Autofahrer mussten üppige Parkgebühren zahlen
KEG Siegen will in Zukunft bürgerfreundlicher agieren

Autofahrer mussten während der Polizeieinsätze am Parkhaus Heeserstraße in Siegen lange Stunden warten, bis sie mit ihrem Fahrzeug nach Hause fahren konnten. Als dankeschön mussten die Stunden bezahlt werden.
  • Autofahrer mussten während der Polizeieinsätze am Parkhaus Heeserstraße in Siegen lange Stunden warten, bis sie mit ihrem Fahrzeug nach Hause fahren konnten. Als dankeschön mussten die Stunden bezahlt werden.
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  • hochgeladen von Karl-Hermann Schlabach (Redakteur)

kalle Siegen. Es sind schlimme Stunden, wenn Rettungskräfte versuchen müssen, einen Menschen davon abzuhalten, sich das Leben zu nehmen. Alle Hebel werden von Polizei und Feuerwehren in Bewegung gesetzt, wenn ein Mensch im öffentlichen Raum beabsichtigt, einen Suizid zu begehen.
So passiert am 21. Januar und am 19. Februar, jeweils in den frühen Abendstunden, als ein Mädchen vorhatte, vom Dach des Parkhauses an der Heeserstraße zu springen und sich so das Leben zu nehmen. Man spricht dann von „Menschen in einer psychischen Ausnahmesituation“. Die Polizei arbeitet beim Eintreffen einer solcher Nachricht in der Leitstelle einen vorgegebenen Plan ab.
Polizeipressesprecher Michael Zell: „Wir haben natürlich einen Ablaufkalender, der jedoch in jedem Einzelfall angepasst wird.“ Die Polizei schloss bei beiden Suizidversuchen zunächst das gesamte Parkhaus. Das Umfeld rund um Reichwalds Ecke wurde weiträumig abgesperrt.
Wer sein Auto dort abgestellt hatte, dem blieb nichts anderes übrig, als zu warten. Die meisten Menschen zeigten dafür auch jegliches Verständnis. Einige fuhren mit dem Bus nach Hause und holten nach Ende des Polizeieinsatzes ihren Wagen ab. Andere gingen ins Café und warteten stoisch ab. Es ging schließlich um ein Menschenleben, da müssen persönliche Befindlichkeiten zurückstehen. Beim Einsatz am 21. Januar, bei dem die Polizei noch Kollegen eines Spezialeinsatzkommandos aus dem Ruhrgebiet nach Siegen bestellt hatte, war das Parkhaus von 19 bis 22.30 Uhr gesperrt.
Am Dienstag mussten sich die Menschen, die ihren Wagen im Parkhaus stehen hatten, von 20 Uhr bis 22 Uhr damit abfinden, nicht mit dem Auto starten zu können.
Doch in diesem Durcheinander gibt es auch einen Gewinner. Das ist die Kommunale Entwicklungsgesellschaft (KEG) der Stadt Siegen, die die Parkhäuser in Siegen betreut. Denn statt nach einem solchen Einsatz die Schranken für alle zu öffnen, mussten die stundenlang wartenden Autofahrer erst einmal am Parkautomaten zahlen – und das für eine unfreiwillig verlängerte Parkzeit. Der Automat selbst nimmt natürlich keine Rücksicht auf die Situation. Der rechnet die Parkzeit zwischen Einfahrt und Bezahlvorgang wie üblich ab. Und so mussten die Parkhausbenutzer nicht nur stundenlang warten, bis sie mit dem Wagen das Parkhaus verlassen konnten. Zahlen mussten sie für die unfreiwillige Wartezeit ebenfalls.
Der Prokurist der KEG, Stefan Gaden, auf die Praxis angesprochen, zeigte sich von den Vorgängen überrascht. „Davon haben wir noch nichts gehört“, so Gaden. Er zeigte Verständnis dafür, dass die betroffenen Autofahrer über das Vorgehen der KEG nur verzweifelt den Kopf schütteln.
Im Gespräch mit der Siegener Zeitung sagte Gaden, die Autofahrer hätten vor die geschlossene Schranke fahren und dann den Rufknopf betätigen sollen. Dann, so Gaden, hätten die Mitarbeiter die Schranke geöffnet und so die kostenfreie Ausfahrt ermöglicht.
Dass die Autofahrer zunächst an den Parkautomaten gegangen seien, sei nicht nötig gewesen. In Zukunft werde man aber in solchen Ausnahmesituationen und bei technischen Problemen die Schranken öffnen, so Gaden weiter.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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