Geplanter Stellenabbau bei Dometic
Keine Kompromisse der Geschäftsführung

Nicht zufrieden sind die Mitarbeiter von Dometic mit der aktuellen Situation. Nach der ergebnislosen Betriebsversammlung in der Siegerlandhalle überlegt man nun nach einer Strategie, um den Druck zu erhöhen.
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  • Nicht zufrieden sind die Mitarbeiter von Dometic mit der aktuellen Situation. Nach der ergebnislosen Betriebsversammlung in der Siegerlandhalle überlegt man nun nach einer Strategie, um den Druck zu erhöhen.
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kay Siegen. Es ist seit einigen Tagen schon bekannt – 46 der derzeit rund 320 Arbeitsplätze des Unternehmens Dometic im Gewerbegebiet Weißtal sollen wegfallen, Produktionsteile nach China oder Ungarn ausgelagert werden. Am Montag wurden die Mitarbeiter des schwedischen Herstellers von Caravaninstallationen sowie Kältemaschinen auf einer Betriebsversammlung offiziell über die Pläne informiert. „Es ist nichts Konkretes bei der Betriebsversammlung herausgekommen“, so Gewerkschaftssekretärin Jasmin Delfino ernüchtert. Der Arbeitgeber bleibe bei seiner Forderung.

Laut Delfino habe man ihm als Gewerkschaft vorgeschlagen, die Produktion aus dem baden-württembergischen Krautheim nach Siegen zu verlagern. Hintergrund sei die Tatsache, dass angeboten worden sei, die Siegener Mitarbeiter im 280 Kilometer entfernten Werk einzusetzen. Warum also nicht dieser Weg? „Der Arbeitgeber schreibt sich auf die Fahnen, er sei fair den Mitarbeitern gegenüber – und klimafreundlich. „Doch was ist klimafreundlich daran, Produkte in China fertigen zu lassen?“, fragt sich Delfino. Die Geschäftsführung gehe immer nur schrittweise auf die Arbeitnehmer zu, bleibe Auskunft über die wahren Absichten schuldig. Stattdessen werde vage von „Restrukturierung“ gesprochen. Es könne nicht sein, habe man zu hören bekommen, dass ein Großteil der Produktion in Hochlohnländern fabriziert werde. Daher setze man jetzt auf „Low-Cost-Länder“ wie Ungarn oder China.

Gewerkschaft will Druck auf Geschäftsführung erhöhen

Auch der Presse gegenüber gab man sich zugeknöpft. Henrik Fagrenius, Europachef des Konzerns, ließ das angekündigte Gespräch nach Versammlungsende platzen und zog mit der gesamten Betriebsführung ab.

Wie geht es nun weiter? Die Gewerkschaft will den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen und in Sozialtarifsverhandlungen eintreten. Die Mitarbeiter gaben im Vorfeld und nach der Versammlung ihre Stimmzettel ab, Voraussetzung für mögliche Arbeitskampfmaßnahmen. Nach Auszählung der Stimmen und einem entsprechenden Votum sei die Gewerkschaft streitfähig, erklärte Jasmin Delfino.

Nicht zufrieden sind die Mitarbeiter von Dometic mit der aktuellen Situation. Nach der ergebnislosen Betriebsversammlung in der Siegerlandhalle überlegt man nun nach einer Strategie, um den Druck zu erhöhen.
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Die Stimmung in der Belegschaft ist mehr als bescheiden. „Unsere Existenz steht auf dem Spiel. Die Kunden wollen deutsche Qualität und nun wird ein Teil der Produktion nach China verlegt. Wir wissen nicht, wie es weiter geht“, so Montagearbeiterin Marion Otto, die seit 32 Jahren für das Unternehmen tätig ist.

Auslagerung Anfang vom Ende

Kollege Vitale Curzella sieht es ähnlich: „Ich bin seit 27 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Es ist eine Katastrophe.“ Ein weiterer Beschäftigter schimpfte über die „Gier der Aktionäre“. Wenn die Produktion der kleinen Kühlschränke ausgelagert würde, dann sei das der Anfang vom Ende, ergänzte er.

Nicht zufrieden sind die Mitarbeiter von Dometic mit der aktuellen Situation. Nach der ergebnislosen Betriebsversammlung in der Siegerlandhalle überlegt man nun nach einer Strategie, um den Druck zu erhöhen.
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Ungeplante und spontane Unterstützung kam von Betriebsräten der Caravanindustrie, die dieser Tage ein Branchenseminar in Siegen durchführen.

„Wir haben von der Betriebsversammlung und dem geplanten Stellenabbau gehört und wollen durch unsere Anwesenheit Solidarität mit den Mitarbeitern von Dometic zeigen“, erklärte Marco Schmidt, einer der Teilnehmer des Seminars. Die Situation, in der sie sich befänden, sei schlimm.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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