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Zahl der Inobhutnahmen schwankt
Kinderschutz durch Corona erschwert

„Fakt ist, dass der Kinderschutz in der Corona-Pandemie erschwert ist“, sagt Kreispressesprecher Torsten Manges.
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js Siegen/Bad Berleburg. Die Zahl der Inobhutnahmen durch die Jugendämter der Stadt Siegen und des Kreises Siegen-Wittgenstein sind in der Corona-Pandemie nicht gestiegen – im Zuständigkeitsbereich der Krönchenstadt sind sie sogar ein wenig zurückgegangen.

Georg Ritter, Leiter der Abteilung Soziale Dienste bei der Stadt Siegen, hat keine genaue Erklärung für dieses interessante Phänomen – wohl aber eine Vermutung. „Die Kinder gehen seltener in die Schule, sodass die Probleme weniger zutage kommen.“ Die Jugendämter seien auf Mitteilungen der Regeleinrichtungen wie Schule und Kita angewiesen. „Wir gehen allem nach, aber es kommt weniger von der Problematik bei uns an.“

2016 ordnete das Siegener Jugendamt 66 Inobhutnahmen an, 2017 waren es 67, im Jahr darauf 66, 2020 waren es 63.

js Siegen/Bad Berleburg. Die Zahl der Inobhutnahmen durch die Jugendämter der Stadt Siegen und des Kreises Siegen-Wittgenstein sind in der Corona-Pandemie nicht gestiegen – im Zuständigkeitsbereich der Krönchenstadt sind sie sogar ein wenig zurückgegangen.

Georg Ritter, Leiter der Abteilung Soziale Dienste bei der Stadt Siegen, hat keine genaue Erklärung für dieses interessante Phänomen – wohl aber eine Vermutung. „Die Kinder gehen seltener in die Schule, sodass die Probleme weniger zutage kommen.“ Die Jugendämter seien auf Mitteilungen der Regeleinrichtungen wie Schule und Kita angewiesen. „Wir gehen allem nach, aber es kommt weniger von der Problematik bei uns an.“

2016 ordnete das Siegener Jugendamt 66 Inobhutnahmen an, 2017 waren es 67, im Jahr darauf 66, 2020 waren es 63. Die Verweildauer schwankte zwischen 81 Tagen im Jahr 2017 und 39 Tagen im Jahr 2019. Wie lange die Kinder und Jugendlichen in die Obhut des beauftragten freien Trägers kommen, hänge vom jeweiligen Krisenfall ab.

Lockdown und Homeschooling ein Problem

Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat keine Auffälligkeiten in dieser Hinsicht bemerkt. Wie Behördensprecher Torsten Manges der SZ mitteilte, wurden 2019 insgesamt 110 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, im Coronajahr 2020 waren es 111, 2021 gab es bislang neun Fälle. „Dass es nachhaltig und anhaltend weniger Inobhutnahmen gibt, können wir so nicht feststellen, gleichwohl gibt es Schwankungen“, sagt auch Thorsten Entrop, Regionalleiter der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort, besagtem freien Träger.

„Fakt ist, dass der Kinderschutz in der Corona-Pandemie erschwert ist, weil durch Lockdown und Homeschooling die Bezugssysteme fehlen, in denen Kinder ansonsten regelmäßig wahrgenommen werden – in der Schule und Kita, im Sportverein oder anderen Freizeiteinrichtungen.“ Das seien Stellen, die in normalen Zeiten Auffälligkeiten auch kundtun würden. Einen Unterschied gebe es zu Familien, die bereits vor und während der Pandemie ambulant betreut werden. „Wir haben auch im Lockdown den Kontakt nie abreißen lassen und Möglichkeiten gefunden, durch Gespräche im Freien und Videochats weiter für die ambulant betreuten Familien da zu sein“, so Entrop.

Aktuell seien die vier Plätze der Inobhutnahme Weidenau nicht belegt, dieses Angebot weise aber eine große Besonderheit auf. „Diese vier Plätze werden für Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren vorgehalten, die mit den regulären Angebotsstrukturen im Rahmen der Jugendhilfe nicht erreichbar sind oder sich diesen entziehen, sich quasi teilweise für ein Leben auf der Straße entschieden haben.“ Kennzeichen dieser Hilfeform sei es, eine ausreichende Grundversorgung für die betreffenden jungen Menschen zu gewährleisten und bei Bedarf auch pädagogische Hilfestellung zu ermöglichen. „Sie ist jeweils erst ab abends geöffnet.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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