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Stolperstein-Spaziergang auf der Hammerhütte
Keine erneute Störung durch den „III. Weg“

Ohne Zwischenfall verlief diesmal der Stolperstein-Spaziergang der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (CJZ) auf der Hammerhütte.
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tile Siegen. Ohne Zwischenfall verlief diesmal der Stolperstein-Spaziergang der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (CJZ) auf der Hammerhütte. Begleitet von zwei Polizisten in Uniform und Bürgermeister Steffen Mues blieben erneute Störfeuer der rechtsextremistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ wie vor drei Wochen (die SZ berichtete) aus.
Die Stadtteilführung war Corona-bedingt auf 20 Teilnehmer beschränkt, dreimal so viele Anmeldeanfragen waren eingegangen. Weitere Führungen sind daher geplant. Nach einer Stunde erreichte die Gruppe unter Leitung des jüd. Vorsitzenden Alon Sander und des kath. Vorsitzenden und Referenten Werner Stettner den Spielplatz an der Wiesenstraße/Ecke Leystraße, wo am jüdischen Feiertag Jom Kippur Ende September Anhänger des „III.

tile Siegen. Ohne Zwischenfall verlief diesmal der Stolperstein-Spaziergang der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (CJZ) auf der Hammerhütte. Begleitet von zwei Polizisten in Uniform und Bürgermeister Steffen Mues blieben erneute Störfeuer der rechtsextremistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ wie vor drei Wochen (die SZ berichtete) aus.
Die Stadtteilführung war Corona-bedingt auf 20 Teilnehmer beschränkt, dreimal so viele Anmeldeanfragen waren eingegangen. Weitere Führungen sind daher geplant. Nach einer Stunde erreichte die Gruppe unter Leitung des jüd. Vorsitzenden Alon Sander und des kath. Vorsitzenden und Referenten Werner Stettner den Spielplatz an der Wiesenstraße/Ecke Leystraße, wo am jüdischen Feiertag Jom Kippur Ende September Anhänger des „III. Wegs“ die Veranstaltung „aus den Takt“ brachten, wie Stefanie Siedek-Strunk in der Rückschau beschrieb.
„,Sie wissen, dass hier nie Juden gewohnt haben’, hat ein Mann gesagt“, erinnerte sie sich am Sonntag. Später sei offen das Wort „Scheißjude“ gerufen worden.
Gestern blieben ähnliche Aktionen aus. „Man ist damals überrascht worden, auch wenn man es vielleicht hätte wissen können, dass so etwas passiert“, sagte Bürgermeister Steffen Mues und mahnte: „Wir müssen insgesamt aufpassen.“

"Der III. Weg" in dieser Form nur noch in Plauen vertreten 

Kurios: Außer in der Krönchenstadt unterhalte die Partei nur noch in Siegens Partnerstadt Plauen ein solch offensichtliches Bürgerbüro. Im Vogtlandkreis (Sachsen) seien die Aktivisten schon ganz anders organisiert und bedrohten Lokalpolitiker, so das Stadtoberhaupt.
Vor den fünf Stolpersteinen, die an das Schicksal der jüdischen Familie Meyer erinnern, warnte Alon Sander vor einer „neuen Qualität“ des Rechtsextremismus, die es vor zehn Jahren so noch nicht gegeben habe. Es dürfe nicht sein, dass „Der III. Weg“ quasi ein ganzes Quartier für sich markiere. „Das ist eine Wunde in der Siegener Öffentlichkeit, die schnell geheilt werden muss.“ Später am Gewerkschaftshaus zog er Parallelen zu den Anfängen des Nazi-Regimes. „Sie schlagen in die gleiche Kerbe wie die NSDAP. Nazis haben zunächst andere Deutsche ermordet. Daher sind wir alle betroffen, weil wir alle für sie anders sind.“
Das Ausbleiben eines erneuten Vorfalls überraschte Werner Stettner indes nicht. „Sie haben damit nicht die Öffentlichkeit erzielt, die sie wollten“, bewertete er die Aktion am 27. September. „Damit haben sie sich ins eigene Knie geschossen.“

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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