Kreuztaler Allianz bröckelt
Kirche: Predigende Frauen unverzichtbar

Die Stadtmission am Kreuztaler Ginsterweg hat theologische Differenzen mit der ev. Kirchengemeinde, möchte diese aber nicht öffentlich diskutieren. Die Kirchengemeinde stell klar: Die Berufung von Frauen ins Pfarramt  sei für sie  unverzichtbar und bereichernd.
  • Die Stadtmission am Kreuztaler Ginsterweg hat theologische Differenzen mit der ev. Kirchengemeinde, möchte diese aber nicht öffentlich diskutieren. Die Kirchengemeinde stell klar: Die Berufung von Frauen ins Pfarramt sei für sie unverzichtbar und bereichernd.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Kreuztal.  Die Allianzgebetswoche in Kreuztal, die wie andernorts auch am Sonntag beginnt, wird in diesem Jahr ohne die ev. Kirchengemeinde Kreuztal stattfinden. Der Anlass: offensichtlich grundlegende Unstimmigkeiten mit „einem der Kooperationspartner“. Gemeint ist die Stadtmission Kreuztal.„Die ev. Kirchengemeinde Kreuztal hat entschieden, ihre Teilnahme an der Allianzgebetswoche in diesem Jahr ruhen zu lassen. Es ist für sie in einem Vorgespräch der Eindruck entstanden, dass Frauen nach Ansicht von Teilen der Allianzpartner prinzipiell nicht predigen sollen“, hieß es in einer vorsichtig formulierten Stellungnahme von Gemeinde und ev. Kirchenkreis Siegen. „Für unsere ev. Landeskirche steht die Berufung von Frauen ins Pfarramt außer Frage und ist seit langem geübte, unverzichtbare und bereichernde Praxis. Die Kirchengemeinde Kreuztal will dennoch weiterhin das Gespräch mit den Allianzpartnern über die künftige Zusammenarbeit suchen.“ Aus Kreisen der ev. Kirchengemeinde hieß es ergänzend: Allianzgebetswochen seien ja dafür da, gemeinsam zu beten – und nicht theologische Differenzen „nach vorne zu stellen“.

 Stadtmission möchte  theologische  Unterschiede "nicht öffentlich diskutieren"

Was sagt die Stadtmission zu dieser Angelegenheit? Was ist ihrer Ansicht nach der Stein des Anstoßes? Wie ist ihre Sicht der Dinge? Die SZ bat Gemeindeleiter Samuel Epp um eine Stellungnahme. Dieser bedankte sich einerseits dafür, teilte aber sodann mit, er wolle sich „zu dem Sachverhalt nicht äußern, da es zwischen der Gemeinschaft Osthelden und der Kirche noch Gespräche geben“ solle. Einer Klärung solle dem „nichts im Wege stehen“.  Und, so Epp: „Die theologischen Unterschiede zwischen der Kirche und der Stadtmission Kreuztal möchte ich in der Öffentlichkeit nicht diskutieren.“ Der Präses des ev. Gemeinschaftsverbands Siegerland-Wittgenstein, Manfred Gläser, teilte auf SZ-Anfrage lediglich mit: Der Gemeinschaftsverband überlasse es den örtlichen Gemeinschaften vor Ort, „wie sie mit den Kirchengemeinden zusammenarbeiten“.

Gespräche mit Kooperationspartner Osthelden

Der ev. Kirchengemeinde Kreuztal ist es weiterhin wichtig, die „Brücken nicht abzubauen“. In internen Gesprächen solle nun über die Möglichkeiten zukünftiger Kooperationen gesprochen werden. An der Allianzgebetswoche sind seit einigen Jahren neben der Kirchengemeinde auch die Stadtmission Kreuztal und die Gemeinschaften Osthelden sowie Eichen beteiligt. Die gute Kooperation mit den Ostheldenern währt laut Kreuztals Pfarrer Thies Friederichs schon seit rund 17 Jahren. Es stehe nun ein Gespräch an, bestätigte auch deren Sprecher Dr. Horst Wiedenhaupt: „Wir wollen schauen, wie wir gemeinsam weiterkommen. Wir würden es sehr bedauern, wenn die Zusammenarbeit nicht mehr zustande käme.“ Dies, so Wiedenhaupt auf Nachfrage, beziehe sich auch schon auf die Gestaltung der kommende Woche.  Pfarrer Thies Friederichs betonte ebenfalls: Wie Osthelden, so habe die Kirchengemeinde ein großes Interesse an der Fortführung der seit vielen Jahren guten Gemeinschaft. Im Vorjahr habe man z. B. den Gottesdienst zum 675-jährigen Bestehen Ostheldens gemeinsam zelebriert.

Kreuztal hat seit Herbst wieder  eine Pfarrerin

Kirchenkreis und Gemeinde sind in ihren öffentlichen Stellungnahmen deutlich um Sachlichkeit bemüht – es liegt allerdings auf der Hand, dass die offensichtlich grundlegenden theologischen Differenzen mit der neuen Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Kreuztal – Mirjam Klein – zu tun haben, deren Mitwirkung an der Allianzwoche natürlich geplant war, denn: Sie wurde kürzlich erst als Pfarrerin im Probedienst ins Amt eingeführt. Superintendent Peter-Thomas Stuberg stellte die damals 33-Jährige Mitte Oktober in einem Gottesdienst in Fellinghausen vor. Sie übernimmt unter Begleitung von Pfarrer Thies Friederichs sämtliche Aufgaben einer Pastorin in Kreuztal. Zum Hintergrund: Die Pfarrstelle für die westlichen Bezirke Fellinghausen, Junkernhees und Osthelden war vakant, nachdem Pastor Thomas Rabenau in die Krankenhausseelsorge gewechselt war.

Friedenskirche:  "normale Gottesdienste"

Das Programm für die Allianzgebetswoche in Kreuztal stand natürlich schon länger fest. Die ev. Kirchengemeinde lädt nun aber – zeitgleich zum offiziellen Auftakt der Woche – für Sonntag, 12. Januar, ab 10 Uhr zu einem „ganz normalen Gottesdienst in die ev. Friedenskirche nach Fellinghausen ein“, wie Thies Friederichs am Sonntag auch schon der Gemeinde mitgeteilt hat. Auf der Homepage der Stadtmission zur Allianzgebetswoche fehlen nun Termine, die eigentlich in der Friedenskirche stattfinden sollten: Sie waren ursprünglich für Donnerstag und Samstag anberaumt.
In Fellinghausen wird am Sonntag, 19. Januar, zudem ab 10 Uhr ein weiterer „normaler“ Gottesdienst gefeiert – mit Pfarrerin Klein. Der eigentlich dort terminierte Abschlussgottesdienst der Allianzwoche sollte unter dem Motto „...in das Haus des Herrn“ stehen. Dem Vernehmen nach soll an diesem Themenschwerpunkt aber nicht festgehalten werden ...

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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