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Protokoll einer Shopping-Tour
Keine Weihnachts-Hysterie oder Lockdown-Panik

Kurz vor Mittag herrschte in den Supermärkten, hier der Rewe-Markt im Siegerland-Zentrum, zwar reger Samstags-Betrieb, aber Weihnachts-Hysterie, Lockdown-Panik und Hamsterkäufe kam nicht auf.
  • Kurz vor Mittag herrschte in den Supermärkten, hier der Rewe-Markt im Siegerland-Zentrum, zwar reger Samstags-Betrieb, aber Weihnachts-Hysterie, Lockdown-Panik und Hamsterkäufe kam nicht auf.
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tile Siegen. Wochenende. Vierter Adventssamstag! Drohender Blitz-Lockdown! Nicht die besten Voraussetzungen, um sich ins Einkaufsgetümmel zu werfen. Die Siegener Zeitung wagt es dennoch.

9.55 Uhr: Im Kaufland in der Fludersbach ist schon einiges los. Zwischen Kassen und Bäckerei wird der Mindestabstand nicht immer eingehalten, ebenso wenig in engeren Regalreihen. Kunden und Personal sind aber weitgehend umsichtig. Alles entspannt. Groß- oder Hamstereinkäufe? Fehlanzeige. Der Wocheneinkauf eines Paares an der Kasse ist allenfalls halb voll. „Wir kaufen immer samstags ein“, sagt der etwa 40-jährige Mann. „Aber in die Stadt gehe ich heute nicht!“

10.14 Uhr: Der Verkehr rollt ohne Probleme.

tile Siegen. Wochenende. Vierter Adventssamstag! Drohender Blitz-Lockdown! Nicht die besten Voraussetzungen, um sich ins Einkaufsgetümmel zu werfen. Die Siegener Zeitung wagt es dennoch.

9.55 Uhr: Im Kaufland in der Fludersbach ist schon einiges los. Zwischen Kassen und Bäckerei wird der Mindestabstand nicht immer eingehalten, ebenso wenig in engeren Regalreihen. Kunden und Personal sind aber weitgehend umsichtig. Alles entspannt. Groß- oder Hamstereinkäufe? Fehlanzeige. Der Wocheneinkauf eines Paares an der Kasse ist allenfalls halb voll. „Wir kaufen immer samstags ein“, sagt der etwa 40-jährige Mann. „Aber in die Stadt gehe ich heute nicht!“

10.14 Uhr: Der Verkehr rollt ohne Probleme. Trotz einer Panne auf dem rechten Streifen der Frankfurter Straße kommt es nicht zum Rückstau, auch Standzeiten an den Ampeln gibt es kaum.

10.21 Uhr: Stressfrei geht es im Lidl an der Hagener Straße zu. Zwar hat nicht jeder Kunde einen eigenen Einkaufswagen, aber die Gänge bieten genug Platz zum ausweichen. Wartezeit an der Kasse: Keine. „Man muss auch mal Glück haben“, sagt der junge Verkäufer.

10.35 Uhr: Da ist die Schlange im Drogeriemarkt nebenan schon länger, aber alle halten Abstand und sind mit Wagen oder Korb „bewaffnet“ – das Mindestmaß an Corona-Sicherheit. Im Laden selbst verläuft es sich. Aber: „Heute Morgen ist es schon heftig. Immer phasenweise“, sagt die dennoch gute gelaunte Mitarbeiterin an der Kasse. Aber am Freitag sei es noch viel schlimmer gewesen.

10.53 Uhr: Ein Drittel des Bismarck-Parkplatzes ist noch frei. Die 30 Meter lange Schlange vor dem Schuh-Outlet (Preis pro Paar maximal 2 Euro!) im Siegerland-Zentrum lässt Böses ahnen. Aber Entwarnung: Auf der Passage unter dem Glasdach ist kaum ein Dutzend Passanten unterwegs. Die Geschäfte zu beiden Seiten sind gut besucht – aber von Panikkäufen keine Spur. Voll sind hingegen die Großmärkte für Elektronik und Spielwaren. Trotz langer Schlangen geht es aber auch hier zügig an den Kassen vorwärts. „Es sind viele Leute unterwegs, die es nicht sein müssten“, meint eine junge Mutter. „Aber es hat sich nirgendwo geknubbelt.“ Sie selbst sei nur hier, weil die Oma noch kein Geschenk für das Enkelchen habe.

Letzter Bummel vor dem Lockdown?

12 Uhr: High Noon im neuen Rewe-Markt in Geisweid. Nicht alle Parkplätze sind besetzt. Ein Security-Mann stellt sich, dass nur Kunden mit eigenem Einkaufswagen eintreten. In den engen Gängen sind 1,50 Meter Abstand nicht immer möglich. Ab der Frischetheke staut es sich. 25 bis 30 Kunden warten mehr oder weniger geduldig, bis sie mit Bezahlen an der Reihe sind. Einige gewiefte Kunden nehmen eine Abkürzung vorbei am Putzmittel-Regal und sparen ein paar Minuten. Ansonsten kann es schon 12 bis 15 Minuten dauern. Der normale Einkauf fürs Wochenende, die Weihnachtsfeiertage und die Neugier auf den neuen Laden haben eine Geisweiderin mit ihrer Teenager-Tocher in den Supermarkt geführt. „Es ist schon sehr voll, gerade vor den Kassen.“ Ganz klar, hier ist es viel zu eng.

12.34 Uhr: Zurück in die City. Noch ein Stopp am Aldi an der Hagener Straße. Die Zugangsamepl steht auf Grün, die Kunden nutzen gewissenhaft Desinfektionsmittel für Hände und Wagengriffe. Ist heute wirklich Wochenende? Problemlos geht es durch die Gänge, jedermann scheint entsannt und zurückhaltend zu sein. Auch hier sind die Wagen alles andere als voll, manchmal liegen nur wenige Teile auf dem Kassenband. „Eigentlich ist es so wie immer“, sagt die Verkäuferin. „Wir bleiben ja auch geöffnet“, ergänzt sie vielsagend mit Blick auf die anstehende Entscheidung der Politik. „Die Leute gehen heute dahin, wo es bald nicht mehr geht.“

12.55 Uhr: Aktualisierung der Corona-App: „1 Begegnung mit niedrigem Risiko“. Dieser Status steht dort aber schon seit Freitag.

Das Ordnungsamt der Stadt Siegen bestätigt am Abend den Eindruck der SZ: Es war – abgesehen vom Bereich City Galerie – nicht mehr los als an den vergangenen Wochenenden. Es sei zu keinen außergewöhnlichen Vorfällen gekommen. Sechs Ordnungsamt-Mitarbeiter seien unterstützt von acht Kollegen anderer Abteilungen am Samstag im Einsatz gewesen. Die Leitstelle der Polizei teilte am Abend auf SZ Anfrage mit, dass es zu keinerlei Eskalationen in oder vor Supermärkten und Co. in Siegen gekommen sei. Auch in Kreuztal, Bad Berleburg und beispielsweise Neunkirchen sei es dahingehend friedlich geblieben.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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