»Kein Einheitsbrei, aber zusammen«

Siegerländer Christen wollen im Vorfeld des ökumenischen Kirchentags zusammenrücken

sz Siegen. Ob jemand hierzulande katholisch oder evangelisch ist, sieht man ihm oder ihr nicht gerade an der berühmten Nasenspitze an. Dass es aber dennoch feine, aber wesentliche kulturelle Unterschiede in der Religionsausübung gibt, stellen zurzeit acht junge Menschen zwischen 14 und 28 Jahren gemeinsam mit dem katholischen Referenten für Jugendarbeit, Matthias Vitt, und der evangelischen Jugendreferentin Anja Hillebrand vom Kirchenkreis Siegen fest. Anlass dazu bietet die gemeinsame Planung eines ökumenischen Jugendgottesdienstes am 11. Januar, 18 Uhr, in der Martinikirche in Siegen. Der nämlich soll der Auftakt zu einem engeren Miteinander von evangelischen und katholischen Christen in der hiesigen Region sein und zum Kennenlernen für den 28. Mai dienen. Da wiederum will das konfessionell gemischte Kirchenvolk sich zum ersten Mal gemeinsam per geordertem Sonderzug auf den Weg zum Ökumenischen Kirchentag in Berlin machen.

Der Jugendgottesdienst am 11. Januar greift das Thema des Berliner Kirchentages auf: Ihr sollt ein Segen sein! Und »ihr« bedeutet dann eben alle Christen. Bunt und laut darf es beim sorgsam vorbereiteten Jugendgottesdienst in der Siegener Martinikirche zugehen, dafür soll allein schon die Band der Ferndorfer Kirchengemeinde sorgen. »Wir planen, das komplette Kirchenhaus miteinzubeziehen und einen modernen, ansprechenden Gottesdienst gerade für junge Leute zu feiern«, so Hillebrand und Vitt. »Dabei ist uns überraschenderweise klar geworden, wie unterschiedlich unsere Gottesdienstkulturen doch sind. Angefangen bei den Liedern bis hin zur Liturgie erleben wir die eine oder andere Überraschung, was die Formen angeht. Inhaltlich hingegen kommen wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner.« Genauso erleben es der evangelische Superintendent Friedemann Hillnhütter und der katholische Dechant Werner Wegener. Dass die katholische Eucharistiefeier oder das evangelische Abendmahl auch weiterhin - zumindest offiziell - getrennt gehalten werden, stört die einvernehmliche Haltung der Kirchenverantwortlichen herzlich wenig. »Im Herzen sind wir schon weiter als in unseren Köpfen«, vermutet Friedemann Hillnhütter. Das bestätigt auch Dechant Werner Wegener: »Jugendliche, ob katholisch oder evangelisch, sollen ihr Christsein miteinander leben und teilen und ihr Christsein gemeinsam feiern.« Bei allem Einvernehmen wollen die Beteiligten jedoch keinen undifferenzierten Einheitsbrei kochen. »Die Unterschiede sind wir uns schuldig«, meint Hillnhütter, »allerdings machen wir die nicht zum Graben der Trennung, sondern bewahren uns eine positive Streitkultur.« Einen »fairen Streit« über das jeweilige Glaubensbekenntnis befürwortet auch Wegener.

In diesem Sinne soll auch die Fahrt zum ökumenischen Kirchentag vom 28. Mai bis 1. Juni vonstatten gehen. Anja Hillebrand und Matthias Vitt freuen sich schon auf das katholisch-evangelische Abenteuer. »Wir selbst werden etwa 25 Leute mit nach Berlin nehmen. Wenn die Gemeinden noch mobil machen, werden wir insgesamt rund 150 Leute sein.« Untergebracht werden die Teilnehmer in Schulen, Pensionen oder privat organisierten Unterkünften. Ob allerdings viel geschlafen werden kann, ist bei der Vielfalt an Vorträgen, Diskussionsforen und anderweitigen Angeboten fraglich. Oberthemen wie Glauben bezeugen – im Dialog leben, Einheit suchen –, in Vielfalt einander begegnen, Menschenwürde achten – die Freiheit wahren oder Welt gestalten – in Verantwortung handeln, sollen die Beteiligten von Mittwoch bis Sonntag gehörig auf Trab halten. Anmeldeschluss ist am 28. Februar.

Weitere Informationen gibt es bei Anja Hillebrand, Burgstraße 18, 57072 Siegen, Tel. (0271) 5004-292, oder bei Matthias Vitt, Häutebachweg 5, 57072 Siegen, Tel. (0271) 54571

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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