Kein gutes Klima

nja -  Einen eigenen Klimaschutzmanager wird die Kindelsbergkommune nun doch nicht einstellen; dafür beteiligt sie sich an der Finanzierung einer solchen auf drei Jahre befristeten Stelle beim Kreis Siegen-Wittgenstein. Von Kosten in Höhe von jährlich rund 2500 Euro ist die Rede. Nach dem Infrastruktur-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsausschuss (die SZ berichtete ausführlich) sprach sich am Donnerstag nach durchaus kontroverser Debatte eine breite Mehrheit bei sechs Gegenstimmen im Rat für dieses Prozedere aus.

Der Klimaschutzbeauftragte im Kreishaus, so teilte die Stadtverwaltung zur Sitzung mit, solle kreisweite Maßnahmen wie Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit durchführen; dies werde als ein Kernpunkt der Klimaschutzinitiative angesehen, und damit werde der zunächst ins Auge gefasste eigene „Manager“ entbehrlich. Alle anderen Maßnahmen innerhalb des Klimaschutzkonzepts würden von der Verwaltung sukzessive umgesetzt – „wie es auch bereits in den vergangenen Jahren geschehen ist“.

Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) hatte Diskussionbedarf: Wolle Kreuztal seine Klimaschutzziele umsetzen, wäre die drei Jahre lang bezuschusste Einstellung eines „Managers“ eine der wichtigsten Maßnahmen, sagte sie mit Blick auf die Aspekte Bildungsauftrag, Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit. Das Aufgabenspektrum sei sehr breit gestreut: „Ich kann nicht glauben, dass die Aufgabenflut nicht gesehen wird!“

Im Februar habe es noch geheißen, das städtische Personal sei so ausgelastet, dass es diese Aufgaben nicht auch noch wahrnehmen könne, erinnerte sie sich verwundert. Es werde nun also „heiße Luft abgebaut“; die Glaubwürdigkeit des Rates leide, die Stadt vergebe eine große Chance. „Ich habe an der Qualität unseres Klimaschutzkonzepts Zweifel und den Eindruck, es hat unsere Motivation in Mitleidenschaft gezogen.“ Bürgermeister Walter Kiß verwahrte sich dagegen: „Tun Sie nicht so, als sei das Thema Klimaschutz für uns beendet!“

Felix Viehmann erinnerte an sein Credo: Klimaschutz und Klimaschutzmanager seien, so der FDP-Mann sinngemäß, zwei Paar Schuh. Er sehe auch keinen Sinn in der Einstellung eines „Managers“ auf Kreisebene. Die CDU bleibe ihrer Linie treu, meinte Arne Siebel: Von Anfang an habe sie das Aufgaben-Portfolio eines Kreuztaler Klimaschutzmanagers angezweifelt, der ja auch nur befristet eingestellt würde. Die Verwaltung sei leistungsfähig genug und in vielen Bereichen Vorreiterin. Reinhard Lange (UWG) sah ebenfalls nicht genügend „Potenzial“ für eine Kreuztaler Stelle.

Karl-Heinz Schleifenbaum (SPD) zeigte sich froh über das Angebot des Kreises. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die Effizienz der Arbeit dadurch geschmälert werde. Und: „Wir sollten nur Solides beschließen, was wir selbst auf Dauer auch tragen können.“ Die Unterstellungen der Grünen-Sprecherin seien nicht in Ordnung.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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