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An der Uni Siegen
Kein Freifahrtschein für Prüflinge

Einige Studenten hatten sich zu früh gefreut. Die Lockerung der Prüfungsbestimmungen gilt in Siegen keineswegs in allen Fächern und allen Fakultäten.
  • Einige Studenten hatten sich zu früh gefreut. Die Lockerung der Prüfungsbestimmungen gilt in Siegen keineswegs in allen Fächern und allen Fakultäten.
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ihm Siegen. Das klang in den Ohren vieler Studenten richtig gut: Die Corona-Verordnung für die Hochschulen, die das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im April 2020 erlassen hat, erlaubt „Freiversuche“ bei Prüfungen. Wer also die Klausur oder die mündliche Prüfung in diesem Sommersemester „versemmelt“, darf noch einmal antreten. Der Fehlversuch wird nicht gewertet – so als ob er gar nicht stattgefunden hätte.

Aber die Studenten hatten sich zu früh gefreut. Wie die SZ im Nachgang zu dem Bericht über die Corona-Bestimmungen von Betroffenen erfuhr, gilt die Lockerung der Prüfungsbestimmungen in Siegen keineswegs in allen Fächern und allen Fakultäten. Anders als an den meisten anderen – auch den großen – Universitäten.

ihm Siegen. Das klang in den Ohren vieler Studenten richtig gut: Die Corona-Verordnung für die Hochschulen, die das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im April 2020 erlassen hat, erlaubt „Freiversuche“ bei Prüfungen. Wer also die Klausur oder die mündliche Prüfung in diesem Sommersemester „versemmelt“, darf noch einmal antreten. Der Fehlversuch wird nicht gewertet – so als ob er gar nicht stattgefunden hätte.

Aber die Studenten hatten sich zu früh gefreut. Wie die SZ im Nachgang zu dem Bericht über die Corona-Bestimmungen von Betroffenen erfuhr, gilt die Lockerung der Prüfungsbestimmungen in Siegen keineswegs in allen Fächern und allen Fakultäten. Anders als an den meisten anderen – auch den großen – Universitäten. Siegen ist also deutlich strenger als viele Traditions-Hochschulen.

Siegener Besonderhei

Das liegt, wie Uni-Pressesprecher André Zeppenfeld erklärte, an einer Siegener Besonderheit. „Wir haben keine Rahmenprüfungsordnung in Siegen – anders als wohl die meisten anderen Universitäten.“ Diese hätten in der Rahmenprüfungsordnung die Möglichkeit von Freiversuchen geregelt. Und deswegen wendeten sie nun die Landesverordnung entsprechend an. Da aber in Siegen die einzelnen Fachprüfungsordnungen gälten, könnten nur diejenigen Fächer und Studiengänge Freiversuche ermöglichen, die das in ihrer Prüfungsordnung verankert hätten.

„Das sind nach meiner Kenntnis einige, aber eben bei weitem nicht alle. Ich weiß, dass beim Bachelorstudiengang Chemie zum Beispiel Freiversuche möglich sind“, berichtete Zeppenfeld.

AStA protestiert

Diese Siegener Spezialität hat inzwischen den AStA auf den Plan gerufen. Es gibt eine Petition aus der Studentenschaft und einen offenen Brief des Fachschaftsrats Architektur ans Rektorat. Die Forderung: Die Siegener Studenten ebenso zu behandeln wie die Kommilitonen an anderen Universitäten und sie nicht unter den erschwerten Corona-Bedingungen zusätzlich zu belasten. Der AStA-Vorsitzende Alexander Steltenkamp wirft dem Rektorat vor, die Forderungen der Studenten zu ignorieren: „Dies ist eine nicht zu akzeptierende Ungerechtigkeit gegenüber den Studierenden anderer Universitäten in NRW. Die überwiegend digitale Lehre ist schon eine extreme Bürde, denn nicht immer sind nötige Geräte vorhanden. Daher müssen Studierende oft viel mehr als üblich nach arbeiten. Die derzeitige Haltung des Rektorats ist unfair und benachteiligt Studierende an unserer Universität.“ Der AStA fordere die Universität auf, „ihre Blockadehaltung“ zu überdenken.

Kleiner Schritt der Erleichterung

Das Überdenken hat inzwischen stattgefunden und zu einem kleinen Schritt der Erleichterung geführt. Er betrifft Studenten, die schon in einem „normalen“ Semester unter Druck stehen, also schon durch Prüfungen gefallen sind. Die Uni teilt mit: „Studierende, die im „letzten Versuch“ sind, d. h. vor einer Prüfung stehen, deren Nicht-Bestehen zur Exmatrikulation führen würde, erhalten einen zusätzlichen Prüfungsversuch. Dasselbe gilt für Studierende, die im Wahlbereich eine Prüfung endgültig nicht bestanden haben, aufgrund dessen einen neuen Wahlbereich wählen müssen und so vor einer erheblichen Verlängerung ihrer Studienzeit stehen.“

Diese Regelung sei nicht völlig neu; die grundsätzliche Möglichkeit, in solchen Fällen einen zusätzlichen Prüfungsversuch zu beantragen, habe es bereits gegeben. Die Leitung der Universität Siegen habe nun den Zugang erleichtert und darüber einen formalen Beschluss gefasst, um den Studierenden zu signalisieren, dass sie mit Sicherheit nicht ihr Studium wegen Corona beenden müssten.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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