Keine Zeit zum Rasten

Zu Gast in Siegen bei der Langen Nacht der polnischen Literatur (v. l.): Dr. Albrecht Lempp sowie die Autoren Olga Tocarczuk und Mikolaj Lozinski.  Foto: Veranstalter
  • Zu Gast in Siegen bei der Langen Nacht der polnischen Literatur (v. l.): Dr. Albrecht Lempp sowie die Autoren Olga Tocarczuk und Mikolaj Lozinski. Foto: Veranstalter
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sz Weidenau. Im Rahmen des Projekts „Lange Nacht der polnischen Literatur“, veranstaltet durch den Verein Ignis Köln, war die Universität Siegen kürzlich Gastgeber für die beiden polnischen Jungautoren Olga Tocarczuk und Mikolaj Lozinski. Olga Tocarczuk stellte ihren aktuellen Roman „Unrast“ vor, in dem es um Momentaufnahmen von einzelnen Reisenden geht, die in einem fragmentartigen Potpourri wiedergegeben werden.

Auch Lozinskis Roman „Reisefieber“ behandelt – wie der Titel schon vermuten lässt – das Reisen: Der Protagonist Daniel reist nach Paris, um sich dort um die Hinterlassenschaft seiner kürzlich verstorbenen Mutter zu kümmern. Doch er reist nicht nur nach Europa, sondern auch in seine eigene Vergangenheit ...

Doch nicht nur das Vorlesen stand im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wurde von Dr. Albrecht Lempp moderiert, der außerdem die Rolle des neugierigen Journalisten übernahm und den Autoren mit gezielten Fragen Hintergrundwissen über ihre Arbeit entlockte. Brigitte Nenzel übernahm die Rolle der Übersetzerin. So wurde das Publikum mit überraschenden Fakten konfrontiert: Der Titel „Reisefieber“ (der übrigens auch auf Polnisch tatsächlich „Reisefieber“ ist) stammt ursprünglich von Lozinskis Freundin, und Selbsterlebtes wurde von dem 29-jährigen Autor literarisch verarbeitet.

Der Roman „Unrast“ heißt auf Polnisch „Die Läufer“ und spielt auf eine aus Russland stammende, orthodoxe Sekte an. Zu den wichtigsten Eigenschaften eines „gläubigen Christen“ gehört laut Sektenanhänger, dass er viel reist und sich geistig weiterbildet. Tut er dies nicht, gerät er in die Fänge des Teufels und sündigt. Außerdem finden sich in „Unrast“ Tocarczuks Lieblingsreiseländer Island und Neuseeland wieder.

Gelesen wurde allerdings nicht von den Autoren selbst, da sie kein Deutsch sprechen. Kurze Textpassagen wurden daher von den beiden deutschen Schauspielern Wieslawa Wesolowska und Jörg Hustiak vorgetragen. Nach der Lesung, die beim deutsch-polnisch gemischten Publikum auf eine sehr positive Resonanz stieß, standen die Autoren für persönliche Nachfragen und Autogrammwünsche zur Verfügung.Natasza Stelmaszyk, Dozentin der Uni Siegen und hauptverantwortliche Organisatorin der Lesung vor Ort, resümierte: „Ein gelungener Abend.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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