„Koks“-Konsum war Horror

Ein 24-Jähriger musste sich vor dem Siegener Schöffengericht wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Archivfoto: ihm
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pebeIm vorigen Jahr erschien ein junger Mann bei der Polizei und gab an, er habe eine größere Menge Marihuana zum Eigenverbrauch bei sich zu Hause gebunkert. Eine Aussage, die sich bei der Überprüfung als völlig korrekt herausstellte. Gut 72 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von 13,6 Gramm THC hortete er zu Hause – deutlich jenseits der „geringen Menge“.

Ein unangenehmes Nachspiel hatte die korrekte Aussage allerdings auch. Am Dienstag musste sich der 24-Jährige vor dem Siegener Schöffengericht wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Kleiner Trost für ihn: Die zugelassene Anklage war mit dem Hinweis versehen, dass hier ein minderschwerer Fall anzunehmen sei. Das drückte die Straferwartung doch deutlich nach unten.

„Ja, das stimmt alles so“, nickte der junge Mann. Er sei seinerzeit mit einem Freund nach Hamburg gefahren, abends seien sie noch um die Häuser gezogen und hätten sich dabei etwas Kokain gekauft und konsumiert. „Auf der Rückfahrt nach Siegen hatte ich auf der Autobahn so eine Art Verfolgungswahn“, fuhr der Angeklagte fort. Da habe er beschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen und sich bei der Ankunft in Siegen selbst angezeigt. Seinerzeit habe er relativ viel Cannabis konsumiert, „einige Tüten am Tag brauchte ich damals“, erklärte er Richter Uwe Stark. Seit dieser Selbstanzeige habe er jedoch mit den Drogen „abgeschlossen“, bestätigte er auf Nachfrage seines Verteidigers.

Es liege ein „qualifizierter Tatbestand im minderschweren Fall“ vor, konstatierte Staatsanwalt Markus Bender in seinem Plädoyer, in dem er eine sechsmonatige Bewährungsstrafe forderte. Zudem solle der Angeklagte 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. „Er hatte ausnahmsweise Koks genommen, was für ihn der Horror war“, fasste der Verteidiger das „Bekehrungserlebnis“ des 24-Jährigen zusammen. Auch er forderte eine Bewährungsstrafe und stimmte der Höhe der Arbeitsstunden zu. „Es war keine gute Tat, es ist sicher, dass ich meine Lehren draus ziehe“, meinte schließlich der 24-Jährige.

Wie vom Staatsanwalt gefordert, lautete nach kurzer Beratung auch das Urteil des Schöffengerichts. „Das Verfahren wäre mit großer Wahrscheinlichkeit nie zustande gekommen, wenn der Angeklagte sich nicht selbst angezeigt hätte“, meinte Richter Stark. „Sie haben damit signalisiert, dass Sie einen Schlussstrich ziehen wollen. Das ehrt Sie!“ Die Bewährungsstrafe sei in der Höhe angemessen, und die Arbeitsstunden müssten „aus Konsequenz und Nachhaltigkeit“ sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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