„Klafeld“ nun unübersehbar

 Die sieben Großbuchstaben, gehalten im RAL-Farbton „verkehrsweiß“, sind weithin sichtbar. Der Schriftzug am Geisweider „Monte Schlacko“ soll einen Denkprozess anstoßen. Abermals also wurde der Schlackehügel für eine Aktion genutzt – diesmal aber nicht für die große Kunst, sondern für handfeste Anliegen der Bürger. Foto: Jan Schäfer
  • Die sieben Großbuchstaben, gehalten im RAL-Farbton „verkehrsweiß“, sind weithin sichtbar. Der Schriftzug am Geisweider „Monte Schlacko“ soll einen Denkprozess anstoßen. Abermals also wurde der Schlackehügel für eine Aktion genutzt – diesmal aber nicht für die große Kunst, sondern für handfeste Anliegen der Bürger. Foto: Jan Schäfer
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ch - Die Buchstaben, zehn Meter unterhalb der Bergkuppe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion am Weihnachtswochenende errichtet, sind unübersehbar. „KLAFELD“ prangt in der Schriftart Arial fett am Hang des „Monte Schlacko“ in Geisweid. Die komplette Konstruktion ist 9,6 Meter breit und 1,54 Meter hoch, wiegt immerhin rund 250 Kilogramm. Oder anders ausgedrückt: Die Buchstaben haben die Schriftgröße 6060 Punkt. Mit ihnen möchte das „Klafeld Project“ Aufmerksamkeit erzeugen. Nicht mehr und nicht weniger. Und, ja, es geht auch um kapitale Kritik „an den Zuständen“ in diesem Siegener Stadtteil, wie es die Projektgruppe um einen Geisweider Unternehmer im Gespräch mit der SZ ausdrückte.

Sie möchte zunächst anonym bleiben. Noch. Sie möchte mit den Stahlblechen einen „Denkprozess anstoßen“: In 250 Arbeitsstunden wurde die massive Verbundkonstruktion erdacht und erbaut, dann mit Stahlankern im Berg auf dem Gelände der Deutschen Edelstahlwerke befestigt. Sie prangt im RAL-Farbton „verkehrsweiß“ über dem Tal, „um zu verdeutlichen, was Klafeld war und was es auch heute noch sein sollte. Ein Ort, der den Menschen, die dort leben, eine Heimat gibt“. Um diesen Ort sei es schlecht bestellt, begründet das „Klafeld Project“ (die englische Schreibweise rührt daher, dass die Ursprungsidee für die Aktion im englischsprachigen Auslandsurlaub entwickelt wurde).

Das Anbringen des Schriftzuges sei keine „Gaudi“ bzw. kein „Riesenspaß“, sondern solle klar machen, dass angefangen von der Namensgebung des Stadtteils bis hin zur Stadtentwicklung „einiges schief gelaufen ist“. Es gebe nur einen „Flickenteppich halbherziger Versuche“ von Politik und Verwaltung, das einst blühende Quartier wiederzubeleben. Im Klartext: Die Gruppe fordert ein neues Konzept, um „Klafeld“ zu stärken: „Wenn es zu ermöglichen wäre, sollte unser Marktplatz wieder die Begegnungsstätte sein, auf dem natürlich auch der Wochenmarkt stattfindet. Ob die Rathausstraße zu retten ist, bleibt, abzuwarten. Dennoch brauchen wir auch hier einen vernünftigen Plan!“

Mit dem Klafeld-Schriftzug soll in einer ersten Welle Resonanz erzeugt werden, weitere Aktionen sind geplant, ebenso der Schritt der Gruppe raus aus der Anonymität – „beizeiten, wir wollen glaubwürdig bleiben“. Das Echo zu der eigentlich illegalen Protestaktion fiel bislang überwiegend positiv aus. Bürger auf der Straße lobten die Idee, Initiativen wie „Gut für Geisweid“ das Ansinnen: „Wenn wir Veränderungen erreichen wollen, müssen wir Klartext reden und dann handeln“, so Wolfgang Lingemann. Thomas Baumgarten vom Modehaus Geisweid ergänzte: „Wir brauchen mehr Bewegung in diesem Stadtteil in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Nach dem Umbau des Siegener Südens und der Siegener Innenstadt sind wir mal dran!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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