Kopf hoch am Bieberer Berg

Sportfr. Siegen heute Abend in Offenbach:

Noch kein Sieg gegen die Kickers / Weikl wieder dabei

geo Siegen. Sportfr. Siegens Trainer Ingo Peter benötigte in dieser Woche einige Tage, um den Kopf frei zu bekommen und sich auch ganz persönlich auf das heutige letzte Regionalliga-Süd-Auswärtsspiel des Jahres 2002 am Bieberer Berg bei Kickers Offenbach zu konzentrieren. Und als einfach alles nicht mehr half, zog er sich am Mittwoch selbst die Fußballstiefel an und kickte sich im Training mit seinen Schützlingen kurzerhand den Frust aus dem Leibe.

Diese Frustbewältigungsmaßnahme hatte ihre üble Wurzel im Sonntagspiel gegen den SV Wehen, bei dem seiner Mannschaft der greifbar nahe Sieg in Überzahl doch noch aus den Händen glitt. Peter zürnte aber nicht seinen Spielern, vor die er sich schützend stellte: »Nach einer langen Hinrunde und nach einer weiteren Englischen Woche war es klar, dass einige auf dem Zahnfleisch kauen würden, zumal mehrere Spieler durch Krankheit und Verletzung seit Wochen nicht mehr regelmäßig trainieren.«

»Systematische Selbstzerfleischung«

Des Trainers Missmut entzündet sich viel mehr an der »systematischen Selbstzerfleischung« im »Sportfreunde«-Lager. Gemeint sind nach des Trainers Worten Zuschauer, Gönner und auch die Medien. Ingo Peter zur SZ: »Wir sind auf dem Weg, den Ast abzusägen, auf dem wir alle sitzen.« Statt seine Mannschaft »schon nach 20 Minuten auszupfeifen« hätte man die Müdigkeit der Spieler durch lautstarke Unterstützung vertreiben können. Peter weiter: »Jeder, der vor Publikum agiert, braucht den Applaus, um besser zu sein. Was hier bei uns betrieben wird ist einfach unfair.« Zum Beleg führt der Chefcoach das (enttäuschende) DFB-Pokalspiel Bayern München - Schalke 04 an (»Wenn wir uns eine solche Einstellung erlauben würden, wäre hier der Teufel los«) und zeigt Verständnis für seine Spieler, die immer mehr das Gefühl bekämen, nicht Freund sondern Feind der heimischen Zuschauer zu sein.

Dies ist freilich umso unverständlicher, wenn man sich die exzellente Heimbilanz der »Sportfreunde« in den bisher absolvierten acht Heimbegegnungen ansieht (fünf Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage). Eine positive Bilanz übrigens, obwohl - dies sagt sogar Ingo Peter - Siegen derzeit »nicht über eine kreative Mannschaft verfügt«. Und deshalb echauffiert sich der Coach in einem Atemzug gleich weiter: »Ist es denn so schwer zu verstehen, dass wir mit unseren kleinen Möglichkeiten so viel heraus holen? Die Spieler geben alles. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Ist es da so schwer, uns auch dann zu unterstützen, wenn wir mal schlecht spielen wie gegen Wehen?«

Rhetorische Fragen, die nachdenklich stimmen. Zumindest heute Abend braucht sich Ingo Peter nicht mit derlei Gedankengut zu quälen. Denn auf dem (immer noch) gefürchteten Bieberer Berg zu Offenbach genießt die Heimmannschaft traditionell weit mehr lautstarke Unterstützung als die Gäste aus dem Siegerland. Und die haben in der Regionalliga Süd noch kein einziges Spiel gegen die Hessen gewonnen. Bei den Kickers gab es ein 2:2 und eine 0:2-Niederlage. Ingo Peter wird weitestgehend auf den bewährten Stamm zurück greifen. Um aber seinen Akteuren zumindest Alternativen zu präsentieren, werden Spieler der 2. Mannschaft mit nach Offenbach fahren, wie zum Beispiel Cem Islamoglu und Timo Schlabach. Außerdem trainiert Björn Weikl nach überstandener Sushi-Vergiftung wieder voll mit. Und da der Ex-Düsseldorfer schon für das Wehen-Spiel eingeplant war, käme ein Einsatz heute Abend nicht einmal von ungefähr.

»Manni, der Libero« wieder am Ball

Die Offenbacher, die in der laufenden Spielzeit schon neun Mal unentschieden spielten, wollen den Fünf-Punkte-Rückstand auf Siegen heute Abend drastisch verkürzen. Allerdings fehlt den Kickers Spielmacher Patrick Falk (Adduktorenprobleme) und Angreifer Michael Petry (Grippe). Für den weiteren Verlauf der Rückrunde plant Trainer Ramon Berndroth übrigens mit einem spektakulären Coup: »Manni, der Libero« trainiert bei den Kickers wieder mit. Denn der schon ausgemusterte Manfred Binz (37) soll die Abwehr der Hessen im neuen Jahr nun doch wieder wieder stabilisieren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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