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Dr. Paul Fiedler vom Kreisklinikum Weidenau
Klarer Trend: Mehr ungeimpfte Corona-Patienten

Die Patientenstruktur im Kreisklinikum zeigt, dass das Impfen gegen Corona hilft. Diejenigen, die trotz Impfung in Krankenhaus müssen, sind laut Dr. Paul Fiedler meist milder erkrankt.
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  • Die Patientenstruktur im Kreisklinikum zeigt, dass das Impfen gegen Corona hilft. Diejenigen, die trotz Impfung in Krankenhaus müssen, sind laut Dr. Paul Fiedler meist milder erkrankt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild) / Archiv / jab
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Weidenau. Die aktuellen Siegen-Wittgensteiner Kennzahlen vom Freitag zur Covid-19-Lage sind nicht rosig, aber auch nicht total katastrophal. 803 Infizierte (leicht gesunken), Inzidenz bei 137,2 und 14 Corona-Kranke in stationärer Behandlung, vier davon intensivpflichtig. Dazu erstmals seit langer Zeit auch wieder vier stationäre Fälle von außerhalb des Kreisgebiets.

„Ja, die liegen fast alle bei uns im Kreisklinikum Siegen in Weidenau“, erklärt sich Dr. Paul Fiedler zuständig. Er ist der leitende Oberarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin. Impfdurchbrüche, ein heikles Thema: Gibt es auch in Siegen (und Umgebung) Corona-Kranke mit vollem Impfstatus?

mir Weidenau. Die aktuellen Siegen-Wittgensteiner Kennzahlen vom Freitag zur Covid-19-Lage sind nicht rosig, aber auch nicht total katastrophal. 803 Infizierte (leicht gesunken), Inzidenz bei 137,2 und 14 Corona-Kranke in stationärer Behandlung, vier davon intensivpflichtig. Dazu erstmals seit langer Zeit auch wieder vier stationäre Fälle von außerhalb des Kreisgebiets.

„Ja, die liegen fast alle bei uns im Kreisklinikum Siegen in Weidenau“, erklärt sich Dr. Paul Fiedler zuständig. Er ist der leitende Oberarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin. Impfdurchbrüche, ein heikles Thema: Gibt es auch in Siegen (und Umgebung) Corona-Kranke mit vollem Impfstatus? Klares Ja, bestätigt der Mediziner, „bis zur neuerlichen Welle waren es allerdings nur zwei solcher Patienten, die wir stationär versorgen mussten“.

Trend im Kreisklinikum Weidenau geht hin zu ungeimpften Patienten

Und jetzt? Die sogenannte vierte Welle hat offenbar vieles verändert. Zur Corona-Behandlung im Weidenauer Spital haben die Ärzte „weit über 50 Prozent Ungeimpfte“ auf Station bekommen. Teilgeimpfte sind einzeln dazwischen, dazu auch ein paar Vollgeimpfte: Deren genaue Zahl will Dr. Fiedler (noch) nicht nennen, statistisch sei die Zahl noch klein und überschaubar. Womöglich könnten sich dann einzelne Patienten wiedererkennen.
Transparenter geht es im Kreis Olpe zu: Drei Personen mit vollem Impfschutz befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung, ihr Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren.

Dr. Paul Fiedler.

Aufgepasst: Exoten hat Dr. Fiedler auch schon zur Corona-Behandlung im Haus gehabt, geimpfte Personen mit in der EU nicht zugelassenen Vakzinen. Sein vorläufiges Urteil: „Der Trend geht hin zu mehr ungeimpften Patienten. Die Geimpften unter den Infizierten mit stationärer Aufnahme erkranken in aller Regel nicht so schlimm, das zeigt sich auch hier bei uns. Unter ihnen befinden sich keine Schwerstkranken, es hat aus der Gruppe jetzt noch keine Todesfälle gegeben.“ Eine Zuordnung zu diesem oder jenem Impfstoff lasse sich noch nicht eindeutig vornehmen.

Ein Detail ist Dr. Fiedler aufgefallen: „Unter den Geimpften mit Symptomen sind eher solche zu finden, die bereits im Januar oder Februar geimpft worden sind, also auch Ältere. Möglicherweise weitet sich das zu einem Trend aus.“ Soll heißen: Die Antikörper sind bei diesen Menschen nicht mehr in der Masse vorhanden, wie das eigentlich wünschenswert wäre. Grundsätzlich sind unter den Covid-Patienten auch zunehmend jüngere Menschen zu finden.

Keine Überlastung des Gesundheitssystems in der Region

14 Infizierte auf Station im gesamten Kreisgebiet, darin sieht Dr. Fiedler keine Überlastung unseres Gesundheitssystems in Südwestfalen. „Wir können die zu uns kommenden Menschen alle gut versorgen, das steht fest.“ Sollten die Weidenauer Klinik einmal kurzzeitig vom Netz sein und niemanden mehr aufnehmen, habe das in aller Regel mit Unfällen zu tun, wenn Verletzte schnell und intensiv versorgt werden müssten. Noch ein Detail: die vier Corona-Patienten von außerhalb. „Das sehe ich völlig leidenschaftslos, diesen Menschen helfen wir, und das ist gut so“, bezieht Dr. Fiedler klar Position.
Eine weitere Kennzahl sind die aktuell 803 Infizierten zwischen dem offensichtlich coronafreien Erndtebrück und dem städtischen Siegen mit 463 Erkrankten. Mit der Zahl 803 kann Fiedler nicht viel anstellen. Seine Analyse geht eher in die Richtung: In der ersten Welle voriges Jahr habe man es ausschließlich mit Ungeimpften zu tun gehabt, medizinisch habe man dabei ein gutes Gefühl dafür gehabt, was noch kommen könnte. Der Unterschied nun aus Fiedlers Sicht: „Jetzt aber merken wir, die Zahl der Fälle zieht an, die Lage zündet allerdings noch nicht durch, wir haben noch nicht übermäßig viel zu tun. Es ist längst nicht so schlimm wie im vergangenen Winter um Weihnachten.“

Sollte sich die Pandemie abermals verschärfen, „wird unsere Geschäftsleitung reagieren. Wie vor Weihnachten. Die Strukturen stehen ja. Damals haben wir es gut geschafft, das könnten wir jetzt auch wieder leisten.“
Für alle Geimpften draußen im Land hat der Mediziner noch eine Botschaft parat. Auch geimpfte Menschen könnten andere Personen anstecken, falls sie sich infizieren sollten: „Man darf nicht alle Vorsicht fallen lassen.“ Also: Maske muss sein.

Die Patientenstruktur im Kreisklinikum zeigt, dass das Impfen gegen Corona hilft. Diejenigen, die trotz Impfung in Krankenhaus müssen, sind laut Dr. Paul Fiedler meist milder erkrankt.
Dr. Paul Fiedler.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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