Kaum jemand möchte öffnen

Die meisten Lebensmittelläden in der Region werden an Heiligabend wohl geschlossen bleiben. Symbolfoto: Archiv
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mir   - Viele Geschäftstreibende in Nordrhein-Westfalen stehen in diesem Jahr vor einer kniffligen Entscheidung. Heiligabend fällt auf einen Sonntag – außerdem ist an diesem Tag auch noch der vierte Advent. Supermärkte in NRW dürfen laut Gesetz von 10 bis 14 Uhr öffnen. Grundsätzlich dürfen aber nur Geschäfte aufmachen, die Artikel für den täglichen Bedarf anbieten, also neben Lebensmittelmärkten auch Bäckereien. Und auch Weihnachtsbaumverkaufsstellen, dazu Blumenläden. Im Oktober und November hatte es noch den Anschein, als ob etliche Läden Heiligabend öffnen wollten. Kritiker brachten sich damals bereits argumentativ in Stellung, es drohte eine Spaltung der Republik auch in dieser beinahe alltäglichen Frage. Mittlerweile ist aus dem scharfen Nordwind ein laues Lüftchen aus Südwest geworden, um nach den Wetterkapriolen vom Wochenende im Bild zu bleiben. Heißt: Ganz wenige Lebensmittelläden werden an Heiligabend öffnen.

Den Trend vorgegeben haben wieder einmal die Großen der Branche, diesmal in Gestalt der bekannten Discounter: „Wir haben früh entschieden, an Heiligabend bleiben unsere Märkte zu. Wir wollen bewusst familienfreundlich sein gegenüber unseren Mitarbeitern“, äußerte sich ein leitender Mitarbeiter von Aldi Nord, Zentrale Bad Laasphe. Bei der Lidl-Regionalgesellschaft Siegen mit dem Logistikzentrum in Burbach hieß es nur kurz und knapp: „Alle 76 Filialen bleiben an dem Tag geschlossen.“ Ein weiterer Branchen-Primus in der Region, die Friedhelm Dornseifer GmbH aus Hünsborn, wird ihre Frischemärkte ebenfalls an dem Feiertag geschlossen halten.

Bei der Rewe Group gelten unterschiedliche Grundsätze: Die filialisierten Märkte werden alle geschlossen bleiben, „aber die uns angeschlossenen selbstständigen Kaufleute können eigenständig entscheiden, was sie tun wollen“, hieß es aus der Konzernzentrale. Ähnlich gestaltet sich das Prozedere um die Heiligabend-Öffnung bei Edeka: Die angeschlossenen Einzelhändler entscheiden selbst: „Es gibt keine generelle Aussage dazu, aber es zeichnet sich auch bei den Selbstständigen die Tendenz ab, nicht zu öffnen“, erklärte ein Edeka-Sprecher. So hat der in Weidenau ansässige Edeka-Markt Haupt seine Kunden per Aushang bereits über die Schließung informiert.

Zu Edeka gehört auch Kaufmann Peter Schuh aus der Siegener Nordstraße. Über viele Jahre hinweg öffnete er jeden Sonntagvormittag sein Lebensmittelgeschäft, seine Stammkunden standen Schlange für Brötchen, Wurst und Käse zum späten Brunchen. Bis die „Allianz für den freien Sonntag“ mehrfach Druck auf die Stadt Siegen ausübte und der Sonntagsverkauf schließlich eingestellt wurde – 50 Meter entfernt werden in einer Tankstelle weiterhin Sonntagsbrötchen angeboten. Am Montagmittag traf die SZ Peter Schuh in seinem Laden. Der mittlerweile 73-Jährige hat sich noch nicht festgelegt, ob er Heiligabend öffnen wird. „Wenn es allein nach mir gehen würde, dann ja. Aber wir werden als Familie entscheiden.“

An Heiligabend dürfen die Bäcker öffnen, keine Frage. Aber werden sie es tun? Der Obermeister der Bäcker-Innung Westfalen-Süd, Georg Sangermann (Olpe), hat dazu eine glasklare Meinung: „Wir haben früh entschieden, nicht zu öffnen. Alle Mitarbeiter freuen sich darüber. Und der Chef natürlich auch.“ Aber: Die Bäcker-Zunft im südlichen Westfalen ist seinen Worten zufolge in der Frage gespalten. Es gebe Kollegen, die warteten noch ab, ob die angeschlossenen Supermärkte öffneten oder nicht. Sangermann: „Ja, es gibt Kollegen, die wollen zu Heiligabend backen. Ich selbst finde es besser, wenn sich die Menschen am Samstag davor komplett mit allem eindecken, was sie während der Weihnachtsfesttage brauchen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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