Kopfhörer an der Kasse

Das Symbol der Induktiven Höranlage steht für Hörgenuss im Apollo-Theater. Im Bild (vordere Reihe v. l.): Robert Schäfer, Technischer Leiter Apollo, Ricarda und Eckhard Wagner (DSB), Stadträtin Birgitta Radermacher, (hintere Reihe v. l.): Markus Schmidt (DSB), Bürgermeister Steffen Mues, Michael Stötzel (CI-Selbsthilfegruppe Südwestfalen), Klaus Büdenbender (Deutscher Schwerhörigenverbund) und Gisela Dittmar, Behindertenbeauftragte der Stadt Siegen. Foto: Stadt
  • Das Symbol der Induktiven Höranlage steht für Hörgenuss im Apollo-Theater. Im Bild (vordere Reihe v. l.): Robert Schäfer, Technischer Leiter Apollo, Ricarda und Eckhard Wagner (DSB), Stadträtin Birgitta Radermacher, (hintere Reihe v. l.): Markus Schmidt (DSB), Bürgermeister Steffen Mues, Michael Stötzel (CI-Selbsthilfegruppe Südwestfalen), Klaus Büdenbender (Deutscher Schwerhörigenverbund) und Gisela Dittmar, Behindertenbeauftragte der Stadt Siegen. Foto: Stadt
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sz Siegen. Unbeschwert ins Theater gehen zu können, ist im Allgemeinen eine Selbstverständlichkeit. Doch anders, wenn man hörgeschädigt ist. Die Entfernung zur Bühne ist meist viel zu groß und auch die beste Raumakustik kann in der Regel nicht dazu beitragen, dass hörgeschädigte Menschen die Vorstellungen ohne starke Einschränkung verfolgen können. Daher bleiben sie lieber zu Hause. In diesen Tagen trafen sich im Apollo-Theater Vertreter/-innen der Vereine und Selbsthilfegruppen für Hörgeschädigte mit Bürgermeister Steffen Mues, Stadträtin Birgitta Radermacher und der städtischen Behindertenbeauftragten Gisela Dittmar, um festzustellen: Das Apollo verfügt jetzt über eine ausgezeichnete induktive Höranlage.

Ricarda Wagner von der Cochlea-Implantat-(CI)-Selbsthilfegruppe fasste es so zusammen: „Wir können nicht nur hören, es ist ein Hörgenuss!“ Klaus Büdenbender vom Deutschen Schwerhörigenbund, Referat „Barrierefreies Planen und Bauen“, erläuterte: „Heute ist es problemlos möglich, Theatersäle für bis zu 1600 Zuschauer mit einer induktiven Höranlage auf eine Weise auszustatten, dass hörgeschädigte Besucher auf allen Plätzen einen gleich guten induktiven Empfang haben.“

Büdenbender, der sich mit den Angehörigen der Vereine und Selbsthilfegruppen bereits vor Baubeginn des Apollos für die Einrichtung einer solchen Anlage eingesetzt hatte, erklärte Bürgermeister Mues und Stadträtin Birgitta Radermacher die Technik: „Induktive Höranlagen erzeugen ein Magnetfeld. Ein ganz wichtiges Kriterium für eine funktionierende induktive Höranlage ist es, dass die Anlage mit einem Konstantstrom-Verstärker betrieben und nach DIN EN 60118-4 eingemessen wird. Nur dann ist sichergestellt, dass solche Anlagen auch wirklich funktionieren.“ Entscheidend für den hörgeschädigten Theaterbesucher ist, dass er nun durch Einstellen seines Hörgerätes oder Cochlea-Implantats (CI) auf „T“ das gesprochene Wort oder die Musik unmittelbar und ohne Störgeräusche empfangen kann.

Auch Besucher, die keine Hörhilfen tragen, aber trotzdem schlecht hören, profitieren von der induktiven Anlage. Denn sie können im Apollo-Theater mobile Induktionsempfänger mit Kopfhörer entleihen. Klaus Büdenbender und seine Mitstreiter von den Vereinen und Selbsthilfegruppen bedauerten es im Gespräch mit den städtischen Vertretern, dass es nicht auf Anhieb gelungen ist, die induktive Höranlage technisch so auszurichten, dass sie den gestellten Anforderungen entsprach. Gutes Hören war nur auf den äußeren Plätzen möglich. Erst die Neuverlegung der Induktionsschleife führte zu dem Ergebnis, dass nun auf allen Plätzen im Apollo-Theater die Hörqualität gleich gut ist. Bürgermeister Mues betonte, dass es der Stadt Siegen bei allen Bauvorhaben ein Anliegen sei, die Barrierefreiheit zu beachten.

Im speziellen Fall habe die Geduld und Hartnäckigkeit der Hörgeschädigten zu einem am Ende sehr guten Ergebnis geführt. Die induktive Höranlage, so ergänzte Robert Schäfer, der technische Leiter des Apollo-Theaters, sei bei allen Vorstellungen in Betrieb. Ab sofort machten Aufkleber mit dem Symbol für die technische Einrichtung darauf aufmerksam, dass diese vorhanden ist und Kopfhörer an der Theaterkasse ausgeliehen werden können.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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