50 Jahre Trödel in Geisweid
Kein Flohmarkt hat solch eine Tradition

Tausende Besucher kommen an neun Samstagen im Jahr zu den Flohmärkten unter der Geisweider HTS. Im Laufe der 50 Jahre hat sich die Veranstaltungsreihe fest etabliert.
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  • Tausende Besucher kommen an neun Samstagen im Jahr zu den Flohmärkten unter der Geisweider HTS. Im Laufe der 50 Jahre hat sich die Veranstaltungsreihe fest etabliert.
  • Foto: Heiner Manderbach
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hema Geisweid. Dieter Endres hat viel zu erzählen, wenn er auf den Geisweider Flohmarkt angesprochen wird. 39 Jahre hat Endres, vor seinem Ruhestand als Verkaufsleiter bei Coca Cola tätig, den von der Werbegemeinschaft Geisweid veranstalteten und über die Grenzen des Siegerlandes bekannten und beliebten Trödelmarkt organisiert. Neben mehreren Umzügen und zahlreichen organisatorischen Herausforderungen hat er den Markt zu dem gemacht, was er heute ist.

Tausende Trödelbegeisterte und 200 Händler

Wenn also, wie am Samstag geschehen, Tausende und vor allem trödelbegeisterte Menschen im Schutz der HTS entlang der rund 200 Händler schlendern, kann sich Dieter Endres stolz auf die eigene Schulter klopfen. Vor einem Jahr hat er die Organisation an seinen Neffen Mario Görög übergeben hat.
Dabei lockte der Markt schon zehn Jahre vor der Organisationsübernahme durch Dieter Endres im Jahr 1979 zahlreiche Siegener nach Geisweid. Inspiriert von einem Flohmarktbummel in Hamburg, veranstalten 1969 einige Geisweider Einzelhändler um Norwin Zöller, Paul Roth, Wolfgang Lingemann, Kurt Mackenbach und Günter Kuntz den ersten Flohmarkt auf dem Geisweider Marktplatz.

Am Anfang gab es ein riesiges Rahmenprogramm

Zu Anfang, so erinnert sich Endres, wurde der Flohmarkt von einem riesigen Rahmenprogramm begleitet: So fanden unter anderem große Gesangswettbewerbe mit bekannten Stars der damaligen Zeit statt. Frank Farian, Marianne Rosenberg und viele andere mehr wetteiferten mit heimischen Akteuren um die Wette. Maximal zwei Flohmärkte wurden pro Jahr veranstaltet, schon bald zog man um, vom Marktplatz ging es in die schmucke, neu geschaffene Fußgängerzone. Mit der Zeit zog die Veranstaltung immer mehr begeisterte Hobbytrödler, Kinder und Feierabendverkäufer an, gleichzeitig kamen aber auch immer mehr professionelle Händler mit Neuware.

Unter Dieter Endres stiegen die Besucherzahlen

Um wieder mehr Ordnung und Flair in den Markt zu bekommen, suchte die Werbegemeinschaft Geisweid einen Organisator, der die Veranstaltung professionell aufziehen sollte. Schnell wurde man in Dieter Endres fündig, der es sich von da an zur Aufgabe machte, den Markt in seiner ursprünglichen Form mit Hobbytrödlern und Kindern zu gestalten und Händler mit Neuware fernzuhalten. In wenigen Jahren gelang es Endres, sowohl Teilnehmer- als auch Besucherzahlen immer weiter wachsen zu lassen.

Markt sollte schon 1984 unter die HTS verlegt werden

Weil der Platz in der Fußgängerzone immer knapper wurde, unternahm man 1984 den ersten Versuch, den Markt unter die HTS zu verlegen. Trotz mehrmaliger Verlegungen des Marktgeschehens entlang der Brücke ließ sich kein für alle Beteiligten zufriedenstellender Standpunkt finden, sodass der Flohmarkt vorerst wieder zurückkehrte ins Zentrum. Der Lärm der Händler, die schon mitten in der Nacht mit dem Aufbau der Stände begannen, rief allerdings irgendwann die Anwohner auf den Plan, die aufgrund der Lärmbelästigung immer stärker gegen den Flohmarkt protestierten. „Damals gab es nur noch zwei Möglichkeiten: Den Flohmarkt wieder unter die HTS verlegen oder ganz abschaffen”, erinnert sich Organisator Endres. Nach einigem Hin und Her setzten sich Stadt Siegen, Thyssen-Krupp, Werbegemeinschaft Geisweid und das Organisationsteam zusammen und fanden eine Lösung:

Umzug im April 1995

Im April 1995 zog der Geisweider Flohmarkt endgültig unter die HTS um. Heute, so Endres, können sich alle Beteiligten glücklich schätzen, diesen Schritt getan zu haben. Mit der Installation von Stromkästen, Verkehrsschildern und letztendlich einem Toilettencontainer hat der Markt mittlerweile ein Niveau erreicht, das in weitem Umkreis ein Beispiel sucht.  Bestätigt wurde das auch durch das Trödel- und Raritätenmagazin Nostalgie Revue, das den Geisweider Flohmarkt 1995 zum schönsten Flohmarkt Deutschlands kürte. Mittlerweile finden in jedem Jahr neun Flohmärkte statt. Von März bis November, außer an Feiertagen immer am 1. Samstag im Monat, ist Geisweid das Mekka der Hobby- und Feierabendverkäufer, die auch ohne Anmeldungen kommen und im Schutz der HTS ihre Waren anbieten können. Bei Wind und Wetter kommen Tausende Besucher, um sich auf die Jagd nach den besten Schnäppchen zu begeben, Tendenz steigend, so die Veranstalter. Unter ihnen auch Dieter Endres, der seit der Übergabe der Organisation an Mario Görög selbst ganz entspannt entlang der Trödelstände schlendern kann.

Tausende Besucher kommen an neun Samstagen im Jahr zu den Flohmärkten unter der Geisweider HTS. Im Laufe der 50 Jahre hat sich die Veranstaltungsreihe fest etabliert.
Dieter Endres (r.) hat den Flohmarkt an seinen Neffen Mario Görög übergeben. Das handgemalte Plakat stammt von Walter Helsper.
Autor:

Heiner Manderbach (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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