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Kfz-Branche nimmt nach Corona-Vollbremsung wieder Fahrt auf
Kein Totalschaden

Das Werkstatt-Geschäft hatte sich für die heimischen Kfz-Betriebe kurz nach dem Lockdown bereits weitgehend normalisiert.
  • Das Werkstatt-Geschäft hatte sich für die heimischen Kfz-Betriebe kurz nach dem Lockdown bereits weitgehend normalisiert.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tile Siegen/Olpe. Der Corona-Crash ließ Schlimmes ahnen. Im Zuge des Lockdowns kam der Kfz-Handel zum Erliegen, viele Autofahrer verschoben nicht ganz dringend erforderliche Reparaturen oder den obligatorischen Reifenwechsel um Ostern auf später. Während sich die Auslastung in den Werkstätten Ende April/Anfang Mai weitgehend normalisierte, stotterten Verkauf- und Leasing-Geschäft zum Neustart jedoch gewaltig. Mittlerweile kommt die Branche, auch in der Region, wieder in Fahrt, der Pandemie-bedinge Aufprall wird wohl nicht so hart, wie befürchtet – jedenfalls nicht in diesem Jahr.

tile Siegen/Olpe. Der Corona-Crash ließ Schlimmes ahnen. Im Zuge des Lockdowns kam der Kfz-Handel zum Erliegen, viele Autofahrer verschoben nicht ganz dringend erforderliche Reparaturen oder den obligatorischen Reifenwechsel um Ostern auf später. Während sich die Auslastung in den Werkstätten Ende April/Anfang Mai weitgehend normalisierte, stotterten Verkauf- und Leasing-Geschäft zum Neustart jedoch gewaltig. Mittlerweile kommt die Branche, auch in der Region, wieder in Fahrt, der Pandemie-bedinge Aufprall wird wohl nicht so hart, wie befürchtet – jedenfalls nicht in diesem Jahr.

Alljährlicher Lichttest 

Die Vertreter der Kfz-Innung, die im Autohaus Menn in Kaan-Marienborn auf den alljährlichen Lichttest hinweisen, sind sich einig: Corona hat Spuren hinterlassen, aber mittlerweile ist man wieder in der Spur. Der jetzt startende Aktionsmonat und die Winterreifensaison seien diesmal aber besonders wichtig. „Wir sind um jeden Kundenkontakt dankbar, Service-Termine sind ein wichtiges Kundenbindungsinstrument“, sagt Oliver Klimke, Geschäftsführer von Mercedes-Benz Neuhaus in Olpe. Daraus ergäben sich häufig Verkaufsgespräche. Die seien im Frühjahr ausgeblieben.

Markt hat sich stabilisiert

Im zweiten Halbjahr habe sich der Markt zwar nicht gänzlich normalisiert, aber deutlich stabilisiert und sei wieder „in Schwung gekommen“, sagt Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd. Die Senkung der Mehrwertsteuer habe einen zusätzlichen Effekt erzielt. „Die Maßnahmen greifen“, bestätigt Robert Pal, Inhaber von Pal Fahrzeugtechnik in Freudenberg und Obermeister der heimischen Kfz-Innung. Darüber hinaus sorgten die staatlichen Förderungen für eine extrem hohe Nachfrage bei den Hybrid-Modellen, nennt Oliver Klimke einen weiteren Lichtblick. „Die Lieferungen kommen kaum hinterher.“ Auch das E-Geschäft entwickele sich vergleichsweise gut, so Jürgen Haßler.

Weniger Neukäufe

Zum Firmenkundenbereich: Die Unternehmen der Region halten sich beim Thema Neukauf wegen der ungewissen Covid-19-Entwicklung deutlich zurück. Wegen der derzeitigen Möglichkeit, Insolvenzen und Stundungen zu verschieben, sei noch nicht absehbar, wie sich das Flottengeschäft (im Pkw-Segment) kurz- und mittelfristig darstellt, weist Robert Pal auf diesen wichtigen aber momentan wenig planbaren Geschäftzweig hin. Ein Beispiel: „Außendienstler, die jetzt im Homeoffice sitzen, brauchen kein Auto. Das könnte dazu führen, dass sich vor allem das Leasinggeschäft verändert.“ Das Nutzfahrzeug-Geschäft sei insgesamt weniger betroffen, sagt Oliver Klimke.

Keine schlaflosen Nächte mehr

Im Privatkunden-Bereich sehe es besser aus, wenngleich auch hier viele Arbeitnehmer, die bei einem von der Krise unmittelbar betroffenen Unternehmen beschäftigt seien, zögerten, sich ein neues oder gebrauchtes Auto zu kaufen, beobachtet Matthias Menn. Der Kia-Händler sagt aber auch, es sei realistisch, dass er das Ergebnis 2019 wieder einfahren könne. „Wenn wir den Vorjahresumsatz erreichen, bin ich sehr zufrieden. Im Frühjahr hatte ich noch schlaflose Nächte.“

Kein Umdenken der Hersteller zu erwarten

Demnach werde „nur“ die für 2020 vom Hersteller geforderte Umsatzsteigerung von ca. 10 bis 12 Prozent verpasst – mit der allerdings vereinbarte Zahlungen wegfielen. „Die Marge pro Fahrzeug ist nicht mehr so hoch, die werden nun über das am Umsatz gemessene Bonussystem ausgeschüttet“, ergänzt Oliver Klimke. Das sei branchenüblich, die Zahlen würden jährlich neu verhandelt, sagt Matthias Menn: „Vielleicht führt die Corona-Krise ja zu einem Umdenken der Hersteller – ich glaube es aber nicht.“

Prognose für 2021 fällt schwer

„Wer eine gemischte Kundenklientel hat, ist am besten durch die Krise gekommen“, beschreibt Robert Pal eine Erkenntnis der vergangenen Monate. In der Region seien zum Glück nahezu alle Betriebe breit aufgestellt. Eine Prognose für 2021 fällt ihm und den anderen Vertretern der Kfz-Branche allerdings schwer. „Es hängt von der Corona-Entwicklung ab“, verweist der Obermeister auf die große Unbekannte in der Rechnung. Klar sei nur eins, ergänzt Jürgen Haßler: „Bei einem zweiten Lockdown wird es ganz, ganz bitter.“

Lichttest im Oktober Im Oktober lädt die Kfz-Innung zum jährlichen Lichttest ein. Die Sichtprüfung ist wie immer kostenlos. Kostenpflichtig sind der etwaige Austausch defekter Teile und die zeitaufwändige Einstellung komplexer, intelligenter Scheinwerfer (LED und Xenon). Trotz rückläufiger Mängelquote lag diese im Vorjahr immer noch bei 28,8 Prozent. Die Polizei begrüßt die seit 64 Jahren durchgeführte Kampagne der Automobil-Branche für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. „Es gibt immer wieder Fahrzeuge, die ohne funktionierende Frontscheinwerfer im Dunkeln unterwegs sind“, so Erster Polizei-Hauptkommissar Klaus Schönborn, Leiter Verkehrsdienst in Siegen-Wittgenstein, er betont: „Nebelscheinwerfer sind zum Ausgleich nicht geeignet.“
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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