Keine Stufen für Weidenau

 Die Verwaltung der Krönchenstadt hat im Bereich des Weidenauer Einkaufszentrum die Eigentumsverhältnisse geprüft. Bis auf die Flächen der Sieg an sich bzw. der Uferbereiche selbst befinden sich die überwiegenden Grundstücke in privatem Besitz. Und zumindest ein Eigentümer, das SIC, braucht die Flächen für seine Veranstaltungen. Foto: ch
  • Die Verwaltung der Krönchenstadt hat im Bereich des Weidenauer Einkaufszentrum die Eigentumsverhältnisse geprüft. Bis auf die Flächen der Sieg an sich bzw. der Uferbereiche selbst befinden sich die überwiegenden Grundstücke in privatem Besitz. Und zumindest ein Eigentümer, das SIC, braucht die Flächen für seine Veranstaltungen. Foto: ch
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ch/sz - Der eine oder andere Kommunalpolitiker hat es natürlich geahnt. Und die UWG im Siegener Stadtrat warnte gar mit Blick auf das zu erwartende Ergebnis davor, die Verwaltung nicht mit noch mehr Arbeit zu belasten: Nach zwölf Monaten, angepeilt war der Herbst 2018, legte nun das Rathaus der Krönchenstadt seine Einschätzung zu einem Prüfauftrag der Jamaika-Koalition vor, ob man denn nicht die in Weidenau „schändlich behandelte“ Sieg von ihrer Betonmauer befreien und die Ufer mitten im Einkaufszentrum mit einer Stufenanlage attraktiver gestalten könne? Nein, kann man nicht, die schwarz-grün-gelbe Idee ist kaum umzusetzen, Geld aus Fördertöpfen gibt es nicht, und damit ist das ganze Vorhaben wenig sinnvoll.

Die von CDU, Grünen und FDP angedachte Begehbar-, Erlebbar- oder Sichtbarmachung der Sieg bzw. des Siegufers vor dem Siegerlandzentrum sei zwar grundsätzlich denkbar. Doch dafür wären Flächen zwischen den Gebäuden des Einkaufszentrums und der Weidenauer Straße in Anspruch zu nehmen – und die befinden sich in privatem Eigentum. Bloß die schmalen Uferstreifen selbst und der Fluss an sich sind städtisches Areal. Eine Öffnung der Ufermauern, z.B. mittels einer schicken Treppenanlage wie in der Siegener Stadtmitte, hätte zur Folge, dass die Privatbesitzer ihre Grundstücke veräußern müssten. Ein Eigentümer würde sogar die Idee mittragen, der zweite aber lehnt die Offenlegung ab: Das SIC braucht die Flächen schlicht und einfach für Veranstaltungen, etwa für den Weihnachtsmarkt oder auch für Festivalveranstaltungen.

Die Stadtverwaltung erinnert daran, dass erst vor kurzem einige Flächen im Einkaufszentrum neu gestaltet worden sind; vor allem der kleine Spielplatz an der Sieg werde gut angenommen und habe die Situation dort „deutlich aufgewertet“. Zusammenfassend schreibt Stadtbaurat Henrik Schumann in seiner Vorlage zur nächsten Ratssitzung am 10. April, dass diese Umstände „wie auch die privaten Investitionsplanungen eine durchgreifende Erneuerung und Freilegung des Siegufers zum jetzigen Zeitpunkt aus Sicht der Verwaltung nicht zielführend erscheinen lassen“. Ein höflich formuliertes „Nein“. Schumann verweist zudem auf den auch in der SZ kürzlich und ausführlich vorgestellten Einzelhandelsmonitor, der deutlich mache, „dass sich Kunden und Geschäftsinhaber in Weidenau wohlfühlen. Die Aufenthaltsqualität wird als sehr angenehm empfunden!“

Auch ums liebe Geld hat sich Schumanns Team in der Verwaltung gekümmert. Nach Rücksprache mit der Bezirksregierung sei festzuhalten, dass die durch die drei Fraktionen angedachte städtebauliche Veränderung vom potenziellen Fördermittelgeber als Einzelmaßnahme beurteilt wird – und damit kein Zugang zu Mitteln in der geplanten Form möglich sei. Alternativen wären aufwändig und mit jeder Menge Bürokratie versehen: So wäre es notwendig, wie für die bereits laufenden städtebaulichen Maßnahmen etwa im Innenstadtbereich, ein sogenanntes integriertes Handlungskonzept zu erstellen. In diesem Extra-Konzept müsste ein Maßnahmenbündel für Weidenau vorgeschlagen werden, das den Stadtteil insgesamt städtebaulich und funktional aufwertet. Für ein solches Handlungskonzept müsste – wie für alle Stadtteilentwicklungskonzepte – zunächst eine Analyse der Weidenauer Quartiere erfolgen, aus dem dann Zielsetzungen und Maßnahmen für den Stadtteil Weidenau abgeleitet werden.

Städtebaufördermittel werden derzeit in Siegens Mitte („Rund um den Siegberg“ und „Siegen – Zu neuen Ufern: Herrengarten“), Geisweid („Stadtumbau West“) und am Fischbacherberg („Soziale Stadt“) eingesetzt. Mittelfristig werden weitere Fördermaßnahmen, etwa der Umzug der Uni in die Innenstadt sowie die Regionale-Projekte, angestoßen und mit Geld hinterlegt. „Die Bezirksregierung Arnsberg hat in Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium hierfür bereits mehr Fördermittel als ursprünglich geplant zur Verfügung gestellt und deutlich gemacht, dass die bereits begonnenen Projekte zunächst prioritär behandelt und fertiggestellt werden sollen“, so Schumann abschließend. Oder mit anderen Worten: Die Arbeit am Prüfauftrag seitens des Rathauses war für die Tonne.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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