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Stadt Siegen will langfristig planen
Keine Radspuren nur wegen Corona

Rot markierte Fahrradspuren wird die Stadt Siegen auf den Hauptverkehrsstraßen dann anlegen, wenn sowieso neu gebaut werden muss. Wie aktuell in Eiserfeld oder 2021 auf der Koblenzer Straße bei der Deutschen Bank.
  • Rot markierte Fahrradspuren wird die Stadt Siegen auf den Hauptverkehrsstraßen dann anlegen, wenn sowieso neu gebaut werden muss. Wie aktuell in Eiserfeld oder 2021 auf der Koblenzer Straße bei der Deutschen Bank.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mir Siegen. Corona bringt manches ins Taumeln: Autofahrspuren temporär in Radspuren umfunktionieren (wie in Bogotá/Kolumbien oder in Kreuzberg), das wollte die Deutsche Umwelthilfe mit Datum 7. April von der Stadt Siegen veranlasst sehen, bis spätestens 16. April sollte das umgesetzt werden. Zweiter Antrag: innerorts in ganz Siegen Tempo 30 einführen.
Mehr Radfahrer, mehr Radspuren?Die Stadtverwaltung tat aber nichts dergleichen, am 30. April schickte eine Privatperson einen ähnlich formulierten Bürgerantrag ins Rathaus. Mit dem Begehren, auf der Hauptmagistrale von Siegen nach Weidenau (Koblenzer Straße, Sandstraße, Hagener Straße und Weidenauer Straße) Fahrradspuren anzulegen, weil (coronabedingt) der Autoverkehr zurückgegangen und der Bus- und Bahnverkehr eingeschränkt sei.

mir Siegen. Corona bringt manches ins Taumeln: Autofahrspuren temporär in Radspuren umfunktionieren (wie in Bogotá/Kolumbien oder in Kreuzberg), das wollte die Deutsche Umwelthilfe mit Datum 7. April von der Stadt Siegen veranlasst sehen, bis spätestens 16. April sollte das umgesetzt werden. Zweiter Antrag: innerorts in ganz Siegen Tempo 30 einführen.

Mehr Radfahrer, mehr Radspuren?

Die Stadtverwaltung tat aber nichts dergleichen, am 30. April schickte eine Privatperson einen ähnlich formulierten Bürgerantrag ins Rathaus. Mit dem Begehren, auf der Hauptmagistrale von Siegen nach Weidenau (Koblenzer Straße, Sandstraße, Hagener Straße und Weidenauer Straße) Fahrradspuren anzulegen, weil (coronabedingt) der Autoverkehr zurückgegangen und der Bus- und Bahnverkehr eingeschränkt sei.

Dauerhafte Lösungen

Bis Mittwoch schlummerte der Bürgerantrag in der Schublade, ehe der Hauptausschuss das Ansinnen mit breiter Mehrheit ablehnte. „Wir brauchen keine kurzfristigen Änderungen, sondern nur dauerhafte Lösungen bringen Siegen weiter“, so Ingmar Schiltz (SPD). So eine bedeutende Sache sei ein Prozess, das lasse sich nicht in zehn Tagen machen, bezog Hans-Günter Bertelmann (UWG) Stellung.
Lediglich Grüne und Linke schossen quer. Joachim Boller kritisierte, dass beim Projekt Eiserfelder Straße kein Satz zum Mehrwert für Radler gesagt worden sei. Und Silke Schneider (Linke) befand, für Radfahrer habe sich in Siegen nichts verändert: „Dass Autos dem Rad untergeordnet werden, das sehe ich noch nicht.“

Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer?

Die schweigende Mehrheit in diesem Gremium unterstützt die Stellungnahme der Stadt Siegen an die Deutsche Umwelthilfe. Darin heißt es: „Eine kurzfristige Anpassung von Fahrstreifen gefährdet unter Umständen alle Verkehrsteilnehmer mehr, als dass alle oder bestimmte Personengruppen geschützt werden.“ Sich an neue Verkehrsführungen gewöhnen zu müssen, gefährde vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer.

Stadt will nachhaltige Lösung

Klipp und klar hat die Stadt festgestellt: Kurzfristig werden keine Maßnahmen im Radverkehr durchgeführt, die im Zusammenhang mit der Coronakrise stehen.
Vielmehr arbeitet die Stadtverwaltung Siegen weiterhin intensiv daran, ein nachhaltiges Radverkehrskonzept umzusetzen und stetig weiterzuentwickeln. Noch ein wichtiges Stadt-Argument: Außerdem hält es das Rathaus für erforderlich, die zuständigen politischen Gremien einzubeziehen, bevor eine Auto- in eine Radspur umgewandelt werden kann.

Neue Straßen bekommen Radspur

Unabhängig von dem politischen Geplänkel sprach die SZ mit Anke Schreiber, Leiterin der Abteilung Straße/Verkehr, über die Problematik. Die Siegener Linie hat eine feste Kontur: „Wenn auf einer der hauptsächlich befahrenen Straßen gebaut wird, dann werden selbstverständlich Radspuren angelegt. Rot markiert.“
In Eiserfeld wird das so sein, auf der Koblenzer Straße (Kochs Ecke/Obergraben) wird 2021 in Höhe der Deutschen Bank das Flüsschen Weiß neu verrohrt und anschließend eine markierte Radspur aufgetragen. Gleiches gilt für Geisweid, der ZOB wird in den kommenden Jahren neu gebaut: Vom Busbahnhof bis zum Rathaus steht eine markierte Radspur in den Plänen.

Kein Plan für Hagener Straße

Für die superbreite Hagener Straße hingegen gibt es keinen derartigen Ausbau- oder Verbesserungsplan. Jedenfalls nicht für die nächsten fünf Jahre, wie Anke Schreiber der SZ versichert hat. Und die muss es wissen.
Am Mittwoch zur Mittagszeit begab sich der SZ-Fotograf auf Motivsuche an besagter Hagener Straße und verbrachte geschlagene 45 Minuten dort. In der Zeit kam kein Radfahrer des Weges. Nur Autos, Lkw und motorbetriebene Zweiräder.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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