Kindergarten schließt

 Im Jahr seines 25-jährigen Bestehens läuft die Uhr für den AWo-Kindergarten in Hesselbach offenbar ab. Die Schließung zum 31. Juli 2018 ist beschlossene Sache. Foto: Holger Weber
  • Im Jahr seines 25-jährigen Bestehens läuft die Uhr für den AWo-Kindergarten in Hesselbach offenbar ab. Die Schließung zum 31. Juli 2018 ist beschlossene Sache. Foto: Holger Weber
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vö/howe - Kreisweit wird aktuell über 400 fehlende Plätze in der Kinderbetreuung diskutiert (vgl. Berichterstattung auf Seite 3), in Hesselbach sind die Probleme gänzlich anders gelagert. Denn in der Ortschaft im Banfetal wird der Betrieb der dortigen AWo-Kindertagesstätte, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern wollte, zum 31. Juli 2018 eingestellt. Darüber wurde die Bevölkerung am Freitagabend beim Bürger-Treffen informiert. Trotz aller Bemühungen aus der Ortschaft heraus – vor allem auch seitens des Elternrates – scheint die kleine Einrichtung nicht dauerhaft zu halten sein.

Entsprechende SZ-Informationen bestätigte die Hesselbacher Ortsvorsteherin Petra Tang gestern Nachmittag auf Anfrage. Die Lücke zwischen der Ist-Zahl und der Soll-Zahl an Kindern sei einfach zu groß geworden, nachdem es aktuell noch eine weitere Abmeldung gegeben habe. Vor wenigen Tagen habe es dann ein gemeinsames Gespräch mit Vertretern der Kreisverwaltung, der AWo, der Stadtverwaltung Bad Laasphe, des Elternrates und den Erzieherinnen gegeben, in dem die Situation erörtert worden sei: „Die Stimmung war wirklich schlecht, aber das ist auch nachvollziehbar.“ Generell wird das Problem der zu wenigen Kinder dadurch verstärkt, dass auch Hesselbacher Jungen und Mädchen Kindergärten in Bad Laasphe besuchen, weil es dort noch ausgedehntere Betreuungsangebote gibt.

Dennoch ist in Hesselbach noch nicht alles verloren. „Die Aussicht auf eine Großtagespflege ist aber ein Strohhalm, an den wir uns klammern“, gab Petra Tang zu bedenken. Die könne ebenfalls unter Trägerschaft der AWo eingerichtet werden. Klar sei allerdings auch, dass dort keine Erzieherinnen, sondern ausgebildete Tagesmütter beschäftigt würden.

Torsten Manges, Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, erklärte gestern auf SZ-Anfrage, dass die Fragestellungen für das Banfetal ja schon länger im Raum stünden. Ganz konkret gehe es um eine gemeinsame Lösung für die Ortschaften Banfe, Fischelbach und Hesselbach. Klar sei, dass auch die AWo sehr konkrete Vorstellungen habe. Eine Druckvorlage mit Beschlussvorschlag werde für die Sitzung des Kreis-Jugendhilfeausschusses am Dienstag, 6. März (16 Uhr), erarbeitet.

Die Möglichkeit einer Großtagespflege bestehe generell immer, so Torsten Mangges ergänzend, um Ersatz zu schaffen für ein wegbrechendes Angebot. Das sei nicht isoliert für eine mögliche Schließung in Hesselbach zu sehen. Ganz aus heiterem Himmel kommt die Entscheidung in Hesselbach aktuell nicht – bereits im Herbst hatte es Diskussionen um den Fortbestand der drei Kindergärten im Banfetal gegeben. Künftig könne nicht in jedem Dorf eine Kita bestehen bleiben, so hatte sich Kreisverwaltungs-Dezernent Henning Setzer geäußert. Und AWo-Regionalleiterin Esther Dreisbach hatte ebenfalls auf nicht steigende Geburtenzahlen im Banfetal verwiesen: „Wir müssen natürlich irgendwann auf den Bedarf reagieren. Mit Blick auf die demographische Entwicklung besteht der Wunsch, irgendwann einen Neubau für alle Kinder im Banfetal zu realisieren.“

Bereichsleiterin Patricia Hecker hatte ebenfalls im Herbst darauf hingewiesen, dass die Kita in Hesselbach immer eine Notgruppe gewesen sei und größtenteils nicht ausgelastet gewesen sei. Dies könnte der Einrichtung jetzt zum Verhängnis geworden sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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