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Kernbohrungen in Straßen
Kontrolle der Arbeit und des Materials

Kernbohrungen werden an den Stellen durchgeführt, an denen die Straße besonders belastet wird. Foto: Sarah Panthel
  • Kernbohrungen werden an den Stellen durchgeführt, an denen die Straße besonders belastet wird. Foto: Sarah Panthel
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sp Siegen. Die Straße ist frisch saniert, eine makellose Asphaltschicht erstreckt sich vor den Verkehrsteilnehmern. Aber dann: Vier auffällige, etwa zehn Zentimeter große Kreise hintereinander heben sich mit ihrer Färbung vom Straßenbelag ab. Stümperhaft gearbeitet wurde an diesen Stellen allerdings nicht. Im Gegenteil: Die „Löcher“ werden gemacht, um zu verhindern, dass die Sanierung oder der Neubau der Straße nicht ordentlich durchgeführt wurde.

Karl-Josef Fischer, Pressesprecher vom Landesbetrieb Straßen NRW in Südwestfalen, erklärt, was es mit den sogenannten Kernbohrungen auf sich hat. Diese Proben, Bohrkerne genannt, werden mithilfe einer Maschine entnommen, um den Verbund der Asphaltschichten, das Material und die Qualität des Einbaus zu prüfen.

sp Siegen. Die Straße ist frisch saniert, eine makellose Asphaltschicht erstreckt sich vor den Verkehrsteilnehmern. Aber dann: Vier auffällige, etwa zehn Zentimeter große Kreise hintereinander heben sich mit ihrer Färbung vom Straßenbelag ab. Stümperhaft gearbeitet wurde an diesen Stellen allerdings nicht. Im Gegenteil: Die „Löcher“ werden gemacht, um zu verhindern, dass die Sanierung oder der Neubau der Straße nicht ordentlich durchgeführt wurde.

Karl-Josef Fischer, Pressesprecher vom Landesbetrieb Straßen NRW in Südwestfalen, erklärt, was es mit den sogenannten Kernbohrungen auf sich hat. Diese Proben, Bohrkerne genannt, werden mithilfe einer Maschine entnommen, um den Verbund der Asphaltschichten, das Material und die Qualität des Einbaus zu prüfen. Ein Grund zur Beanstandung ist beispielsweise, wenn Wasser zwischen die Schichten gelaufen ist. Das kann später schneller zu Schäden führen. Im schlimmsten Fall muss eine oder müssen mehrere Schichten vollständig erneuert werden. „Das ist aber eher selten der Fall“, sagt Fischer.

Eine Straße besteht aus drei Asphaltschichten, der Trag-, der Binde- und der Deckschicht (umgangssprachlich auch Verschleißschicht genannt). Letztere hält im Optimalfall etwa zehn bis 15 Jahre. „Wenn mit der Erneuerung zu lange gewartet wird, dann müssen auch die tieferen Schichten saniert werden“, erklärt Fischer.

Arbeit kann nur mit Bohrkernen getestet werden 

Ob alle drei Schichten wirklich gut verarbeitet und gut miteinander verbunden sind, kann nur mit der Entnahme eines Bohrkerns und einer anschließenden Untersuchung getestet werden. „Das wird bei jeder neuen Straße gemacht, sonst wissen wir nicht, was der Auftragnehmer gemacht hat“, sagt Fischer und meint die ausführende Baufirma. „Irgendwie muss man ein Gefühl dafür bekommen, dass man geliefert bekommt, was man bestellt hat.“ Man könne eben nicht die ganze Zeit danebenstehen und die Arbeit überwachen.

Stichprobenartig wird am Ende eine Stelle ausgesucht, an der die Bohrungen durchgeführt werden. Aber: „Wir versuchen da zu testen, wo Straßen die größte Belastung erfahren, also da, wo die Reifen rollen.“ Der Grund, warum es gleich mehrere Kernbohrungen sein müssen, ist, dass bei den Untersuchungen die Proben zerstört werden. Ob durch die Bohrungen Schwachstellen in der Straße entstehen? Das kann Fischer nicht verneinen, „aber die Schäden entstehen meistens nicht dort. In der Regel passiert an der Stelle nichts“. Schließlich würden die entstandenen Löcher – sie sind etwa 10 bis 40 Zentimeter tief – wieder ordentlich vergossen. Dass getestet wird, wissen die Baufirmen, und es ist auch im Vertrag festgehalten. „In Deutschland ist alles geregelt“, muss Fischer schmunzelnd zugeben.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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