Kompaktkurs für Paradesoldaten

 Hauptmann Till Somborn gehörte rund sechs Jahre dem Wachbataillon an, das Bild zeigt ihn mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. In der Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück soll er rund 140 Soldaten auf den Großen Zapfenstreich vorbereiten, mit dem am 28. April das 50-jährige Bestehen der Garnison gefeiert wird. Foto: Björn Weyand
  • Hauptmann Till Somborn gehörte rund sechs Jahre dem Wachbataillon an, das Bild zeigt ihn mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. In der Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück soll er rund 140 Soldaten auf den Großen Zapfenstreich vorbereiten, mit dem am 28. April das 50-jährige Bestehen der Garnison gefeiert wird. Foto: Björn Weyand
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bw - Hauptmann Till Somborn hat bereits eine Menge Erfahrung gesammelt mit Zeremoniellen der Bundeswehr. Von 1999 bis 2005 diente er im Wachbataillon, das ja für den protokollarischen Ehrendienst für Bundeskanzler und Bundespräsident zur Verfügung steht. Das sind Soldaten, die bei Staatsbesuchen stramm stehen, wenn der US-Präsident oder andere Staatsoberhäupter in Berlin empfangen werden. Seine Kenntnisse soll er nun in einer Art „Crash-Kurs“ weitergeben an 140 Kameraden der Hachenberg-Kaserne, die am Donnerstag, 28. April, den Großen Zapfenstreich im Erndtebrücker Pulverwaldstadion präsentieren. Vier Tage hat der Hauptmann nur Zeit, um aus Einsatzführungssoldaten die Paradesoldaten zu machen. Eine Herausforderung, denn ein Großteil von ihnen hat wenig Erfahrung mit Grundstellungen, Wendungen und dem Präsentieren mit Gewehr eines Großen Zapfenstreichs.

An dem beteiligen sich rund 200 Akteure, neben den rund 140 Erndtebrücker Soldaten auch die Musiker des Luftwaffenmusikkorps Münster, das Verstärkung erhält vom Stabsmusikkorps Siegburg. „Das ist schon musikalisch ein Schmankerl“, ist sich Hauptmann Till Somborn sicher. Die Formation ist bei dem Großen Zapfenstreich in zwei Waffenzüge aufgeteilt, etwa jeweils die Hälfte tritt mit Fackeln und mit dem G36 an. Till Somborn will den Ablauf mit den Waffenzügen einzeln einstudieren – von morgens um 7.30 Uhr bis nachmittags um 17.30 Uhr. Die Choreographie muss passen, am Ende muss jeder Schritt, jedes Präsentieren bei dem Großen Zapfenstreich sitzen. Und der vierte Probentag ist auch schon der Veranstaltungstag, an dem um 17 Uhr die Generalprobe im Pulverwaldstadion stattfindet.

Übrigens: Die 140 Soldaten haben sich nicht freiwillig melden können. „Das muss man schon steuern“, verrät Oberstleutnant Jörg Wagener, stellvertretender Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 2 sowie verantwortlicher Offizier für die Organisation des Großen Zapfenstreichs. Entscheidend dafür, wer daran teilnehmen darf, ist in erster Linie der Schichtplan. Denn trotz der Großveranstaltung läuft der Dauerauftrag in der Hachenberg-Kaserne völlig uneingeschränkt weiter – 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Daher war die Verfügbarkeit der Soldaten ein sehr wichtiges Kriterium, fit sollten sie auch sein, so Hauptmann Till Somborn. Er ist sich auch sicher, dass sich das Interesse bei Freiwilligkeit vielleicht sehr in Grenzen gehalten hätte. Allerdings weiß der Hauptmann aus Erfahrung: „Hinterher wird es für alle ein tolles Erlebnis zu sehen, wie schnell auch das Training zum Erfolg führt.“

Ein Großer Zapfenstreich hat durchaus eine nicht zu unterschätzende Außenwirkung. Deshalb rechnen die Verantwortlichen mit einem großen Interesse der Bevölkerung. Schon um 19.30 Uhr startet der Einlass im Pulverwaldstadion. Beginn ist zwar erst gegen 21.30 Uhr, allerdings steht den Zuschauern die „stadionübliche“ Verpflegung zur Verfügung, wie Oberstabsfeldwebel Peter Hanke anmerkt. Im Stadion können den Großen Zapfenstreich bis zu 2500 Zuschauer erleben.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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