Kein Generationenkonflikt

 Beim Computerkurs, den der Kneipp-Verein Bad Laasphe gemeinsam mit dem Städtischen Gymnasium anbietet, werden Schüler zu Lehrern. Foto: Björn Weyand
  • Beim Computerkurs, den der Kneipp-Verein Bad Laasphe gemeinsam mit dem Städtischen Gymnasium anbietet, werden Schüler zu Lehrern. Foto: Björn Weyand
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bw - Dass Ältere den Jüngeren etwas beibringen können, ist in der Schule, in der Ausbildung, eigentlich im ganzen Leben gang und gäbe. Schließlich müssen Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden, damit sie nicht verloren gehen. Dass aber auch die Jüngeren den Älteren mal etwas lehren können, zeigt derzeit der Computerkurs, den der Kneipp-Verein gemeinsam mit dem Städtischen Gymnasium in Bad Laasphe durchführt. Etwa 30 Teilnehmer lernen seit einigen Wochen die wichtigsten Grundkenntnisse im Umgang mit einem Laptop oder einem PC. Das Wissen, das hier Schüler den älteren Mitbürgern vermitteln, umfasst die Textverarbeitung oder Tipps und Tricks für das ganz einfache Surfen im Internet.

Erich Saßmannshausen aus Rüppershausen gehört zu den Teilnehmern. Ganz unwissend ist er nicht, denn bei der Siemag war er schon an einem eingerichteten Computerarbeitsplatz tätig. Das aber reichte ihm nicht, er wollte in dem sechswöchigen Kurs sein Wissen gerne weiter vertiefen. Wenn Kinder und Enkelkinder mit Laptop und Smartphone hantieren, „dann stehst du da mit ganz vielen Fragezeichen“, sagt er. Um mit Word oder Excel umgehen zu können, dafür habe sich der Kurs schon gelohnt, sagt er.

Antworten auf die Fragen der älteren Kursteilnehmer lieferte mit ihren Altersgenossen auch Birte von Essen aus Steinbach. Die 15-Jährige nimmt zum zweiten Mal an dem Kurs teil – natürlich als Lehrerin. Genau für diese Erfahrung, anderen Menschen etwas beibringen zu können, habe sie sich für das Angebot gemeldet. Sehr gut habe sie sich mit den Teilnehmern verstanden – so sehr, dass sich ihre beiden „Schülerinnen“ am Ende des letzten PC-Kurses mit einem kleinen Geschenk bei ihr bedankten, wie sie im Gespräch mit der Heimatzeitung berichtet. Von Konflikten zwischen den Generationen ist hier jedenfalls nichts zu spüren.

Informatiklehrer Horst Gierhardt hat das Treiben im Computerraum im Städtischen Gymnasium gut im Blick und weiß deshalb: „Die Generationen arbeiten hier sehr gut zusammen. Das Angebot ist absolut etabliert.“ Deshalb hat er auch keinerlei Probleme, Schüler für den Kurs zu finden, die dafür nachmittags etwas länger in der Schule bleiben. Und das hängt nicht nur mit den 10 Euro pro Stunde zusammen, die jeder Schüler als Lohn bekommt. Die Erfahrung macht sich sicherlich gut für das spätere Leben, denn sogenannte „Soft Skills“ – also soziale Kompetenzen – sind bei Arbeitgebern natürlich sehr gefragt.

Für Horst Gierhardt ist das Ziel dieses Kurses klar: Wer ganz spezielles Wissen erhalten möchte, sei hier falsch. Anfänger und Einsteiger seien hingegen genau richtig. Hier könnten die Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 bis 12 dabei helfen, die Schwelle bei den Älteren für die Arbeit mit PC und Internet etwas abzusenken.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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