„Kinder gestalten Stück mit“

 Die Kinder aus den umliegenden Kindertagesstätten hatten alles andere als Lampen- fieber: Ohne das Stück vorher zu kennen, spielten sie munter mit und schenkten der Inszenierung viel Individualität und Einzigartigkeit. Foto: Sarah Benscheidt
  • Die Kinder aus den umliegenden Kindertagesstätten hatten alles andere als Lampen- fieber: Ohne das Stück vorher zu kennen, spielten sie munter mit und schenkten der Inszenierung viel Individualität und Einzigartigkeit. Foto: Sarah Benscheidt
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sabe - „Vor Kindern zu spielen, ist immer Klasse“ – Ralf Kiekhöfer alias Kowalski, der „Das Kamel aus dem Fingerhut“ vor gespannten Kinderaugen spielte, freute sich über seine gelungene Morgengestaltung. „Es freut mich zu sehen, wie ich die Kinder mit dem Theater aus ihrem Alltag herauslocken kann.“

Um 9 und um 11 Uhr füllte sich nämlich die evangelische Kirche in Erndtebrück mit jeder Menge Kindergartenkindern. Die Kindertagesstätten aus Erndtebrück sowie die Kindergärten aus Benfe, Raumland und Hilchenbach waren zugegen, jeweils verteilt auf die zwei Veranstaltungstermine. Das hatte man von der Kulturinitiative Erndtebrück, die gleichzeitig Initiator der Veranstaltungen war, mit Absicht so organisiert, um den Kindern eine gute Sicht sowie auch eine intimere Atmosphäre gewährleisten zu können. „Das ist ja auch für viele Kinder das erste Mal Theater“, erklärte Darsteller Ralf Kiekhöfer im SZ-Gespräch. So wurde denn das Gotteshaus fast richtig heimelig, wenn sich die Kinder kurzerhand mit bequemen Kissen vor die umfunktionierte Bühne setzten und Kowalski bei seinen Abenteuern durch Tausend und eine Nacht aus direkter Nähe betrachten konnten.

Und darum ging’s: Auf der Suche nach dem gestohlenen Lieblingskamel der Prinzessin Amira, schliddert der Held, also Kowalski, mitten hinein in die geheimnisvolle Welt der orientalischen Märchen. Und er nimmt noch jemanden mit: die Kinder. Hier wird Mitmach-Theater wörtlich genommen. Der erfahrene Figurenspieler, Schauspieler und Musiker wusste die Begeisterung der Kinder perfekt in die schillernde Welt des Bühnenstückes miteinzubringen. So wurde dann so manches Kind zum spontanen Schauspieler. Und weil natürlich niemand die Szenerie vorher kannte, wurde aus dem Stück eine ganz originelle wie individuelle Fassung. „Jedes Kind spielt anders. So wird das Stück immer mit unterschiedlicher Persönlichkeit gefüllt – die Kinder waren auch heute wieder Klasse“, freute sich Ralf Kiekhöfer. Und weiter: „Es gestalten dann praktisch alle das Stück mit, da wird es für mich dann auch schon einmal spontan“, schmunzelte der Puppenspieler.

So drängte man sich gemeinsam über laute Basare, pfiff auf Wasserpfeifen, duellierte sich mit dem Lampengeist, reiste auf fliegenden Teppichen, lernte Bauchtanzen und erlöste die verzauberten Wächter der roten Höhle und rettete schlussendlich das Kamel der Prinzessin.

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