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Freitag der 13.
(K)ein Tag wie jeder andere

Einige Menschen trauen sich heute vor lauter Aberglaube nicht mehr aus dem Haus, andere finden: alles Humbug. Bleibt nur die Logik: Magie ist gleich Wille mal Vorstellung minus Zweifel.
  • Einige Menschen trauen sich heute vor lauter Aberglaube nicht mehr aus dem Haus, andere finden: alles Humbug. Bleibt nur die Logik: Magie ist gleich Wille mal Vorstellung minus Zweifel.
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sabe Siegen. In der Antike war Freitag, der 13., noch ein wirklich guter Tag und sogar der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Mit dem Christentum aber ging’s bergab. Lange hieß die 13 im deutschen Volksmund nämlich das „Dutzend des Teufels.“ Außerdem war es mit dem Neuen Testament der Jünger Judas, der als 13. zum letzten Abendmahl kam und dessen Verrat in der Folge dazu führte, dass Jesus Christus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Im Laufe der Historie fielen dann (scheinbar) aufällig viele Unglücksfälle auf dieses Datum – aus dem Glückstag wurde so im Volksmund schnell ein Unglückstag.
Manche Menschen gehen am Freitag dem 13. nicht einmal vor die Tür
Ein Aberglaube der sich hartnäckig hält. So ausgeprägt, dass manche Menschen sich an diesem Tag nicht einmal vor die Tür trauen.

sabe Siegen. In der Antike war Freitag, der 13., noch ein wirklich guter Tag und sogar der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Mit dem Christentum aber ging’s bergab. Lange hieß die 13 im deutschen Volksmund nämlich das „Dutzend des Teufels.“ Außerdem war es mit dem Neuen Testament der Jünger Judas, der als 13. zum letzten Abendmahl kam und dessen Verrat in der Folge dazu führte, dass Jesus Christus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Im Laufe der Historie fielen dann (scheinbar) aufällig viele Unglücksfälle auf dieses Datum – aus dem Glückstag wurde so im Volksmund schnell ein Unglückstag.

Manche Menschen gehen am Freitag dem 13. nicht einmal vor die Tür

Ein Aberglaube der sich hartnäckig hält. So ausgeprägt, dass manche Menschen sich an diesem Tag nicht einmal vor die Tür trauen. Die Mehrzahl der SZ-Leser und Instagram-User gehören allerdings nicht dazu. „Totaler Kappes“, schreibt uns etwa Basti Kneipp aus Siegen und auch Maurice Georg aus Dreis-Tiefenbach findet: „Ist doch nur eine Zahl!“ Corinna Irle aus Köln (gebürtige Siegenerin und nach eigenen Angaben „Siegerländerin im Herzen“) bedeutet der Tag sogar besonders viel – und zwar voll und ganz im positiven Sinne: „Wir haben an einem Freitag, dem 13. geheiratet. Definitiv ein Glückstag.“

Auch heute fällt der 13. Tag des Augusts auf besagten Freitag – und: auch die Analysen der Zurich-Versicherung in Deutschland geben Entwarnung und lassen auf einen harmlosen, ganz gewöhnlichen Wochentag schließen. Pannentag der Pechvögel? Alles Paranoia, sagt Bernd O. Engelien, Leiter der Unternehmenskommunikation der Zurich Gruppe Deutschland. Seit dem Jahr 2009 wertet das Unternehmen die eigene Schadens-Statistik zum „schwarzen Freitag“ aus. Das Ergebnis: Die Haus-Statistik zeigt, dass „im langjährigen Mittel die Zahl der an einem Freitag, dem 13. gemeldeten Fälle auf ähnlichem Niveau wie an allen anderen Tagen liegt.

Freitag, der 13. November 2020, fiel in den Corona-Lockdown

Von 2009 bis 2016 passierte an diesem Tag im Schnitt sogar weniger: An allen Freitagen, die von 2009 bis einschließlich 2016 auf einen 13. gefallen sind, sind im Schnitt knapp 1900 Schäden gemeldet worden - an allen anderen Tagen rund 2000. Insgesamt wurden an Freitagen, die auf den 13. fallen, sogar rund zehn Prozent weniger Schäden verzeichnet als an allen übrigen Freitagen.
Auch während der Pandemie sieht die Zurich-Versicherung keinen Anstieg von Schadenfällen, ganz im Gegenteil. So liegt die Zahl der gemeldeten Schäden in dieser Phase insgesamt unter dem Durchschnittswert der Vorjahre. Der Freitag der 13. November 2020, fiel zusätzlich in den November-Lockdown. Hier wurden sogar fast 15 Prozent weniger Schäden gemeldet als an einem durchschnittlichen Freitag im Jahr 2020.

Offenbar verhalten sich die Menschen an einem „schwarzen Freitag“ aus Furcht so vorsichtig, dass nicht mehr, sondern weniger passiert als sonst. Nur übertreiben darf man es mit der Vorsicht nicht, sonst wird die Angst vor dem Freitag, dem 13., am Ende noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung oder gar zur krankhaften Furcht („Paraskavedekatriaphobie“) vor dem Unglücks-Freitag und der Zahl 13.

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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