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Große Waldbrandgefahr
Kleiner Funke, großes Feuer

Bei der anhaltenden Hitze können sich Waldbrände rasant ausbreiten. Um schlimme Bilder – wie hier bei Eschenbach – zu vermeiden, warnt Kreisbrandmeister Bernd Schneider zum Beispiel vor offenem Feuer im Wald.
  • Bei der anhaltenden Hitze können sich Waldbrände rasant ausbreiten. Um schlimme Bilder – wie hier bei Eschenbach – zu vermeiden, warnt Kreisbrandmeister Bernd Schneider zum Beispiel vor offenem Feuer im Wald.
  • Foto: kalle (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ap Siegen. Der Sommer ist da – und wird auch erst einmal bleiben. Viel Sonne und nur wenig Regen sorgen für bestes Freibadwetter. Aber die tropenähnlichen Temperaturen haben auch ihre Schattenseiten: In den Wäldern unserer Region herrscht erhöhte Brandgefahr, die anhaltende Dürre sorgt für höchste Alarmbereitschaft bei der Feuerwehr. Es braucht nur einen kleinen Funken, um die trockenen Stämme, Nadeln und Blätter blitzschnell in ein loderndes Flammenfeld zu verwandeln.
20 Wald- und FlächenbrändeDie Trockenheit der vergangenen Wochen macht sich in der Einsatzstatistik der Löschtruppen bemerkbar. Seit dem 1. Juli mussten im Kreis Siegen-Wittgenstein 20 Wald- und Flächenbrände bekämpft werden. „Ein Feuer verbreitet sich rasend schnell.

ap Siegen. Der Sommer ist da – und wird auch erst einmal bleiben. Viel Sonne und nur wenig Regen sorgen für bestes Freibadwetter. Aber die tropenähnlichen Temperaturen haben auch ihre Schattenseiten: In den Wäldern unserer Region herrscht erhöhte Brandgefahr, die anhaltende Dürre sorgt für höchste Alarmbereitschaft bei der Feuerwehr. Es braucht nur einen kleinen Funken, um die trockenen Stämme, Nadeln und Blätter blitzschnell in ein loderndes Flammenfeld zu verwandeln.

20 Wald- und Flächenbrände

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht sich in der Einsatzstatistik der Löschtruppen bemerkbar. Seit dem 1. Juli mussten im Kreis Siegen-Wittgenstein 20 Wald- und Flächenbrände bekämpft werden. „Ein Feuer verbreitet sich rasend schnell. Das sieht man daran, dass fünf der gemeldeten Flächen eine Größe von mehr als 200 Quadratmetern hatten“, schildert Bernd Schneider, Siegen-Wittgensteins Kreisbrandmeister, auf Nachfrage der SZ.

Kurzer Starkregen hilft nicht

Eine Entwarnung in Sachen Waldbrandgefahr ist derzeit nicht in Sicht. „Eine Linderung der Hitze ist aktuell ab Freitag wahrscheinlich, aber nur in den sommerlichen Bereich von 23 bis 30 Grad“, informiert Carsten Beyer, Betreiber der Facebook-Seite „Meteo Siegerland“. Um die Gefahr eines Brandes zu reduzieren, müsse es jedoch deutlich mehr abkühlen und vor allem konstant regnen, darauf weist Sebastian Scholz, zuständiger Mitarbeiter des Kreishauses, hin. Heißt: Durch vereinzelte Schauer wird die Brandgefahr nicht gemindert, so Hobbymeteorologe Carsten Beyer. „Regnet es nur kurz, wenn auch sehr stark, kann das Wasser nicht in die trockenen Böden eindringen.“ Kurzweiliger Starkregen helfe nicht, die Brandgefahr in unseren Wäldern zu minimieren, sondern begünstige nur das Volllaufen der Talsperren und Flüsse. Deshalb sei das Risiko aktuell sehr groß.

Waldbrandkonzept in Arbeit

Für den Fall der Fälle versucht sich die Feuerwehr momentan durch Übungen und diverse Vorkehrungen bestmöglich vorzubereiten. „Wir befinden uns derzeit in der Erstellung eines umfangreichen Waldbrandkonzeptes. Die Planungsphase ist jetzt in den letzten Zügen, und spätestens im nächsten Frühjahr können wir das Konzept dann endgültig in die Tat umsetzen“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Drei Kilometer Schlauchlänge

Aber auch jetzt schon seien genügend Einsatzmittel vorhanden, mit denen man große brennende Flächen bekämpfen könne. „Neben fünf Waldbrandzügen wurden mehrere Wasserförderzüge neu zusammengestellt, sodass wir theoretisch mit insgesamt mehr als drei Kilometern Schlauchlänge löschen können.“ Um schnellstmöglich die lodernden Flammen unter Kontrolle zu bekommen, werde dem Löschwasser ein spezielles Netzmittel beigemischt. „Das löst die Oberflächenspannung des Wassers etwas auf und wir können eine bessere Löschwirkung erzielen.“

Kein offenes Feuer

Damit es aber erst gar nicht zu einem Einsatz der Feuerwehr kommt, warnt der Experte in Sachen Brand- und Bevölkerungsschutz vor offenem Feuer in Wald- und Wiesenregionen. Und: „Auch Fahrzeuge haben auf trockenen Böden nichts zu suchen.“ Sollte sich – trotz aller Vorsicht – doch ein Brand entwickeln, hat der Experte nur noch einen dringenden Ratschlag: „Sofort die Feuerwehr anrufen!“ Nur so könne eine großflächige – und bei den vorherrschenden Temperaturen vor allem schnelle – Verbreitung des Feuers verhindert werden.

Waldwege nicht zuparken

Und eine Bitte hat Bernd Schneider: „Eines fällt mir immer wieder auf, und das muss wirklich nicht sein. Parken Sie die Waldwege nicht zu, damit wir im Notfall schnell handeln können.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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