Kein Pardon für Wiederholungstäter

Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg (Foto) wollte ein 26-Jähriger Wiederholungstäter kürzlich partout nicht erscheinen. Foto: Archiv
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vö - Wenn man es wohlwollend meinen würde mit dem 26-jährigen Mann aus einem Bad Berleburger Ortsteil, dann attestierte man ihm gute Gründe dafür, warum er der gestrigen Verhandlung im Bad Berleburger Amtsgericht fern blieb. Denn fakt ist: Für den Hartz-IV-Empfänger führt der Weg ohnehin schnurstracks ins Gefängnis.

Da fällt es auch nicht mehr großartig ins Gewicht, in welcher Größenordnung der 26-Jährige für seinen jüngsten Fehltritt verurteilt wird. Denn zwei jeweils 18-monatige Gefängnisstrafen hat der junge Mann noch abzusitzen, der in der Vergangenheit wiederholt wegen Eigentums- und Betrugsdelikten in Erscheinung getreten war. Macht unterm Strich drei lange Jahre im Knast, in denen er in Bad Berleburg aus dem Verkehr gezogen wird.

Am 25. Februar zog er im Bad Berleburger Amtsgericht die Berufung gegen eine 18-monatige Gefängnisstrafe zurück, zu der er im November 2013 verurteilt worden war (die Siegener Zeitung berichtete). Der Grund: Er hatte es auch in diesem kurzen Zeitraum nicht geschafft, ein straffreies Leben zu führen. „Da bleibt dem Landgericht in der Berufung überhaupt keine andere Wahl“, sagte Staatsanwältin Judith Hippenstiel seinerzeit und hatte zumindest an dieser Stelle ein offenes Ohr beim Angeklagten gefunden.

Dennoch: Die Ansage entfachte bei dem Berleburger keine Langzeitwirkung. Lediglich neun Tage nach der Verhandlung fiel der 26-Jährige bei einem Ladendiebstahl auf: Ihm wird vorgeworfen, in einem Drogeriemarkt ein Parfum eingesteckt zu haben. Wert der Ware: 13,95 Euro. Genau darüber sollte gestern im Amtsgericht verhandelt werden. Doch ohne den Hauptdarsteller funktionierte das nicht. Den Angeklagten konnte die Polizei auch nach intensiver Suche und Recherche nicht ausfindig machen, nachdem Richter Torsten Hoffmann zuvor die Vorführung angeordnet hatte. Ärgerlich vor allem für alle Prozessbeteiligten, darunter die Verkäuferin des Drogeriemarktes als Zeugin, die den Weg nach Bad Berleburg vergeblich angetreten hatten.

Bleibt nur die Frage, ob es der 26-Jährige mit der Einbestellung zum Haftantritt in Attendorn ähnlich halten wird. Denn der Termin für den ersten Tag hinter Gittern soll dem Berleburger nach SZ-Informationen bereits vorliegen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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