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Sommersemester endet heute
Keine verlorene Zeit

Der Audimax am Adolf-Reichwein-Campus ist in diesem Sommersemester leer geblieben. Wie es im Winter weitergeht, ist noch offen.
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  • Foto: Traut
  • hochgeladen von Julian Kaiser (Volontär)

juka/ap Siegen. In den Hörsälen herrscht gähnende Leere, nur ganz vereinzelt laufen Studierende über den Adolf-Reichwein-Campus am Haardter Berg. Die Interimsmensa ist weiterhin geschlossen, auch in der Cafeteria gehen keine Brötchen oder Getränke über die Theke. Wenn man den Blick über das Gelände der Universität Siegen schweifen lässt, könnte man meinen, das Semester sei schon längst vorüber, die Studierenden ausgeflogen. Dabei endet die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 erst heute. Es ist, bis auf ausstehende Klausuren, der Schlusspunkt dreier außergewöhnlicher Monate für alle Beteiligten.

juka/ap Siegen. In den Hörsälen herrscht gähnende Leere, nur ganz vereinzelt laufen Studierende über den Adolf-Reichwein-Campus am Haardter Berg. Die Interimsmensa ist weiterhin geschlossen, auch in der Cafeteria gehen keine Brötchen oder Getränke über die Theke. Wenn man den Blick über das Gelände der Universität Siegen schweifen lässt, könnte man meinen, das Semester sei schon längst vorüber, die Studierenden ausgeflogen. Dabei endet die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 erst heute. Es ist, bis auf ausstehende Klausuren, der Schlusspunkt dreier außergewöhnlicher Monate für alle Beteiligten. Statt in vollen Hörsälen den Vorträgen der Dozenten beizuwohnen, wurde das Zentrum des Lernens in die eigenen vier Wände verlegt, anstelle von Gruppenarbeiten am runden Tisch fand die Kommunikation untereinander in Videokonferenzen statt. Die SZ hat sich bei verschiedenen Akteuren umgehört.

Die Hochschulleitung

„Die Universität, wie wir sie kennen, gab es im Sommersemester 2020 nicht“, stellt auch Prof. Dr. Alexandra Nonnenmacher, Prorektorin für Bildung, klar. Dennoch falle das Fazit positiv aus. „Die ganze Uni hat mitgezogen, unsere Präsenz- kurzfristig auf Onlinelehre umzustellen und unseren Studierenden das bestmögliche Studium zu ermöglichen“, freut sich Nonnenmacher. Besonders in Vorlesungen habe die Umstellungen gut funktioniert, schwieriger sei es dagegen bei Übungen und Seminaren gewesen, in denen es um persönlichen Austausch geht. Allerdings seien auch, zum Beispiel bei Verbindungsabbrüchen von Streams, technische Grenzen offensichtlich geworden. Für das Wintersemester bereitet man sich nun auf eine Mischung aus Präsenzveranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und digitalen Veranstaltungen vor. „Denn rein digitale Lehre darf kein Dauerzustand sein“, stellt Nonnenmacher klar.

Die Dozentin

Auch für Dozenten stellte das abgelaufene Semester eine neue Herausforderung dar. Besonders die Unsicherheit vor Beginn sei dabei ein großer Faktor gewesen, erklärt Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein. „Keiner wusste, wie es weitergeht. Es war schwierig, sich darauf einzustellen“, blickt die Dozentin für Betriebswirtschaftslehre zurück. Die Expertin für Marketing und Handel hatte bereits das komplette Semester mit Präsenzveranstaltungen vorbereitet. Doch dann kam Corona. Die digitale Lehre sei am Anfang nur als Übergang für ein paar Wochen geplant gewesen. „Als dann klar wurde, dass es nicht wieder zurück gehen kann, hatten wir zwar Planungssicherheit, aber die Vorbereitungszeit war kurz“, weiß die Dozentin, die allerdings die Informationspolitik der Universität ausdrücklich lobt.

Tage mit zwölf oder 13 Stunden wären in dieser Phase dennoch normal gewesen, die komplette Planung musste neu ausgerichtet werden. Während in kleineren Seminargruppen ein Austausch mit den Studenten möglich war, seien besonders die großen Vorlesungen mit über 100 Teilnehmern schwierig zu handhaben gewesen. „Das war schon ein komisches Gefühl, nur schwarze Bildschirme zu sehen und nicht interagieren zu können“, beschreibt Schramm-Klein, die davor mahnt, den Fehlschluss zu ziehen, „dass digitale Lehre den Präsenzunterricht komplett ersetzen kann.“ Für das Wintersemester wird nun allerdings einiges einfacher. „Wir können uns darauf einstellen und haben eine bessere Infrastruktur. Da hat sich schon etwas positives getan“, freut sich die Dozentin.

Die Lehramtsstudentin

Bei den Studierenden sind die Gefühle gemischt. Lehramtsstudentin Gizem Paker empfand die Zeit als „ziemlich durchwachsen“. Sich die Arbeit selbst einteilen zu können und rund um die Uhr Zugriff auf die Seminarunterlagen zu haben, war für die 25-Jährige ein Pluspunkt. „Das soziale Miteinander ist aber zu kurz gekommen“, beklagt Paker. Die größten Hürden seien dabei gewesen, sich immer wieder selbst zu motivieren und ohne Lerngruppen auskommen zu müssen.

Der BWL-Student

In puncto Arbeiten im digitalen Raum kritisiert Fabio Sauter: „Manchmal stürzt der Stream ab und man verpasst wichtige Passagen.“ Der BWL-Student schreibt derzeit seine Abschlussarbeit und hat mit Problemen zu kämpfen. So gebe es Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Büchern und Fernleihen. Ansonsten erkennt der Siegener keine großen Unterschiede zu vorherigen Semestern. „Mein Studium lief ganz normal weiter“, erklärt er. Besonders im Hinblick auf die Digitalisierung weist Sauter auf Gegebenheiten hin, die für zukünftige Semester interessant sein können. „Ich denke, das Sommersemester war ein guter Testlauf. Die Anmeldung meiner Bachelorarbeit zum Beispiel war sehr unbürokratisch, alles konnte elektronisch geregelt werden“, erzählt der 21-jährige Siegener.

In einem Punkt sind sich aber letztlich fast alle einig. Soziale Interaktionen können von den digitalen Lernmöglichkeiten nicht annähernd ersetzt werden …

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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