Keine Bereitschaft zum Vergleich

 Die Pläne für ein Facharztzentrum in Stadtallendorf fanden Ende 2014 ein Ende. Am Freitag sahen sich Vertreter der Herrenwald Wohnbau GmbH und ein Marburger Mediziner vor Gericht wieder. Foto: Michael Rinde
  • Die Pläne für ein Facharztzentrum in Stadtallendorf fanden Ende 2014 ein Ende. Am Freitag sahen sich Vertreter der Herrenwald Wohnbau GmbH und ein Marburger Mediziner vor Gericht wieder. Foto: Michael Rinde
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sz - Es geht um eine Mietschuld von 45.000 Euro für die Zeit von Oktober bis Dezember, die die Herrenwald Wohnbau von dem Marburger Arzt und einstigem Partner Prof. Dr. med. Siegfried Bien einfordert. Am Freitag fand der Gütetermin am Landgericht Marburg statt – am Ende ohne Ergebnis. Richterin Sigrid Dehmelt wird eine Entscheidung im Januar verkünden. Einst gingen der Arzt und die Herrenwald Wohnbaugesellschaft eine Partnerschaft ein, das war im Frühjahr 2012. Die GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald, baute ein Gesundheitszentrum in Stadtallendorf (SZ berichtete exklusiv). Sie berücksichtigte dabei, dass dabei in der zweiten Etage ein Magnetresonanz-Tomograph (MRT) und ein Computertomograph (CT) stehen sollten, bautechnisch erfordert das einigen Aufwand.

Etwa 1000 Quadratmeter groß ist diese Etage, in der gegenwärtig eine Arztpraxis vorhanden ist. Am Freitag vor Gericht kam heraus, dass die Herrenwald Wohnbau dem Mediziner – mit mehreren GmbH auch einst Investor im einstigen Gesundheitszentrum Wittgenstein in Bad Laasphe – schließlich im Dezember 2014 die fristlose Kündigung des Mietvertrages sendete, zugestellt vom Gerichtsvollzieher. Miete war bis dahin keine bei der Stadtallendorfer GmbH eingegangen. Wie der Rechtsanwalt von Prof. Dr. med. Siegfried Bien vor Gericht erklärte, ist die Höhe der Mietzahlungen nicht strittig, allerdings die Fälligkeit. Was diesen Punkt angeht, gibt es ganz unterschiedliche Sichtweisen von einstigem Mieter und Herrenwald. Geschlossen wurde eben jener Mietvertrag am 1. Juli 2014, beginnend zum 1. Mai.

Einen Beginn des Praxisbetriebs erwartete die Herrenwald offenbar nach der Einweihung im September. Man habe sich darauf geeinigt, dass es im Oktober mit den Mietzahlungen losgehen solle, so die Darstellung. Doch der Arzt argumentierte vor Richterin Sigrid Dehmelt mit einer anderen Übereinkunft aufgrund eines Gesprächs der Beteiligten, für das er auch Zeugen benannte. Demnach soll die GmbH bereit gewesen sein, ihm fünf Jahre die Miete zu stunden, auch vor dem Hintergrund, dass der Betrieb erst anlaufen müsse. Friedhelm Steidl, einer der beiden Geschäftsführer der Herrenwald Wohnbau, bestritt diese Darstellung vehement.

Allerdings gibt es ein Schreiben aus dem November 2014, aus dem hervorgeht, dass das Unternehmen bereit war, die Miete zunächst zu halbieren. Diese Bereitschaft räumte Friedhelm Steidl vor Gericht auch ein. Konrad Busch, der weitere Geschäftsführer, sagte, es sei darum gegangen, dass es „endlich losgeht. Wir wollten guten Willen zeigen“. Doch stattdessen kam es zum Zerwürfnis beim Gespräch, das beide Parteien als ausgesprochen hitzig bezeichnen. Richterin Sigrid Dehmelt lotete die Bereitschaft zu einem Vergleich aus. Den allerdings wird es nicht geben. Der Anwalt des Arztes signalisierte zwar grundsätzliche Bereitschaft, wenn die Modalitäten entsprechend geklärt seien. Friedhelm Steidl und der Rechtsanwalt der Herrenwald lehnten dies aber ab.

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