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"Vorsicht heiß": Kinderklinik sensibilisiert
Kinder vor Verbrennungen schützen

Sehen schön aus, können aber gefährlich sein: Wunderkerzen. Gerade in der Weihnachts- und Silvesterzeit lauern besonders viele Gefahrenquellen für Verbrennungen oder Verbrühungen. Dafür will unter anderem die DRK-Kinderklinik sensibilisieren.
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sz/tika Siegen/Bad Berleburg. Gerade, aber nicht nur in der Weihnachtszeit ist die Gefahr von Brandverletzungen besonders präsent – insbesondere bei Kindern. Im Rahmen des „Tages des brandverletzten Kindes“, der sich immer im Dezember jährt, legte die DRK-Kinderklinik Siegen jetzt den Fokus auf diese Risiken. Es ging dabei darum, für die Gefahren thermischer Verletzungen bei Kindern zu sensibilisieren. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Vorsicht heiß“.
Zulauf am JahresendeAllein in der Kinderklinik in Siegen mussten aus diesem Grund 2020 bislang30 Patienten stationär behandelt werden. „Leider gibt es zum Jahresende immer einen Zulauf aufgrund der entsprechenden Gegebenheiten von Weihnachten und Silvester.

sz/tika Siegen/Bad Berleburg. Gerade, aber nicht nur in der Weihnachtszeit ist die Gefahr von Brandverletzungen besonders präsent – insbesondere bei Kindern. Im Rahmen des „Tages des brandverletzten Kindes“, der sich immer im Dezember jährt, legte die DRK-Kinderklinik Siegen jetzt den Fokus auf diese Risiken. Es ging dabei darum, für die Gefahren thermischer Verletzungen bei Kindern zu sensibilisieren. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Vorsicht heiß“.

Zulauf am Jahresende

Allein in der Kinderklinik in Siegen mussten aus diesem Grund 2020 bislang30 Patienten stationär behandelt werden. „Leider gibt es zum Jahresende immer einen Zulauf aufgrund der entsprechenden Gegebenheiten von Weihnachten und Silvester. Wir wollen für dieses Thema sensibilisieren“, erklärte der Pressesprecher der Kinderklinik, Arnd Dickel, gegenüber der Siegener Zeitung. Klar ist damit auch, dass das Jahr 2020 trotz Corona-Pandemie in dieser Statistik bislang im Durchschnitt liegt: Im Jahr 2019 behandelte die Kinderklinik 39 Patienten mit einer entsprechenden Diagnose stationär. In Deutschland werden jährlich mehr als 7500 Kinder unter 15 Jahren aufgrund eines Verbrennungs- und Verbrühungsunfalls stationär behandelt.

Vorsicht auch bei Heißgetränken

Trotz optimaler medizinischer Versorgung führen Brandverletzungen häufig zu lebensverändernden Folgen für das Kind und oft auch für Eltern und Familie, so Susanne Falk. „Ein Heißgetränk kann bei einem Kleinkind drittgradige Verbrennungen mit bleibenden Narben verursachen. Als bundesweite Organisation für Familien mit brandverletzten Kindern nehmen wir den Aktionstag zum Anlass, Bewusstsein dafür zu schaffen“, erklärte die Vorsitzende von Paulinchen, der Initiative für brandverletzte Kinder.

Kinder unter fünf Jahren stark gefährdet

Unter anderem mit drei neuen Präventionsfilmen zeigt Paulinchen noch einmal die Hauptgefahren für Kleinkinder bis zwei Jahren. „Gerade kleine Kinder unter fünf Jahren sind im Haushalt oft durch unachtsames Verhalten von uns Erwachsenen stark gefährdet. Gefahren durch heiße Oberflächen wie Kaminofen, Herdplatte oder Backofentür oder aber Flüssigkeiten wie zum Beispiel Tee oder Kaffee werden unterschätzt. Die sensible Kinderhaut wird auch schon bei kurzer Kontaktzeit langfristig geschädigt und es bleiben Narben fürs Leben. So ist die wichtigste Therapie, auf die Gefahr hinzuweisen und so durch aufmerksameres Verhalten von Eltern und Angehörigen Verletzungen vorzubeugen“, erklärte Dr. Tobias Went, Oberarzt der Abteilung Kinderchirurgie an der DRK-Kinderklinik Siegen. „Heiße Flüssigkeiten sind für kleine Kinder eine sehr folgenschwere Gefahr, eine Tasse Tee kann ein Drittel der Haut eines Kleinkindes verbrühen“, führte der Experte für Brandverletzungen vom Wellersberg weiter aus.

Materialien zur Prävention

Im Internet unter www.tag-des-brandverletzten-kindes.de stellt der Verein Paulinchen, Initiator und Ausrichter des Aktionstages, neben kostenfreien Materialien zur Prävention und Unfallverhütung auch die bundesweiten Aktionspartner wie Kliniken, Feuerwehren, Kitas und ähnliche vor. Das gemeinsame Ziel der Initiative und der Experten der Siegener Kinderklinik ist es, Kinder und Jugendliche vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen zu schützen, gerade Eltern und Großeltern für Gefahren zu sensibilisieren und zu zeigen, wie man diese folgenschweren Unfälle verhindern kann. Dabei sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Nichts Heißes essen oder trinken, während ein Kind auf dem Arm oder Schoß ist.
  • Heißgetränke nie zu nah an den Rand von Tisch- und Arbeitsplatte oder auf dem Boden abstellen. 
  • Keine herabhängenden Tischdecken verwenden; Kinder könnten sich daran hochziehen. 
  • Wasserkocher und andere elektrische Geräte immer außer Reichweite von Kindern stellen. Vorsicht mit herabhängenden Kabeln. 
  • Kinder von heißen Flächen wie Herdplatten, Kaminöfen und Backöfen fernhalten. 
  • Immer auf den hinteren Herdplatten kochen und die Griffe von Töpfen und Pfannen nach hinten drehen. Kochfeld mit einem Herdschutzgitter sichern, damit Kinder nicht auf heiße Platten fassen oder Töpfe auf sich herab ziehen können. 
  • Badewassertemperatur immer kontrollieren, niemals nur heißes Wasser einlaufen lassen. Wasserhähne mit Thermostat sichern. 
  • Wärmflaschen mit Wasser unter 50 Grad Celsius befüllen und die Flasche gut verschließen (bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern keine Wärmflaschen verwenden). 

Genau hinsehen und mitdenken

Große Schmerzen, zahlreiche Operationen und Behandlungen, die sich oft über Monate und Jahre hinziehen, sind sonst häufig die traurige Folge für die betroffenen Kinder. Wer genauer hinsieht und für sein Kind mitdenkt, der kann laut Pressemitteilung bis zu 60 Prozent der Unfälle verhindern. „In der Brandschutzerziehung geht es nicht nur um Verbote, die zugleich ja auch neugierig machen, sondern eher darum, gemeinsam mit dem Kind die Gefahren zu erkunden und so verstehen zu lernen“, erläuterte Chefarzt Dr. Stefan Beyerlein. Weitere Informationen gibt es in der kinderchirurgischen Abteilung der DRK-Kinderklinik Siegen auf dem Wellersberg und im Internet unter www.paulinchen.de.

Sehen schön aus, können aber gefährlich sein: Wunderkerzen. Gerade in der Weihnachts- und Silvesterzeit lauern besonders viele Gefahrenquellen für Verbrennungen oder Verbrühungen. Dafür will unter anderem die DRK-Kinderklinik sensibilisieren.
Tobias Went.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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