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Kommunen in Siegen-Wittgenstein
Keine Lust auf Geld aus dem Digitalpakt Schule

Der Grad der Digitalisierung könnte auch an Siegen-Wittgensteiner Schulen deutlich besser sein, Fördergelder aus dem Digitalpakt werden bislang jedoch nicht beantragt.
  • Der Grad der Digitalisierung könnte auch an Siegen-Wittgensteiner Schulen deutlich besser sein, Fördergelder aus dem Digitalpakt werden bislang jedoch nicht beantragt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Siegen/Bad Berleburg. Mit dem Digitalpakt Schule wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Das klingt simpel, bereits im Mai 2019 fiel der Startschuss für das vom Bundesbildungsministerium aufgelegte und rund 5 Mrd. Euro schwere Programm. Als im März das Ausmaß der Corona-Pandemie – Stichworte Schulschließung und Lernen daheim – in aller Deutlichkeit sichtbar wurde, verkündete Ministerin Anja Karliczek (CDU), dass man kurzerhand 100 Mill. Euro aus dem Digitalpakt bereitstellen werde. „Entschlossenes Handeln in der Krise!“, lautete der Titel der Pressemeldung aus Berlin – die Realität sieht jedoch anders aus.

cs Siegen/Bad Berleburg. Mit dem Digitalpakt Schule wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Das klingt simpel, bereits im Mai 2019 fiel der Startschuss für das vom Bundesbildungsministerium aufgelegte und rund 5 Mrd. Euro schwere Programm. Als im März das Ausmaß der Corona-Pandemie – Stichworte Schulschließung und Lernen daheim – in aller Deutlichkeit sichtbar wurde, verkündete Ministerin Anja Karliczek (CDU), dass man kurzerhand 100 Mill. Euro aus dem Digitalpakt bereitstellen werde. „Entschlossenes Handeln in der Krise!“, lautete der Titel der Pressemeldung aus Berlin – die Realität sieht jedoch anders aus. Die SZ fragte bei der Bezirksregierung an, inwieweit die Siegen-Wittgensteiner Kommunen Mittel aus dem Digitalpakt Schule abgerufen haben. Klare Antwort aus Arnsberg: „Für die elf Kommunen liegen bislang keine Förderanträge vor.“

Städte und Gemeinde haben es mit Fördergeldern nicht eilig

Lediglich die Kreisverwaltung, in deren Trägerschaft sich die Berufskollegs befinden, habe demnach rund 276 000 Euro beantragt, davon wurden etwa 248 000 Euro bewilligt, wobei die Summe bislang noch nicht auf das Konto des Kreishauses überwiesen worden ist. An der Koblenzer Straße möchte man die Gelegenheit aber beim Schopfe ergreifen, erst zu Beginn der vergangenen Woche flatterte ein weiterer Antrag aus der Krönchenstadt in Arnsberg ein.
Die übrigen Städte und Gemeinden von Bad Berleburg bis Burbach lassen sich offenbar mit der Beantragung des ihnen zustehenden Budgets Zeit. Das Zögern verwundert, die abzugreifenden Summen können sich schließlich durchaus sehen lassen. Insgesamt rund 12 Mill. Euro sieht das Programm für die elf Kommunen hierzulande vor, davon rund 3,3 Mill. Euro für die Kreisverwaltung – auch hier gibt es also noch deutlich Luft nach oben.

Nur die Gemeinde Neunkirchen fühlt vorsichtig vor

Für die Großstadt Siegen befinden sich rund 4,2 Mill. Euro im Topf, Erndtebrück als kleinster Gemeinde stehen immerhin grundsätzlich rund 154 000 Euro zu. Ob bei Bad Berleburg (639 000 Euro Schulträgerbudget), Bad Laasphe (330 000 Euro), Burbach (337 000 Euro), Freudenberg (361 000 Euro), Hilchenbach (274 000 Euro), Kreuztal (939 000 Euro), Netphen (543 000 Euro) oder Wilnsdorf (527 000 Euro) – in der Spalte der beantragten Förderung herrscht gähnende leere. Lediglich die Gemeinde Neunkirchen (366 000 Euro) habe in Arnsberg vorsichtig vorgefühlt und verlauten lassen, demnächst einen Antrag stellen zu wollen, erklärt die Pressestelle der Bezirksregierung weiter. Etwas konkretes liege aber noch nicht vor, dabei betreibe man seitens der Bezirksregierung durchaus Werbung für das Programm.

Erheblicher Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung

Dass an den Siegen-Wittgensteiner Schulen in Sachen Digitalisierung erheblicher Nachholbedarf besteht, wird während der Corona-Krise allen Beteiligten schonungslos vor Augen geführt. Gewiss, die Situation traf die ganze Republik völlig unvorbereitet, für eine Pandemie mit solch drastischen Auswirkungen liegen eben keine fertig ausgearbeiteten Notfallpläne in den Schubladen parat. Dennoch: Dass im Jahr 2020 Arbeitsblätter als E-Mail-Anhang versendet werden, weil viele Schulen kaum über Lernplattformen oder entsprechende Software verfügen, spricht Bände.
Schon vor gut einem Monat meldete sich diesbezüglich die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) zu Wort, monierte das „Schneckentempo“ hinsichtlich des Digitalpakts Schule. Dennoch wüchsen viele Lehrkräfte und Schulen in der Krise über sich hinaus und entwickelten neue Kommunikations- und Unterrichtsformen. Dabei nutzten sie die digitalen Möglichkeiten, soweit es geht. Die Defizite deckt Corona nun deutlich auf.

Am Dienstag starten die Abiturprüfungen

Ein Beispiel: Laut des Zwischenergebnisses einer GEW-Studie nutzen 90 Prozent der Lehrkräfte private Endgeräte, ein Großteil der Lehrkräfte besitzt lediglich private Mailadressen.
Am Dienstag (12. Mai) beginnen in NRW die Abiturprüfungen, die Vorbereitung darauf verlief für die Prüflinge unter besonderen Bedingungen. Nicht nur die angehenden Abiturienten hätten sich in diesen Tagen wohl eine deutlich bessere Ausstattung ihrer Schulen gewünscht.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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