Lockdown wird fortgesetzt
Komplizierter Fahrplan für Öffnungsstrategie

Falls es eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt, können landesweit bzw. regional andere Geschäfte im Einzelhandel öffnen.
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  • Falls es eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt, können landesweit bzw. regional andere Geschäfte im Einzelhandel öffnen.
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sz Berlin/Siegen. Es war das mittlerweile 20. Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um über die Maßnahmen und Öffnungen der Corona-Pandemie zu beratschlagen und die nächsten Beschlüsse zu fassen. Und das, was bereits 48 Stunden vor diesem Treffen durchsickerte, ist nun auch Realität. Der Lockdown wird verlängert - bis zum 28. März. Allerdings sollen ab Montag, 8. März, einige Lockerungen in Kraft treten. So sollen unter bestimmten Auflagen auch einige Geschäfte wieder öffnen dürfen. 

Zunächst haben Bund und Länder einige Kriterien festgelegt, nach denen die Länder über weitere Öffnungsschritte entscheiden sollen. Mehrere Länder behalten sich Abweichungen ausdrücklich vor. Wo der Bund und die Länder jedoch keine neuen Regelungen vereinbart haben, sollen die getroffenen Beschlüsse bis zum 28. März weiter gelten.

Impfungen: Einzelne niedergelassene Ärzte sollen Menschen gegen Corona impfen können. Regelungen dafür soll es ab der zweiten Märzwoche geben. Ab Ende März bzw. Anfang April sollen die Fach- und Hausärzte mitimpfen und dabei auch über die Priorisierung vor Ort entscheiden.

Homeoffice: Bis zum 30. April soll die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen, verlängert werden.

Corona-Tests: Die Corona-Testmöglichkeiten sollen bis Anfang April massiv gesteigert werden. Es soll jedem die Möglichkeit gegeben werden, einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest machen zu können. Wenn jemand positiv auf das Virus getestet wird, muss er sich sofort isolieren und muss in der Folge schnell einen zuverlässigeren PCR-Test machen. Die Tests sollen kostenlos sein.


Schrittweise mögliche Öffnung: 


Erste Stufe:

Kontakte: Zunächst ist vorgesehen, dass sich wieder maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Dabei sollen Paare generell als ein Hausstand zählen. Sollte die Inzidenz dann unter 35 sinken, dann können Treffen von bis zu zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt werden. Bis 14-jährige Kinder kommen jeweils hinzu. Diese Regelung gilt ab Montag, 8. März.

Falls die  sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder über die 100er-Grenze schnellt, kommt es zu einer Notbremse. Dann gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März gegriffen haben. Konkret: Ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.


Zweite Stufe: 

Nachdem bereits ab dem 1. März Schulen und Friseure geöffnet haben, sollen ab dem 8. März auch Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sowie der Einzelhandel des täglichen Bedarfs öffnen dürfen. Bei größerer Ladenfläche sind mehr Kunden erlaubt. 

Körpernahe Dienstleistungen wie sie etwa in Kosmetik- oder Massagestudios betrieben werden, sollen wieder erlaubt werden. Nähere Definitionen legen die Länder fest. Ebenso soll der Fahrschulunterricht wieder losgehen.  


Dritte Stufe (frühestens ab 8. März):

Falls es eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt, können landesweit bzw. regional andere Geschäfte im Einzelhandel, Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten öffnen. Zudem kann man an frischer Luft auch wieder kontaktfrei zusammen Sport treiben dürfen. Das gilt jedoch für maximal zehn Personen.

Wenn die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 Neuinfektionen liegt bzw. die stabile oder sinkende Inzidenz von unter 100 erreicht, dann können der Einzelhandel Termine zum Verkauf sowie Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten Termine für Besuche vergeben. Draußen Sport treiben können dann maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten. Bei Kindern bis 14 Jahren ist eine Gruppe von bis zu zwanzig erlaubt.

Vierte Stufe (frühestens ab 22. März):

Voraussetzung für die vierte Stufe ist eine Sieben-Tage-Inzidenz, dass sich die dritte Stufe 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Wenn die Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen liegt, dann kann die Außengastronomie ebenso wieder öffnen wie Theater, Konzert- und Opernhäusern und Kinos. Für den Sport bedeutet dies, dass kontaktfreier Sport drinnen und draußen erlaubt ist.

Bei einer entsprechenden Sieben-Tage-Inzidenz ist auch Sport im Freien wieder in einer größeren Gruppe erlaubt.
  • Bei einer entsprechenden Sieben-Tage-Inzidenz ist auch Sport im Freien wieder in einer größeren Gruppe erlaubt.
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Wenn die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 bzw. die Inzidenz stabil oder sinkend unter 100 Neuinfektionen, dann kann die Außengastronomie mit Terminbuchung öffnen. Wenn sich mehrere Haushalte bei einem Besuch von Theater, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos an einen Tisch setzen wollen, ist ein tagesaktueller Covid-19-Test nötig. Das Gleiche gilt für kontaktfreien Sport drinnen und draußen.

Fünfte Stufe (frühestens ab 5. April):

Die für die fünfte Stufe ist eine Sieben-Tage-Inzidenz, die sich in der vierten Stufe 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Wenn die Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen liegt, dann können Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Personen an frischer Luft genauso wieder erlaubt wie der Kontaktsport drinnen.

Wenn die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen die 50er-Marke überschreitet, aber eine stabile oder sinkende Inzidenz unter 100 Neuinfektionen zu erkennen ist, dann ist weitere Öffnung des Einzelhandels mit Kundenbegrenzung, kontaktfreier Sport drinnen und Kontaktsport ohne Testzwang draußen möglich.

Für die Stufen drei bis fünf gibt es aber auch eine Notbremse. Hier gilt: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 100 liegt, gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen.

In knapp drei Wochen, oder genauer gesagt am 22. März, wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen beraten. Es soll dann um Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels gehen.

Falls es eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt, können landesweit bzw. regional andere Geschäfte im Einzelhandel öffnen.
Bei einer entsprechenden Sieben-Tage-Inzidenz ist auch Sport im Freien wieder in einer größeren Gruppe erlaubt.
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SZ Redaktion aus Siegen

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