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Corona-Lage in der Region noch entspannt
Keine Engpässe bei Betten und Personal

Die Corona-Lage in der Region ist bisher entspannt, die Krankenhäuser sehen sich gerüstet.  Die Kapazitäten in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen – im Bild die Intensivstation des DRK-Krankenhauses Kirchen – sind allerdings limitiert.
  • Die Corona-Lage in der Region ist bisher entspannt, die Krankenhäuser sehen sich gerüstet. Die Kapazitäten in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen – im Bild die Intensivstation des DRK-Krankenhauses Kirchen – sind allerdings limitiert.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

tika  Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Kirchen. Die Zahlen steigen, bundesweit herrscht Alarmbereitschaft – die zweite Welle der Corona-Pandemie beschäftigt nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern beansprucht das Gesundheitswesen in einer nie zuvor dagewesenen Form.
Noch ist vollkommen unklar, wie sich Inzidenzwert und Fallzahlen in den kommenden Wochen entwickeln – die Krankenhäuser in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen wappnen sich jedoch. Im Kreis Siegen-Wittgenstein befinden sich derzeit drei Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung und erhalten im Kreisklinikum in Weidenau eine Beatmung. Nach Angaben des Krankenhauses verfügt die Einrichtung noch über erhebliche Kapazitätsreserven auf der Intensivstation.

tika  Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Kirchen. Die Zahlen steigen, bundesweit herrscht Alarmbereitschaft – die zweite Welle der Corona-Pandemie beschäftigt nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern beansprucht das Gesundheitswesen in einer nie zuvor dagewesenen Form.
Noch ist vollkommen unklar, wie sich Inzidenzwert und Fallzahlen in den kommenden Wochen entwickeln – die Krankenhäuser in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen wappnen sich jedoch. Im Kreis Siegen-Wittgenstein befinden sich derzeit drei Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung und erhalten im Kreisklinikum in Weidenau eine Beatmung. Nach Angaben des Krankenhauses verfügt die Einrichtung noch über erhebliche Kapazitätsreserven auf der Intensivstation. Derzeit stehen demnach 20 Beatmungsplätze zur Verfügung.

Erhöhung auf 30 Intensivbetten möglich

„Wir können umgehend auf bis zu 30 Intensivbetten mit Beatmung erhöhen“, erklärte der Geschäftsführer des Kreisklinikums, Ingo Fölsing, jetzt gegenüber der SZ. Pflegepersonal für die Pflegebetten stehe ausreichend zur Verfügung. Im Bedarfsfall wolle das Krankenhaus planbare Operationen verschieben und Abteilungen schließen, um das Personal auf der Corona-Station und im Intensivbereich einzusetzen. Pflegekräfte aus dem OP und der Anästhesie seien mit der Apparatemedizin vertraut, die Ärzte seien in den Sommermonaten geschult worden.
Das DRK-Krankenhaus in Kirchen indes betreut derzeit intensivmedizinisch keine Corona-Patienten, steht aber parat. Theoretisch stehen zehn Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zur Verfügung, praktisch allerdings wäre eine derart hohe Zahl für die Einrichtung nicht realisierbar.
„Wenn man das machen will, bedeutet das eine riesige Herausforderung – personeller und logistischer Art“, erklärte Dr. med. Harald Smetak. Der Chefarzt Anästhesie und Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin betonte auf SZ-Anfrage, dass das Kirchener Krankenhaus seine Kapazitäten auf fünf Covid-19-Patienten limitiert hat, die es intensivmedizinisch behandeln kann. „Wir wollen keine italienischen oder französischen Verhältnisse. Fünf Patienten gleichzeitig sind hingegen mit gutem Gewissen zu stemmen“, erklärte Smetak. Problematisch sei weniger die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten, sondern vielmehr die der zur Verfügung stehenden Pflegekräfte.

Personal noch einmal geschult

Letztlich sei eine Pflegekraft an einen, maximal zwei Covid-19-Patienten gebunden und von Patienten ohne Corona-Erkrankung streng isoliert. „Hinzu kommt, dass das Risiko, dass sich eine Pflegekraft im privaten oder beruflichen Bereich selbst infiziert, groß ist.“ Das Kirchener Krankenhaus habe einen Plan ausgearbeitet, um aufzustocken – unter anderem besteht die Möglichkeit, eine zweite Covid-19-Station einzurichten –, optimal wäre dies aber nicht. „Wir haben das Personal, das grundsätzlich geeignet ist, in den vergangenen Monaten noch einmal geschult.“
Das St.-Martinus-Hospital in Olpe war in der Phase der ersten Welle durch den Kreis Olpe zum Covid-19-Zentrum ernannt worden. Bisher ist keine neuerliche Entscheidung gefallen. Das St.-Martinus-Hospital verfügt über 13 Intensiv-Betten mit Beatmung und neun ohne Beatmung. „Wir können die Anzahl an Beatmungsplätzen auf 18 erhöhen“, teilte Pressesprecherin Sarah Victoria Scholz-Klapp mit. Im St.-Josefs-Hospital in Lennestadt stehen zudem drei Intensiv-Betten mit und drei ohne Beatmung zur Verfügung.

Aus Erfahrungen im Frühjahr gelernt

Die Verantwortlichen „haben aus der Erfahrung im Frühjahr gelernt, dass wir unsere Kapazitäten anders nutzen können und unter Umständen auch müssen – Verlegungen innerhalb unserer Krankenhäuser, aber auch in umliegende andere Krankenhäuser sind möglich“, erklärte der Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen, Johannes Schmitz. Derzeit behandelt das St.-Martinus-Hospital vier Covid-19-Patienten intensivmedizinisch, davon zwei unter invasiver Beatmung. Personell seien die beiden Krankenhäuser gut aufgestellt, 40 Gesundheits- und Krankenpflegekräfte sind laut Scholz-Klapp in Olpe im Bereich der Intensivmedizin beschäftigt, in Lennestadt sind es 18. Weitere Intensivpflegekräfte würde die Hospitalgesellschaft gerne einstellen, der Arbeitsmarkt sei aber limitiert.
„Die Entwicklung, ob unsere Ressourcen sowohl im Bereich der Pflege als auch ärztlicherseits ausreichen werden, lässt sich schwer voraussagen und ist abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie“, erklärte Scholz-Klapp. Einen immer wieder diskutierten Crashkurs sah Tobias Quast kritisch. Dieser impliziere, „dass sich innerhalb weniger Wochen das Wissen, das normalerweise während einer zweijährigen Fachweiterbildung Intensivmedizin erworben wird, angeeignet wird – das ist unmöglich und würde zwangsläufig zu einem Qualitätsverlust führen“, erklärte der Pflegedirektor der Katholischen Hospitalgesellschaft.
Die Pressesprecherin der Attendorner Helios-Klinik, Melissa Bäcker, berichtete, dass seit Beginn der Pandemie immer wieder Corona-Patienten behandelt worden seien. Die Klinik sei auch weiterhin auf einen möglichen Anstieg stationär behandlungsbedürftiger Covid-19-Erkrankungen vorbereitet. „Der Anzahl unserer Intensivbetten entsprechend haben wir ausreichend Pflegepersonal, sodass wir weiterhin auch personell sicher aufgestellt sind“, erklärte die Sprecherin. Das gesamte Pflegepersonal erhalte bereits seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr entsprechende Schulungen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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