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Sorgen trotz Sanierung
Kleiner Schwanenteich läuft nicht voll

Der Teichboden ist bedeckt, aber bis zur angepeilten Wasserlinie fehlen noch rund zwei Meter. Bevor der kleine Schwanenteich nicht stabil gefüllt ist, können auch die Teich- muscheln nicht in ihr Habitat zurückkehren,. Sie waren vor den Sanierungsarbeiten in den großen Schwanenteich umgesiedelt worden.  Fotos: ihm
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  • Der Teichboden ist bedeckt, aber bis zur angepeilten Wasserlinie fehlen noch rund zwei Meter. Bevor der kleine Schwanenteich nicht stabil gefüllt ist, können auch die Teich- muscheln nicht in ihr Habitat zurückkehren,. Sie waren vor den Sanierungsarbeiten in den großen Schwanenteich umgesiedelt worden. Fotos: ihm
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Geisweid. Richtig schön ist der größte Park der Stadt Siegen geworden. Mit großem planerischen Aufwand und viel handfestem Einsatz hat sich der Dr.-Dudziak-Park im Geisweider Wenscht wieder zu einem natürlichen Kleinod verwandelt. Ein Kleinod, das unter strengem Denkmalschutz steht, denn es ist ein markantes Zeugnis baulichen Gestaltungswillens in den 50er-Jahren, als die grüne Arbeitersiedlung Wenscht entstand und für die Familien der Stahlwerker ein ideenreiches Erholungsgebiet zwischen den Häusern gleich eingeplant wurde. Ein echtes Sorgenkind gibt es allerdings im Park: den kleinen Schwanenteich am unteren Ende. Sein Wasserspiegel ist immer noch beklagenswert niedrig.

ihm Geisweid. Richtig schön ist der größte Park der Stadt Siegen geworden. Mit großem planerischen Aufwand und viel handfestem Einsatz hat sich der Dr.-Dudziak-Park im Geisweider Wenscht wieder zu einem natürlichen Kleinod verwandelt. Ein Kleinod, das unter strengem Denkmalschutz steht, denn es ist ein markantes Zeugnis baulichen Gestaltungswillens in den 50er-Jahren, als die grüne Arbeitersiedlung Wenscht entstand und für die Familien der Stahlwerker ein ideenreiches Erholungsgebiet zwischen den Häusern gleich eingeplant wurde. Ein echtes Sorgenkind gibt es allerdings im Park: den kleinen Schwanenteich am unteren Ende. Sein Wasserspiegel ist immer noch beklagenswert niedrig.

Kaum natürlicher Zufluss

Eigentlich sollte der Teich in den vergangenen Wochen peu à peu volllaufen, im Februar war das schon einmal der Fall. Aber danach kam die große Trockenheit. Christian Peddinghaus vom städtischen Grünflächenamt bremst allzu hohe Erwartungen: „Der Teich füllt sich ausschließlich durch den natürlichen Zufluss, das dauert.“ Natürlicher Zufluss kam in den vergangenen Tagen zwar auch vom Himmel, aber der Regen hat den Wasserspiegel nicht sichtbar angehoben. Ansonsten ist der Schwanenteich auf den kleinen Albach angewiesen, der unterhalb des Bolzplatzes oben im Park entspringt und geradewegs durchs Tälchen hinunterfließt. Wobei „fließt“ eigentlich eine Übertreibung ist, denn der Albach ist nicht viel mehr als ein dünnes Rinnsal. Peddinghaus: „Bei längerer Trockenheit fällt der Bach leider komplett trocken.“

Stadt und Pächter geben Hoffnung nicht auf

Trotzdem haben die Stadt und der Sportfischerverein Hüttental als Pächter die Hoffnung, dass der Schwanenteich über kurz oder lang wieder bis zum Rand mit Wasser gefüllt sein wird. Baulich hat man dafür einiges getan. Die Teichsohle wurde mit Tonplatten abgedeckt, und der Mönch, immer schon ein Kandidat für Undichtigkeit, ist erneut abgedichtet worden. Die Sportfischer haben noch am Wochenende eine lecke Ecke an den Holzplatten repariert. Vorsitzender Rainer Moll: „Wir haben oben reingeguckt, jetzt ist er dicht.“

Die Alternative zu wochenlangem Warten könnte die Füllung des Teichs mittels Feuerwehrschlauch und Frischwasser sein. Christian Peddinghaus: „Da denken wir nicht dran, wer soll das denn bezahlen?“ Auch wenn der Teich nicht besonders tief ist, fasst er doch eine Menge Wasser. Genau 2 373 000 Liter (oder 2373 Kubikmeter) passen hinein. Eine Herkulesaufgabe für den schwächelnden Albach.

Weg versperrt ... mit Grund

Christoph Tendies und Hans Amely, Anwohner des Dudziak-Parks und aufmerksame Beobachter, warten gespannt auf das, was da kommen soll. Vor allem auf Bauarbeiter, die die Absperrung am unteren Ufer des Schwanenteichs endlich abbauen. Dort ist der breite Uferweg mit schönen Polygonalplatten gepflastert worden, zwei neue Bänke und vier denkmalgerechte gelbe Laternen sind installiert. Nur gehen und verweilen kann hier niemand, weil hohe Bauzäune den Weg versperren. Christoph Tendies: „Das verstehe ich nicht. Das ist doch alles fertig.“

Nicht ganz, korrigiert Christian Peddinghaus von der Stadt: „Das Geländer zum Teich fehlt noch, und vorher dürfen wir den Weg nicht freigeben. Haftungssache.“ Das Geländer mit den Schwanmotiven liegt zur Restaurierung in der Lehrwerkstatt der Edelstahlwerke. Die Lehrlinge, die auch schon das Geländer an der Bogenbrücke auf Vordermann gebracht haben, sollen hier Hand anlegen. „Da ist uns Corona dazwischengekommen“, berichtet Peddinghaus. Die Azubis wollten sich nach ihren Prüfungen des Geländers annehmen, aber die Prüfungen sind verschoben worden. Jetzt aber soll es in Kürze weitergehen.

Wasserspiel vorbereitet

Ob der Schwanenteich noch einmal ein Wasserspiel bekommt, steht noch nicht fest. Es gab früher eine Fontäne, die etwas fürs Auge bot und natürlich auch den Sauerstoffgehalt im Teich aufmöbelte. Christian Peddinghaus will abwarten, ob dauerhaft – das heißt auch in trockenen Sommern – eine Wassertiefe von mindestens zwei Metern gehalten werden kann. Nur dann könnte eine Pumpe ein Wasserspiel betreiben.

Die Infrastruktur für eine solche Pumpe ist jedenfalls vorgesehen. Sie befindet sich aber nicht mehr im alten Pumpenhäuschen am Teich. Dieses Häuschen, das neben dem Technikraum auch eine Toilette beherbergt hat, ist ein Schandfleck im Park. Christoph Tendies zeigt auf eine Schmiererei: „Kill more Cops!“ Eine Mordaufforderung, so findet er, dürfe doch nicht einfach so hingenommen werden.

Pumpenhäuschen: Abriss nicht erlaubt 

Das Pumpenhäuschen, das die Sportfischer schon mehrfach repariert und hergerichtet haben, wird immer wieder Opfer von Vandalen. Die schlecht einsehbaren Zugänge über die beiden Treppen laden offenbar Leute ein, die Schmutz und Unrat hinterlassen. Rainer Moll: „Wir würden das Ding lieber heute als morgen loswerden.“ Christian Peddinghaus kann das verstehen. Warum wird das marode Bauwerk nicht einfach abgerissen? „Das geht nicht, Denkmalschutz.“ Der Landschaftsverband lasse in diesem Punkt nicht mit sich reden. „Ich fürchte, dass wir es demnächst komplett neu verputzen müssen“, seufzt Peddinghaus. Im Klartext: Steuergeldverschwendung für ein völlig überflüssiges Gebäude.

Der Teichboden ist bedeckt, aber bis zur angepeilten Wasserlinie fehlen noch rund zwei Meter. Bevor der kleine Schwanenteich nicht stabil gefüllt ist, können auch die Teich- muscheln nicht in ihr Habitat zurückkehren,. Sie waren vor den Sanierungsarbeiten in den großen Schwanenteich umgesiedelt worden.  Fotos: ihm
Ein Schandfleck unter Denkmalschutz: das Pumpenhäuschen. Dass hier zum Polizistenmord aufgerufen wird („Kill more cops“), ist ein Skandal.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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