Musikern gehören auch die Sicherheitsunternehmen zu den Leidtragenden in diesem Bereich.

Wo also hin mit den Securitymitarbeitern, wenn das Partyleben zum Erliegen gekommen ist? Mit den Zutrittbeschränkungen zu den Supermärkten öffnete sich zwischenzeitlich ein neues Aufgabengebiet, inzwischen sind die Aufpasser bei vielen Discountern und Drogeriemärkten aber längst wieder aus dem Blickfeld verschwunden. Keine leichte Zeit somit für Firmen, die für Sicherheit sorgen und damit Profit erzielen möchten. „Ich zähle mich als Unternehmen nicht zu den Gewinnern der Pandemie“, drückt Stephan Bender, Geschäftsführer des in Niederdielfen ansässigen Sicherheitsunternehmens Bender & Bender Security, es noch recht diplomatisch aus. Vor allem der Wegfall der Events schlage sich in der Bilanz nieder. „Der Veranstaltungsbereich ist auf Null runter gegangen. Damit sind uns im Jahr rund 300 Veranstaltungen weggebrochen. Das führt eher zu einem negativen anstatt zu einem positiven Ergebnis“, schildert Bender den Auftragseinbruch durch das Virus.

Sicherheitspersonal in Supermärkten nur von kurzer Dauer

Diesen habe man durch Einsätze vor bzw. in Supermärkten nur minimal kompensieren können. „Am Anfang wurde dort mehr Sicherheitspersonal benötigt, das war aber nur für eine kurze Dauer“, waren die Türsteher-Einsätze für Bender nicht mehr als ein kleines Trostpflaster. Eine Folge der Auftragsflaute: „Die Minijobber mussten ganz extrem zurückfahren“, berichtet der Arbeitgeber, dass die Zahl der Arbeitsplätze im 450-Euro-Bereich mangels Aufträgen reduzieren werden musste. Was trotz Corona blieb, war der Objektschutz, und da gab es laut Bender „keine Veränderungen“.

Konzerte von 60 000 bis 70 000 Zuschauern fallen der Pandemie zum Opfer. Das sind auch Gelder, die den Sicherheitsdiensten fehlen.
  • Konzerte von 60 000 bis 70 000 Zuschauern fallen der Pandemie zum Opfer. Das sind auch Gelder, die den Sicherheitsdiensten fehlen.
  • Foto: Julian Huke
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Auch das in Eiserfeld beheimatete Unternehmen Bewa Protect spürt die Auswirkungen der Pandemie, die Bewa-Unternehmensgruppe trifft Covid-19 allerdings nicht ganz so hart. „Klar haben wir Einbußen, aber insgesamt sind wir gut durch die Krise gekommen. Uns sind Großveranstaltungen wie zum Beispiel Festivals, die von 60 000 bis 70 000 Leuten besucht werden und bei denen wir bis zu 250 Leute im Einsatz haben, weggefallen“, hofft Unternehmensgründer Sven Wunderlich wieder auf andere Zeiten.
Nichtsdestotrotz habe man die schwierige Zeit dank einiger Zusatzaufträge ganz gut meistern können.

Aufträge von Landes- und Bezirksregierung

„Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir die Ausfälle im Veranstaltungsbereich durch Aufträge der Landesregierung und der Bezirksregierung Arnsberg in zentralen Unterbringungseinrichtungen und Jugendherbergen, die für vulnerable Personen kurzfristig geöffnet wurden, und durch den Einstieg in den E-Learning-Bereich einigermaßen kompensieren konnten. Wir haben inzwischen über 1000 Festangestellte und mussten bisher auch keine Stellen abbauen, sondern sind bemüht, die Festangestellten anderweitig unterzubringen, wenn ein Aufgabenbereich wegfällt“, erklärt Wunderlich die gute Krisenbewältigung à la Bewa. Auch beim Personenschutz und beim Objektschutz habe es keine Einbrüche gegeben. „Da lief es alles normal weiter“, so Wunderlich.

Tausende von Besuchern strömen eigentlich Jahr für Jahr zum Siegener Stadtfest. Das ruft eigentlich auch die Sicherheitsdienste auf den Plan. Eigentlich. In Pandemie-Zeiten ist an solche Szenen nicht zu denken.
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Von einem „normal weiter“, sprich einer normalen Auftragslage im Veranstaltungsbereich können die heimischen Sicherheitsdienste momentan nur träumen. „Ich hoffe auf eine gute und positive Zukunft im nächsten Jahr. Wir verlieren die Hoffnung nicht“, hat Stephan Bender das Veranstaltungsjahr 2021 eher mehr als weniger abgehakt. Was bleibt, ist die Aussicht, dass es 2022 endlich wieder heißt: „O zapft is“, auf geht’s zur Vogelstange und Bühne frei „Hörgerät“ & Co.

Umsätze waren 2019 um 63,6 Prozent höher als 2009 Ohne Corona hätte das Jahr 2020 für die Unternehmen im Bereich „Wachdienste, Sicherheitsdienste und Detekteien” wieder ein neues Rekordjahr werden können, nachdem die Umsätze in den vorherigen Jahren nur eine Richtung kannten, die nach oben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt mitteilt, erzielten die 1202 in NRW in diesem Bereich ansässigen Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2,9 Milliarden Euro. Das waren 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und sogar 63,6 Prozent mehr als 2009. Die höchste Umsatzsteigerung erzielte dabei der Wirtschaftszweig „Sicherheitsdienste mithilfe von Überwachungs- und Alarmsystemen”: Die Umsätze haben sich hier gegenüber dem Jahr 2009 (14,3 Millionen Euro) auf 128,6 Millionen Euro im Jahr 2019 versiebenfacht (+ 801,0 Prozent). Die Zahl der Unternehmen stieg in diesem Bereich im gleichen Zeitraum von 25 auf 175. Bei den privaten Wach- und Sicherheitsdiensten erhöhte sich der Umsatz von etwa 1,7 Milliarden Euro (2009) um 59,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro (2019). Die Zahl der Unternehmen war dabei mit 772 um sechs niedriger als 2009. Der Umsatz von Detekteien stieg gegenüber 2009 (49,9 Millionen Euro) um 12,5 Prozent auf 56,1 Millionen Euro.
Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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